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Israelitische Annalen · 1841-06-11 · Heft 24 (11.6.1841) · p. Seite 188

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 24 (11.6.1841)
Date
1841-06-11
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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188 stimmen der in der Vorrede zu Mr. Finn's Buch sehr treffend ausgedrückten Ansicht bei, daß wir „den berühmten hebräischen Schulen von Cordova, Sevilla und Granada " noch nicht unfern gebührenden Dank abgetragen haben. Folgendes ist Herrn Finn's Bericht über die Quellen, aus denen er einen großen Theil seiner Nachrichten über die Geschichte der Spanischen Juden geschöpft hat: „Die hier erzählten Thatsachen sind aus vielen Geschichtsbüchern zusammengetragcn. (Ob auch arabische Hülfsmittel benutzt sind, ist nicht gesagt). Die Notizen, betreffend die Literatur und rabbinische Biographien sind hauptsächlich aus Bartolocci's Bibliotheca Rabbinica, & de Rossi's Dizionario Storico degli autoriEbrei, (lange nicht ausreichend zur Gründlichkeit!) Die Ansichten über thalmudisches Judenthum haben sich vorzüglich gebildet aus dem neuen Werke Old Path von Rev. A. 9D?C Caul DD. (Auch dieß Gestandniß scheint uns von einiger Befangenheit zu zeugen. Ein tüchtiger Historiker muß aus den Quellen selbst seine Ansichten bilden, und fremden Einfluß nur da gelten lassen, wo aus Neuheit der Forschung sich eine völlig andere Grundansicht herausgeftellr hat. Bei allen Vorzügen der Old Patb8 kann man doch nur die Methode des Kämpfens, nicht aber die Ansicht selbst neu finden; wie kann sie also auf Geschichte Einfluß üben?) Aktenmästige Darstellung einiger neuern Verhandlungen in Bayern. Die Reaktion, welche sich seit einiger Zeit in unscrm Rabbinenwesen gezeigt, fängt an, ihr heilloses Treiben auch auf unser Schulwesen auszudehnen. Zeugniß dessen ist der Lehrplan, welchen Rabbiner Wechsler zu Schwabach in den Schulen seines Distrikts eingeführt und die Art und Weise, wie er dies bewirkt hat. Man bezeichnet dieß mit Recht als den Beginn der Reaktion, denn wahrscheinlich ist, baß dieser Plan in einer entfernten Kreisstadt (Würzburg) sabrizirt worden ist. Wechsler ist übrigens nicht der Mann, der auf halbem Weg stehen bleibt; er wird nicht säumen, seine übrigen College«, und der Gleichgesinnten mit ihm sind nicht wenige, zur Geltendmachung ihrer erlangten Macht zu bewegen, und die Widerstrebenden als Irreligiöse zu denunzircn. Im vorigen Jahre hat der Rabbiner Wechsler, ein Schwabacher, bekannt durch sein Widerstreben gegen die von ihm selbst mitberathne und angenommene Synagogenordnung für Mittelfranken, ein junger, thatkräftiger, aber intriguanter Mann, ganz im Stillen, ohne seinen Lehrern etwas zu sagen, hei der Königs. Regierung von Mittelfranken einen Lehrplan übergeben, dessen Hauptbasis war: die Kinder, außer im Elementarunterricht, noch in wöchentlichen 22 Stunden in Religion, Thalmud, Raschi, jüdisch-deutsch Schreiben rc. zu unterrichten, mit einem Worte, den Religionsschulen die alte jammervolle Form wiedcrzugeben. Die Königl. Regierung, humaner gegen die Lehrer als ihr Rabbiner, hat ihnen durch Rescripl vom 6. Juli. v. I. den Lehrplan zugeschickt und zur Abgabe ihrer Erinnerungen aufgefordert. Dies geschah in würdiger Weise. Es wäre überflüssig, diese hier mitzutheilcn. Zu bedauern ist nur, daß die Herren in ihren Gegenbemerkungen zu sehr mit allgemeinen Grundsätzen und leeren Deklamationen sich befaßten und nicht den gesetzlichen Punkt mehr hcrvorgehoben haben. Denn es war nicht schwer zu beweisen, daß die Forderungen des Rabbiners allgemeinen Gesetzen und ergangenen höchsten und allerhöchsten Rescripten entgegen sind. Die Königl. Regierung hat die eingelaufenen Arbeiten dem Rabbiner wieder zugeschickt, der sich dadurch zur Modifikation seines planlosen Plans gezwungen sah. Er hat nur in seiner jetzigen anliegenden Gestalt — die darin, befindlichen Schnitzer fallen dem Planmacher zur Last—durch das gleichfalls in Abschrift folgende Rescript die Bestätigung der Regierung erhalten. Akrenftückl. Vorwort zu einem Schulplan für israelitische Religionsschulen. Der Unterrichtsplan einer Schule läßt sich nur aus deren Aufgabe ermitteln, die Aufgabe der Schule nur aus ihrem Zweck. Der Zweck einer israelitischen Religionsschule ist aber kein anderer, als die ihr anvcrtrauten Knaben und Mädchen als würdige religiöse Israeliten und Israelitinnen der Welt wieder zu geben. — Ein würdiges religiöses Israelitenlcben ist aber bedingt durch Vertrautheit mit der heiligen Schrift und der Tradition, ncmlich den Talmud, die beide dem Israeliten als Quelle göttlicher Belehrung als Leuchte und Stab fürs Leben gereicht sind, ist bedingt durch eine aus diesen Schriften geschöpfte, möglichst klare und deutliche Belehrung über Gott, Welt, Mensch, Israel, und über die Pflichten, die dieses Israel jedem Sohne und jeder Tochter Israels auferlegt, ist endlich dadurch bedingt, daß alle diese Kenntnisse und Lehren nicht nur von Gedanken begriffen, vom Gedächtnisse bewahrt, sondern auch vom Herzen mit warmer Lebenskraft also ergriffen werden, daß ihre Verwirklichung im Leben, Gedanken und Gefühl, Wort und Handlungen geweiht werden. Um aber, wenn nicht zum ganzen Umfange, denn dieses scheint ohne Beihilfe eines Privatlehrers eine Unmöglichkeit, *> ') Sollte diese Ueberschrift nicht das fremde Fabrikzeichen beurkunden! 2) Folglich werden 9yl00 der Israeliten, und auch die nach diesem Plane unterrichteten Kinder nicht genug mit ihren Pflichten bekannt gemacht! —

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