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Israelitische Annalen · 1841-04-23 · Heft 17 (23.4.1841) · p. Seite 129

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 17 (23.4.1841)
Date
1841-04-23
Page
Seite 129 (sequence 1)
Language
German
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1841 23 April. Nro 17. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Q ft* Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Nachrichten über Sir Moses Montefiore's und seines Begleiters vr. Loewe'S Rückkehr nach England. — Nachträgliches zum Aufsatze: Blick auf den Thalmud. Von I. Reggio. (Schluß). — Die Notbwendigkeit israel. Kleinkinderschulen. Von A. Kobn. — Nachrichten und Eorrespondenzen: Frankreich; Ovejsa; Sautvmysl; Gallizien; Copenbagen. — Literatur. — Anfragen. — Beantwortung. Nachrichten über Sir Moses Montefiore's und seines Begleiters Di-. Loewe 's Rückkehr nach England. Wir haben bereits über die Feierlichkeiten des Empfanges, der den edeln Reisenden in London erwartete, berichtet. Noch bleiben uns einige merkwürdige Tharsachen zu erzählen übrig, welche zum Theil die Geschichte dieser Mission ergänzen. Unsre letzten Berichte über den Fortgang derselben (Nr. 1) waren aus Malta. Eine sehr wichtige Angelegenheit aber fand sich noch in Rom vor. Sir Moses ward nämlich durch drei englische Reisende, ausgezeichnet durch Stand und Ansehen, benachrichtigt, daß man zu Damask in der Kapuzincrkirche einen Stein angebracht hatte, mit der Inschrift: Hier ruhen die Gebeine des von den Juden ermordeten Pater Thomas! — Diese Reisenden sind the Rev. Mr. Marshall, Chaplain to H. B. M. ship Castor Lieutenant Shadwili, 6er Sohn des Vicechancellors von London, und the Rev. Mr. Schlintz in Malta, welche sich während der Anklage in Damask aufhieltcn, mit dem dortigen Gouverneur Schcrif Pascha sprachen, mit den Gefangenen sich unterhielten und sogar alle Familien derselben besuchten; sie sind alle drei wegen ihres edeln Charakters hochgeachtet, zwei derselben sogar als Geistliche sehr verehrt; sie haben die volle Ueberzcugung von der Unschuld der Gefangenen gewonnen und ausgesprochen, und fühlten sich veranlaßt, in ihren außerdem interessanten Briefen an Sir Moses, auch jener Inschrift, eines Denkmals der Lüge, Erwähnung zu thun, deren weitere Folgen allerdings sehr bedenklich schienen. Sir Moses widmete diesem Umstande seine ernste Aufmerksamkeit, und verwendete sich dafür, daß dieses schaudcrkafie Denkmal fortgeschafft werde. Auch dieses gelang ihnrso weit, daß der Cardinal Rivar ola, der Beschützer aller Kapuziner, dem Sir Moses in Gegenwart des Würtembergischen Consuls, Herrn von Kolb, des Herrn Wire und des Dr. Loewe, versprach, die Beseitigung dieser Inschrift zu bewirken. Drei Wochen hielten sich Sir Moses und Dr. Loewe in Rom auf. Sie besuchten die Schulen und fanden die Schüler gut vorbereitet, auch das Handwerks-Institut, dessen Schüler alle Sabbarh eine italienische Predigt hören, und die Synagogen, wo einige Redner sich durch Beredsamkeit auszeichnen. Dr. Loewe machte einige interessante Entdeckungen in alten Handschriften der Vatikanffchen Bibliothek, namentlich copirte er ein sehr schönes Gedicht des Samuel Hannagid und eines von Aben Esra. *) *) Eine Probe davon ist uns bei dem Berichte mit zugegangen. Vielleicht findet sich Gelegenheit, im Zion darüber ausführlicher zu sprechen. D. H.

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