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Israelitische Annalen · 1841-03-19 · Heft 12 (19.3.1841) · p. Seite 93

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 12 (19.3.1841)
Date
1841-03-19
Page
Seite 93 (sequence 5)
Language
German
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93 erben ein; er vermachte 40,000 oster. Lire zweien seiner Neffen, und einem dritten Neffen vertrieb er eine Sustentation von 6 oster. L. täglich; ferner 20,000 L. der allgemeinen Armen - Commission von Venedig, als festes Kapital zu alljährlicher Vertheilung der Zinsen an Stadtarme; 1000 L. zur Vertheilung durch den Rabbinen an die Armen der Gemeinde, in welcher er starb, und 1000 L. für die Armen des Sprengels, in welchem er gewohnt hatte. Das Gesammtvermögen beträgt etwa 80,000 fl., so daß nach Abzug der Legate der Gemeinde zu Venedig noch über 100,000 Lire übrig bleiben, welche zu wohlthätigen Zwecken verwendet werden sollen; wahrscheinlich um das Armen-Asyl (Hospital), welches der edle und hochherzige Eifer des verehrten Rabbiners Lattes, mein geliebter College (Annalen n. 61), in Anregung gebracht hat, nunmehr ins Werk zu richten. Einen bessern und den Ansichten des Verstorbenen entsprechender» Gebrauch könnte man sicherlich davon nicht machen. Wir glauben nicht, zum Lobe des Ventura noch etwas hinzufügen zu dürfen, da die erzählten Thatsachen besser sprechen als alle Beredsamkeit. Giacobbe Castelfranco war in sehr dürftigen Umständen und lebte von der Unterstützung eines etwa 2 Millionen öfter. Lire reichen Bruders, welcher kinderlos starb, ohne zu testiren. Es gab einen Prozeß abseiten der Erben, in welchem es streitig war, ob Giacobbe der vierte oder der achte Theil dieses Vermögens zufalle; allein kaum hatte er angefangen, ein etwas bequemeres Leben zu genießen, als auch ihn der Tod hinraffte. Kinder hatte er nicht. ,Er gedachte nun vor seinem Hinscheiden seiner vormaligen Leidensbrüder, und verschrieb der Gemeinde seiner Vaterstadt Padua den vierten Theil der ihm zufallenden Erbschaft zur Errichtung einer israelitischen Armenschule. Mögen diese Beispiele edler Menschenliebe nicht ohne Nachahmung auf Erden bleiben, wie sie gewiß im Himmel nicht unbelohnt bleiben. Marco Mortara, Rabb. Paris, 14. Februar 1841. (Schluß.) 5) nvny^X "0 r6xpD Abhandlung über die verbotenen Ehen, der Ote Abschnitt aus dem -©□ mSD des Arztes Iapheth ben Zair (TJJ3 p r®v) Dieser wird ebenfalls im obigem Compendium angeführt (Oter Abschn. Cap. 1), wonach er arabisch -ßü D'Ortas* geheißen, und ein Schüler des Israel Dajan gewesen sein soll, der auch von ihm citirt wird. Ist demnach die Iahresahl bei Geiger (a. a. O. unter Nr. 6) richtig, so lebte er im 14ten Zahrhunderr. Jedenfalls lebte er nicht vor dem 13ten, da er Abraham, den Sohn des Maimonides und dessen Buch Al-kefaja anführt. Mose b. Maimonwird ebenfalls angeführt, und ihm das Prädicat (der Ungläubige) .beigelegt. Don minder bekannten karäischen Schriftstellern werden genannt: Al Raes Abu'lfadhl )2X der Naßi und Chacham Abu Jaakub Al Baßir (-p2D^ D)pr )DN DDrtas*) Jbn Bahcal 6012 pK) und sein Commentar über den Jeremia, Abu Sard (TJ7D )DX) und Abu'lfaradsch ibn Aßad (-jdx px ]Xp"0 :hD^S‘ IDH). Der letzte und wahrscheinlich auch der vorletzte werden in der bereits erwähnten Vorrede bei Schnurrer neben Abu Ali Albaßri genannt. Ein arabisch-samaritanisches Scholion nennt Jbn Aßad den größten Ausleger der Karäer, s. Eichhorn's allgem. Biblioth. B. 10. S. 159; aber die dort ihm beigelegte Umschreibung der Worte n Drij)) findet sich auch bei Iapheth. Vermuthlich ist er auch der im Sepder hakkabaia erwähnte Scheich Abu'lfarasch, der Lehrer desKastilianers Jbn Altaras. — 6) Eine, kleine Abhandlung über die 10 Gebote von R. Joseph Al-kerkeßani. — 1) Gebete für Wochen- und Festtage, worunter zwei starke Octavbände für den Versöhnungstag und dessen Vorabend. — 8) 155 hebräische Gesänge für Sabbathe und Festtage; die meisten sind nach tatarischen Melodien gedichtet, und drei davon (135 — 137) sogar in tatarischer Sprache. Darauf folgt ein Auszug aus dem rarZum sclieoi (zu Esther 1 Vers 2), und dann die Erzählung vom Märtyrthum der Hanna und ihrer sieben Kinder, beides tatarisch. Endlich folgen noch mehrere Gebete und Hymnen, worunter einige rabbanitische, z. B. “pon px für das Purimfest, von R. Jehuda Hallevi; 'npvtfn ^X ebenfalls aus dem spanischen Siddur, und das bekannte ^n;p, sonderbar überschritten: HjIDX npy hv' obgleich es die 13 maimonidischen Glaubenslehren enthält. — Außer den genannten Werken hoffe ich noch eine Abschrift von Japheths 7NLQ "02 zu erhalten, welches ein Karäer zu Kahira besitzt, der es mir aber um keinen Preis überlassen wollte; er hat sich jedoch erboten, es für mich abschreiben zu lassen. Dieses Werk ist hebräisch abgefaßt. — Bei der großen Seltenheit arabisch-karäischer Schriften sind die von mir angekauften ein nicht unbedeutender Gewinn. Dre hiesige Bibliothek besaß dis jetzt überhaupt nur 3 karaische Werke, nämlich nriDDri DCD in 2 Exemplaren, HCQ und T£fyn ICD die beiden letzter» in einem Bande (cod. 61). Das hiesige Eremplar des "l£D erstreckt sich nicht, wie De Rossi meint (Dizzion I. 134), nur über den Pentateuch, sondern über die ganze Bibel. Aus einer Stelle zum Daniel (11, 40) läßt sich die Zeit der Abfassung genau bestimmen; es heißt nämlich dort: Eys nN*"!j "IDD'I onx np^ 0 IjjDH D3:n nipyco n\s* DVDHDl pND Offenbar ist hier die Rede von der Eroberung von Antiochien und Tortosa durch die Kreuzfahrer; da nun der Verfasser von der Eroberung Jerusalems noch nichts weiß, so kann er dieß nur im Jahr 1098 geschrieben haben, oder vor Juli 1099. Ich habe aus Aegypten auch einige schätzbare rabbanitische Werke mitgebracht, und zwar 1) die größere Hälfte von Maimonides Mischnah-Commentaren, arabisch in 2 Bänden, von denen der eine Seder Naschim enthält, der andere die zweite Hälfte von Seder dtesikio, und vollständig Seder Kodaschiin und Seder Toharoth. Am Ende des letztern findet sich die bekannte Unterschrift -q nti’Q ÜX ID) p20 und hier, wie in allen hebräischen und arabischen Manuskripten, die ich in Paris und Orford vor Augen gehabt, liest man rültf p ’JNV so daß ich mich mit

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