Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 23 (4.6.1841)
- Date
- 1841-06-04
- Page
- Seite 180 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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180 dem Richter die Eidesformel nachzusprechen hat mit angehen. 5) Was endlich die Eidesformel selbst betrifft: so möchte der untertha'nigst Unterzeichnete — ohne irgend einer von Seiten der hohen Gesetzgebung zu ermittelnden neuen Fassung vorgreifen zu wollen — nur darauf aufmerksam machen, daß in Gemäßheit vorstehender Kritik über das bisherige Formular sie durch eine feierliche Einf.achheit allein erhöht wird, und demnach das neue Formular mehr eine wirkliche Beeidigung, die das Herz des Schwörenden zur Andacht stimmt, als eine Verwünschung, die sein Inneres mit Eckel erfüllt, enthalten müsse. In -er tröstlichen Erwartung, daß diese Memoria von einem hohen Sraatsminifterium gnädigst berücksichtigt werde, verharret in der tiefsten Ehrfurcht und Treue Eines herzoglichen Staatsminifterii unterthänig gehorsamster B. H. Bemerkungen über einen im Literaturblam des Orients 1840. Nr. 14 enthaltenen und F. D. Unterzeichneten Aufsatz. Von Df. S. Scheyer in Frankfurt am Main. (Schluß.) Eine andere daselbst aufgestellte Behauptung, daß nämlich der Einfluß des Arabischen auf die Ausbildung des philosophischen Hebräismus nicht sehr hoch anzuschlagen sei, und auf die Aufnahme einer geringen Anzahl arabischer Termen in die philosophische Terminologie der Israeliten, sich beschränke, scheint mir eben so unrichtig. In der antemaimonidischen Periode kann von einer philosophischen Terminologie der hebräischen Sprache nicht die Rede ') sein, da die altern Schriftsteller Gegenstände der Philosophie meistens,in arabischer Sprache schrieben. Und stellten diese Männer philophische Ideen in hebräischer Sprache dar, so ist der Einfluß des Arabischen, ihrer Muttersprache, unverkennbar; und selbst Maimonides konnte sich in diesem Falle der Arabismen nicht enthalten, wie man schon aus der ersten Halacha der Hilchot Iesode Tora sich überzeugen kann. So z. B. ctt' *) (cf. Mischna Ende); ') cf. Tibbons rmtn n^D '£ wo er gleich im Anfänge bemerkt imiNa nv>nsic" moann man dwöwdip rmri rron ’iwitra inso» i6ibhjj mvens" nnnvon moann ona a) cf. indessen 2. Sam. 6, 2 und 1. Chronik 13, 6 und hierüber desod Mora S. 49. edit Creizenach. nnDND, dessen Bedeutung durch das Arabische «“»p^pn *) entstanden ist. Noch der spätere Palkeira schrieb seme philosophischen Bemerkungen über den More in einem ganz arabisirten Style. In den aus den arabischen Werken veranstalteten hebräischen Uebersetzungen, wie Chobat Halbabot, Kuzari, More re., ist die Construction der Sätze und Perioden so ganz arabisch, daß man sie ohne Vergleichung des Originals oder doch einige Kenntniß des Arabischen an vielen Stellen nicht gründlich verstehen kann. In den späteren, ursprünglich hebräischen Schriften und noch in Ikkarim von Albo, in Milchamut Haschem von Gersuni, ist der Einfluß der Ausdrucksweise, der sprachlichen Wendungen und Constructionen, wie sie sich in den aus dem Arabischen übertragenen hebräischen Werken finden, so sichtbar, daß ihn kein Unbefangener in Abrede stellen kann. Sehen wir hieraus schon im Allgemeinen die starke Einwirkung des Arabischen auf den Neuhebräismus, so können wir diese noch deutlicher wahrnehmen, wenn wir einen Blick werfen auf die in den philosophischen Schriften gebräuchlichen Kunstwörter. Es sind zwar diejenigen durch Vermittlung des Arabischen in die philosophische Terminologie eingedrungenen Wörter, welche mit Beibehaltung ihrer arabischen Form das Bürgerrecht in der hebräischen Sprache erhielten, gewiß von sehr geringer Anzahl. Ihre Aufnahme in das Hebräische weniger dem Studium der arabischen Literatur als den hebräischen Uebersetzungen arabischer Werke verdankend, konnten sie nicht zahlreich sein, j weil die Uebersctzer *) streng puristisch bei ihrer Ueber-! setzung so viel als möglich nur Wörter aus dem hebräischaramaischen Sprachschätze zu wählen strebten. Bis jetzt fand ich blos folgende arabische Wörter, die meistens mathematische Begriffe bezeichnen: 1) pDN Horizon. 2) s) nO”jn (aus dem. Persischen) geometria; ebenso DIjmQ geometra. 3) Das schon in der rabbinischen Literatur vorkommende nnöN bezeichnet in der philosophischen Terminologie descriptio, conditio rei nach dem Arabischen np^piH welches veritas und descriptio, conditio rei bedeutet. 4) cf. Tibbon l. c. s. v. prvo 5) F. die Behauptung, daß noijn nicht durch Vermittlung der Araber in den Neohebräismus übergegangen sei, sondern eher bei den Juden als bei den Arabern sich finde, scheint mir nicht richtig zu sein. Das Wort findet sich allerdings durch persische Vermittlung bei ' den Rabdinen (cf. Aruch s. v. j-pn und Tr. Chulin p. 43» pnji7>0~/ aber stets ini ) und nie in der Bedeutung geometria, für welchen Begriff schon die Mischnah (Abot 3, 8) niN'nED.) hat. Die neuern jüdijchen Schriftsteller, die das Wort, nach Art der Araber, stets mit o schreiben, und den Begriff geometria damit bezeichnen, entnahmen es gewiß dem Arabischen. Beiläufig bemerke ich, daß Tibbon das arabische nD“Un meistens n’VGtt’n übersetzt. So More 1. Cap. 34, p. 22 t» L. 8 von unten rmaBTin/ orjg. fTo-ün; ebenso übersetzt More Hamore S. 17; ferner Cap. 53, p. 24»* L. 9; Cap. 72, pag. 59 L. 12 hat er zwar D“:r»0 IjW orig. DXnDZJ Dv; fügt aber erklä-