Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 17 (23.4.1841)
- Date
- 1841-04-23
- Page
- Seite 130 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133892--1120-3135334- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
130 Kaum waren die Reisenden in Paris angelangt, als Sir Moses bei'm Englischen Gesandten, Earl of Granville, um eine bei'm König der Franzosen zu erlangende Audienz anhielt, um ihm den Ferm an des Sultans zu überreichen. Diese Audienz ward ihm schon folgenden Tages gewährt. Sir Moses begab sich mit vr. L o e w e um 8'/2 Uhr Abends zu S. M. und ward durch den Earl of Granville vorgestellt. Die ganze Königliche Familie war zugegen. Der König gratulirte Sir Moses, nahm den Ferman von ihm huldreich an, und äußerte sich wohlgefällig über den Erfolg seiner Reise. Auch vr. Loewe hatte die Ehre, der Königl. Familie vorgestellt zu werden. Man mag wohl aus dieser Audienz den Schluß ziehen dürfen, daß der König der Franzosen die Ansicht des Exministers Thiers nicht theilt. f In London ward Sir Moses durch Lord Palmerston der Königin Victoria vorgestellt, um ihr ein (von vr. Loewe geschriebenes) Exemplar des Türkischen Fermans mit einer begleitenden Uebersctzung zu überreichen. Die Königin äußerte sich ebenfalls sehr huldreich, sowohl gegen Sir Moses als vr. Loewe. Von den Israeliten ward dem Sir Moses eine sehr schöne Addresse übergeben. Sie ist eben so herzlich und wahr wie vortrefflich geschrieben. (Der Inhalt ist zu ausgedehnt für den Raum der Annalen). Die äußere Fassung gehört zu den Meisterstücken der kalligraphischey Kunst. Sie hat einen Flächenraum von etwa 3X4 Fuß in einem reich mit Schnitzwerk verzierten Rahmen. Ueber dem Dokument sind die Wappen des Sir Moses mir dem Motto: „1 think and thank,” in beiden Ecken, Helm und Visir des Ritterthums; an den Seiten Verzierungen in Blau und Gold abwechselnd, und die Figuren des Moses und Ahron; in den untern Ecken die Sphinx als Sinnbild für Aegypten, und der Halbmond als Zeichen des ottomanischen Reichs, und dazwischen die Lampe mit Weihrauch, den Geist rer Wahrheit darstellend. — vr. Loewe empfing folgendes Schreiben von der Deputation der britischen Juden: London, IS South Street, f’rinsbury Square, iltlt March 5601. (11. März 1811.) Geehrter Herr! Ich habe das Vergnügen, Ihnen im Aufträge des Comite's die hier angefügte Abschrift eines einstimmig angenommenen Beschlusses der in meiner Wohnung gestern Abend gehaltenen Versammlung der Depurirten zu übersenden. Erlauben Sie mir, Ihnen meine warme Theilnahme an den in diesem Beschlüsse ausgedrückten Gesinnungen noch besonders darzulegen. — Unter den besten Wünschen für ihr Wohlergehen rc. Hananel de Castro, Präsident. Abschrift des rc. Abschlusses vom 10. März Abends. Hananel de Castro, Präsident, hat den Vorsitz. Es wird einstimmig beschlossen, daß dies Comite mit außerordentlicherGenugthuung von dem geehrten Deputirten Sir Moses Montefiore F. R. S. vernommen hat, wie sehr Herr vr. Loewe (welcher ihn auf seiner jüngsten Sendung in's Morgenland begleitet hat) ihm in der Durchführung der Zwecke seiner Mission und in der Erreichung der ruhmreichen Ergebnisse, welche, unter dem Segen der göttlichen Vorsehung so glücklich erzielt worden sind, höchst wesentlichen Beistand geleistet hat;« daß das Comite solche ausgezeichnete Leistungen gerührtcst anerkennt, und dem Herrn vr. Loewe dafür den tiefsten Dank an den Tag legt; daß der Präsident dieses Comite's ersucht werde, dem Hrn. vr. Loewe eine Abschrift obiger Beschlüsse mitzutheilen. Hananel de Castro, Präsident. Unser Freund, Herr Josephs in London, der Veteran der hebräischen Sprache, hat auch dem vr. Loewe ein sehr schönes Berschen gedichtet, welches wir im Zion mittheilewwerden. Herr vr. Loewe ist übrigens bereits wieder in seine früheren Beschäftigungen bei'm Herzog voiMussex eingetreten. Nachträgliches zum Aufsatze : Blick auf den Thalmud. Von I. Reggio. (Schluß.) Allein wäre auch die Entstehung der Mischnah durch die vereinigte Mitwirkung aller dieser Ursachen genugsam erklärt, so ist doch alles dies noch unzulänglich, um die ihr folgende , weit größere und