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Israelitische Annalen · 1841-04-23 · Heft 17 (23.4.1841) · p. Seite 133

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 17 (23.4.1841)
Date
1841-04-23
Page
Seite 133 (sequence 5)
Language
German
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lassen, um seiner Mission ein dauerndes Denkmal zu setzen. Als Herr Cr. dies vernahm schrieb er an dieselben: Paris, 7. März 1841. Meine Herren und theueren Glaubensgenossen! Herr Cahen theilte mir einen Brief mit, den Herr Werth aus 8L. Marie aux mines ihm unterm 3. März geschrieben hat. — Ich kann Ihnen nicht ausdrücken, wie sehr der edle Beweis ihrer Achtung, welchen eine Anzahl von Glaubensgenossen im Ober-Rhein mir zu geben beabsichtigt, mich rührt. Ich habe nicht vergessen, daß Sie schon voriges Jahr damit umgingen mir eine Medaille zu überreichen, und nur auf meine dringende Bitte die Ausführung verschoben haben. Sein Sie meiner innigsten Dankbarkeit versichert. Sie alle, die sich so thätig dafür verwendet haben. Erlauben Sie mir aber, als eine besondere Gunst mir auszubitten, daß Sie der betreffenden Sammlung eine wichtigere Bestimmung geben: Sie wissen, daß ich zu Kahira und Alexandrien israelitische Schulen gestiftet habe; diese sind jetzt in voller Thätigkeit. In dem Rundschreiben, das ich an die deutschen Juden aussende, finden Sie einige sehr interessante Angaben, die ich durch das neueste Paketboot erhielt. Sein Sie so gütig, meine Herren, die Summe, welche Sie zur Prägung einer Ehrenmedaille für mich bestimmt hatten, diesen Schulen zuzuwenden. Ich bin allein nicht im Stande die Verpflichtungen, welche ich in Aegypten für die abendländischen Juden übernommen habe, zu erfüllen. Tragen Sie gefälligst durch Ihr Opfer zur Erfüllung meines frommen Versprechens bei. Mit Vergnügen werde ich Ihre Namen in das Register der Schulen zu Alexandrien und Kahira eintragen lassen, welches, dazu dient, das Andenken der Wohlthäter jener Stiftungen zu verewigen, deren glücklicher Erfolg einen unendlichen Einfluß auf das Schicksal der Israeliten, die an der Wiege des Moses wohnen, haben muß. Beehren Sie mich gütigst mit einer geneigten Antwort. Wenn Sie sich bei dieser Stiftung mit betheiligen, erfüllen Sie meinen theuersten Wunsch. Ihre Antwort bewahre ich als ein werthvolles Unterpfand Ihrer Achtung. Ich werde stolz darauf sein, zu vernehmen, daß Sie Ihre Namen in einer so wichtigen Angelegenheit, in einem Werk der Liebe von so schönen Hoffnungen, mit meinem Namen zusammenstellen. Genehmigen Sie rc. Ad. Cremieux. Hierauf ertheilte das betreffende Cornitö folgende Antwort: Ribeauvill«. 18. Marz 1841. Herrn Ad. Cremieux rc. Wir haben Ihr Geehrtes mit lebhafter Theilnahme gMesrn. Wir sind durch die fortwährenden Beweise Ihres Eifers für die Sache der Israeliten von tiefer Bewunderung und Dankbarkeit durchdrungen. Schon M vorigen. Jahre haben Sie, da Sie unsere Schritte, Ihnen unsere Anerkennung darzuthun, erfuhren, alles aufgeboten^ um sich den öffentlichen Aeußerungen unserer Gesinnungen zu entziehen. Wir haben Ihrem dringenden Verlangen nachgeben müssen., aber wie sehr wir uns auch damals zu unserm Bedauern fügten, so haben wir doch nicht das Andenken der großen Aufgabe, die Sie sich gestellt haben, unsere Glaubensbrüder zu Damask dem Henkerbeile zu entreißen, untergehen lassen mögen. Sie haben eine gefahrvolle Reise unternommen, keine Rücksicht konnte Ihren Eifer zurückhalten; Sie haben alles gewagt, um die Unglücklichen zu retten, und die Vorsehung hat Ihrer Hingebung den Erfolg verliehen, den Sie mit so löblichem Eifer erstrebt haben. Das Land, welches sie betreten haben, wird lange von Ihrem, der Geschichte angehörenden Namen widerhallen: Sie haben dort den Samen der europäischen (Zivilisation ausgestreut; Sie haben zu Kahira und Alexandrien für unsere unglücklichen Glaubensgenossen Anstalten errichtet, um die Geisteskräfte, die so viele Jahrhunderte unterdrückt und erschlafft waren, zu wecken und zu entwickeln. Diese großen Leistungen brachten Ihnen Segnungen von Seiten aller israelitischen Gemeinden der Gegenden, welche Sie durchreist haben; überall wurden Sie mit der lebhaften Begeisterung, die Sie erregt hatten,'empfangen; in Italien und Deutschland haben die Israeliten Ihnen gesagt und dargethan, wie sehr sie Ihre edlen Gesinnungen und die Wichtigkeit Ihrer unablässigen Bemühungen, die Israeliten zur socialen Gleichheit zu erheben, zu schätzen wissen. Nur in Frankreich scheinen die Israeliten leider die niederdrückenden Gesetze vergessen zu haben, die auf unfern Vätern unlängst noch lasteten. Ihre edle Selbstverläugnung bleibt fast unbemerkt! Ihr großherziger Sinn wird durch diese Kälte nicht erschüttert. Sie verfolgen ohne Unterlaß das einmal vorgestcckte Ziel Ihrer menschenfreundlichen Mission, die Israeliten überall zu erleuchten und zu beschützen. Ihre Aufmerksamkeit ist gegenwärtig auf die Schulen zu Kahira und Alexandrien gerichtet, auf die Gegend, die Sie so bezeichnend die Wiege des Moses nennen, und Sie verlangen, daß wir die kleine Summe, die wir zusammengebracht haben, um das Andenken Ihrer Reise nach Damask zu verewigen, diesen Stiftungen zuwenden mögen. Ihr unbegrenzter Edelsinn darf nirgend Hindernisse finden; freudig stimmen wir Ihrem schönen Gedanken bei, und willigen darein, den Tribut, den wir Ihrer Menschenliebe zollen wollten, den von Ihnen gegründeten Schulen zu überweisen. Aber den künftigen Generationen muß daran liegen, das Andenken der israelitischen Geschichte des Jahres 1840 zu erhalten. Der Name Cremieux, durch seine Reise nach Damask berühmt geworden, muß auf die entfernteste Nachwelt übergehen, um unfern Nachkommen einst den edeln Wunsch einzuflößen, ihm nachzuahmen. Unser Comitö wird daher noch einmal ernstlich daran gehen,, um seine Aufgabe nicht unvollendet zu lassen; wir bitten Sie, diesem Wunsche nicht entgegen zu sein, und uns zu gestatten, unsere Anerkennung darzulegen, so wie wir hiermit Sie unserer Achtung und vollkommensten Verehrung versichern. Das Comit«: Michel Lcvy, Präsident. L e o n S e e, Secrerair. L. W erth, Wida-l, Bickart.

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