Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 12 (19.3.1841)
- Date
- 1841-03-19
- Page
- Seite 94 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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94 Rapaports Conjectur (in Geigers Zeitschr. n. 134), daß das Wörtchen ausgefallen, und 33 statt 30 zu lesen sei, durchaus nicht befreunden kann, und ich über des Maimonides Geburtsjahr noch immer im Zweifel bin. — (2 Maimonides Commentar zum Thalmud-Tractat Bosch haschschana, in rabbinischer Sprache, kaum 80 Octavseiten stark. Dieses Exemplar, welches ich vom Chacham zu Alexandrien kaufte, und welches wahrscheinlich das einzige noch vorhandene ist, enthält das im □'q-in foi. 66 mitgetheilte Epigraph, wie auch das von Asulai angeführte (siehe die genannte Zeitschrift S. 134 und 514). Vcrmuthlich ist es das Asulai'sche Exemplar. — 3) Mehrere von den Compendien (TliSSSrüO) des Maimonides aus 16 Werken des Galenus. Dieser Compendien erwähnen Abdallatif, Zbn Abi Oßeibaa und die diblioth. philo«, bei Casiri (i. 293), und sie dürfen nicht mit den Aphorismen (^E) verwechselt werden. Zn der Vorrede zu den letzteren spricht sich Maimonides selbst über die verschiedene Beschaffenheit beider Werke deutlich aus. Ueber die sechzehn Werke Galens hat Silv de Saey in seinen Anmerkungen zum Abd- Allatif (p. 491) falsch gerathen; die dort genannten 16 Bücher bilden zusammen nur eins von den 16 Werken. Es ist zu verwundern, daß de Saey, welcher Zbn Abi Oßribaa's Geschichte der Aerzte fleißig benutzte, das sechste Kapitel ganz übersehen hat, wo von den 16 Werken des Golenus, welche die Araber, wie schon vor ihnen die Alexandriner, ihren mcdicinischen Studien zu Grunde legten, ausführlich gehandelt wird. Das Nähere hierüber, wie auch genauere Notizen über die medicinischcn Schriften des Maimonides, welche ich fast alle im arabischen Originale vor mir hatte, werde ich an einem andern Orte mittheilen. — 4) über die Abschnitte des Pentateuchs, arabisch. Der Name des Vers, lautet traditionell Diese Deraschoth sind dieselben, deren im Kore haddoroth erwähnt wird; doch rühren sie keineswegs, wie Conforti und Asulai meinen, und wie die Zuden in Kahira noch jetzt behaupten, von R. David dem Enkel des Maimonides her. Diese Meinung widerlegt sich schon bei'm ersten Anblick aus der entarteten arabischen Sprache und aus der Art wie Maimonides eitirt wird; jeden Zweifel aber hebt eine Stelle im Abschnitt wo als die Zeit der Abfassung das Zahr 1814 der seleuc. Aera (1503 der christl. Zettr.) angegeben wird. Der Name des Rabbeuu David ist noch jetzt bei den Zuden in Kahira, selbst bei den Karäern, sehr populär, seine Deraschoth waren sonst für die ägyptischen Zuden was das lyi? □$?£ für die türkisch-spanischen, und das rCNH für die polnisch-deutschen ist. Zetzt aber sind sie ziemlich in Vergessenheit gekommen; ich konnte nur die beiden ersten Bände (üeresoblth und Schemoth verschaffen, und diese fand ich bei einem Karäer. — 5) Deraschoth für mehrere Feste arab. von demselben Verf. — 6) Commcntare über die Pirke Aboth, arab. von eben demselben, nebst einigen Legenden über Zbn Esra, Maimonides und Andere. Dieser Commentar wird noch jetzt häufig abgeschrieben und an den sechs Sabbathen zwischen Peßach und Schawuoth in den Synagogen gelesen. — Das sind die Ueberreste arabisch-jüdischer Literatur, welche ich während meines kurzen Aufenthaltes in Kahira mit vieler Mühe zusammengebracht habe, und welche, hätte ich sie nicht gerettet, dort sicherlich, wie vieles andere, auf immer verloren gewesen wären. M. Paris. — Der hier privatisirende Linguist, welcher in den höher» Kreisen und an mehreren Instituten unterrichtet, vr. S. Zost (Bruder des Herausgebers der Annalen), Mitglied der Societe Asiatique, der Societe grammaticale u. a. Ges., hat vor Kurzem eine vergleichende Sprachlehre unter dem Titel Granunaire Polyglotte en six langues herausgegeben, welche in mehreren Journalen sich rühmlicher Erwähnung erfreuet. Sie enthält einen Abriß des grammatischen Baues der hebräischen, deutschen, französischen, englischen, italienischen und spanischen Sprache iu ouve; nebst Uebungen für jede besonders. Der Verf. darf es als eine besondere Anerkennung ansehen, daß S. M. der König der Franzoseu die Dedikation angenommen hat, was hier wiederum nur als Beleg dienen mag, wie sehr man von oben herab achtbaren Bestrebungen ohne Unterschied gern Vorschub leistet. Was das Werk selbst betrifft, so dürften gegenwärtige Blätter sich nicht dazu eignen, näher auf den Inhalt einzugehen, und wird dies andern literarischen Instituten Vorbehalten bleiben. Anm. Aus leicht begreiflichen Gründen müssen wir jede weitere Darlegung hierüber ablehnen, und der Verf. selbst ist hiermit, wie schon aus der sehr spät erfolgenden Mittheilung erhellt, einverstanden. Nur als eine literarische Erscheinung und als die Lebensäußerung wissenschaftlicher Thätigkcit eines deutschen Israeliten in Paris gebührt ihr ein Platz in den Annalen, und so haben wir uns es nicht versagen wollen, obige Stelle aus einer Privatmittheilung aufzunehmen. D. H. Amsterdam. — So eben erscheint hier ein Prospectus zu einem großartigen Werke, welches die Aufmerksamkeit in hohem Grade anspricht. Es sollen nämlich die Psalmen in der Ursprache (mit lat. Lettern unter den Noten) nebst einer treuen, nach dem Metrum des Hebräischen bearbeiteten Uebersetzung in deutscher, französischer und niederländischer Sprache, zum Gebrauche für Kirchen und Synagogen, so wie zum Privatgesang, in Musik gesetzt von Antonie Berlin, bei Gebrüder Diederichs vollständig herausgegeben werden. Dieses Werk wird allerdings einigen Aufwand erfordern, es ist um so mehr der Beachtung, sowohl der Freunde einer ernsten Musik, als auch der auf Verbesserung des Kirchen- und Synagogengesanges bedachten Vorstände zu empfehlen. Das erste Heft, den 6ten Psalm enthaltend, ist bereits als Probe ausgegeben, doch soll die Ausführung des Ganzen viel splendider ausfallen *). Anm. Uns ist das erste Heft bereits zugegangen. Wir finden das Unternehmen in der Thal der ernstesten Beachtung werth, und ersuchen Alle, die sich für Kirchengesang interessiren, von diesem Werke Kenntniß zu nehmen, und sich von dessen Nutzen zu überzeugen. Da jedes Heft ein Ganzes bilden soll, so ist schon dadurch selbst denen, die nicht den vollen Kostenaufwand machen möchten, mit einer *) Man subseribirt bei Herrn Z. D. Sauerläüder in Frankfurt a. M. Jedes Heft kostet l/2 Rthlr. pr. Cour.