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Israelitische Annalen · 1841-03-12 · Heft 11 (12.3.1841) · p. Seite 86

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 11 (12.3.1841)
Date
1841-03-12
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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86 Wahrheiten im Geringsten lehren zu wollen, Zahlenbeispiele ausgestellt hätte. Zweitens findet Herr L. meine aus den mathematischen Rechnungen herausgefundene Zahl 72, auf die sich A. E. bezieht, mcht genau genug; aber ich selbst sagte ja, daß die Summe der ganzen Zahlen, die in den Theilen des Zirkels enthalten find Ti betragen; und vermuthlich Kat A. E. die Helligkeit der Zahl Ti, die ihre seltene Eigenheit nicht genau, und die der 15, die die ihre nur im Quadrat zeigt, eben darum der der Zahl 10, welche ihre wunderbaren Eigenschaften sowohl genau als in der Wurzel zum Vorscheine bringt, untergeordnet und in einem Nebensatze beigefügt. — Drittens endlich weigert *) sich Herr L. meiner Erklärung des Ausdruckes -pj? beizustimmen, indem er es „Verhältnis (rapporto) überträgt; setzt man aber dafür „in etwas enthalten sein," so wird dieser Styl des so gründlichen Mathematikes als gürndlichen Sprachkenners eben nicht unwürdig sein; denn 1 ist wohl in 10 enthalten, aber nicht umgekehrt, und im Hebräischen wird der ^x -py nie anders als vom Kleinen zum Größern gebraucht. Ueberdieß kann ein Satz in obgedachter Stelle im Commentare (Exod. in. 14) zur Unterstützung meiner Behauptung bienen, ohne welche sie unverständlich sein würde, denn es heißt dort: „daß der Kubik einer beliebigen Zahl, welche kleiner ist als 5, in dem Quadrate dieser Zahl, somit dem Quadrate ihres Zwiefachen so enthalten sei, als diese Zahl in 5, und umgekehrt, wenn die angenommene Zahl größer ist als 5, das beißt (nach meiner Erklärung) dann ist die Summe der Quadrate in dem Kubik so enthalten als 5 in der angenommenen Zahl. (Schluß folgt.) Nachrichten und Correspondenzen. Auszug aus einem Schreiben aus St. Petersburg an einen Freund in Baiern. (Aus Würzburg eingesandt.) St. Petersburg den */m Febr. 1841. Ich freue mich, mit Ihnen nach langer, langer Zeit wieder in Verbindung zu treten, und Ihre eifrige Mitwirkung in einer großen und heiligen Sache ansprechen zu können. Seit 4 Wocken bin ich in St. Petersburg im Aufträge der Regierung, um die Pläne derselben in Bezug auf eine geistige, moralische und bürgerliche Verbesserung der Juden zu vernehmen und zu bewundern. An zwei Millionen, die iy einem von uns Deutschen nie geahndeten Elend schmachten, sollen emancipirt werben; so lautet das Wort Seiner Majestät des Kaisers und Herrn; aber nur um den Preis einer moralischen und geistigen Durchbildung wird dieses Geschenk verabreicht. 200 Schulen, Land-Bürger- und höhere Schulen mit Gouvernementslehrern, Oberlehrern rc. sollen nun gegründet und eröffnet werden, und die Iugend, die aus diesen Schulen kömmt, soll ohne Beschränkung alle Bürgerrechte erhalten. Es ist das ein großer und hochherziger Gedanke; nicht ungebildetes Volk soll diese Kaisergabe erhalten, nicht Gebildete nach diesem Rechte schmachten'; nein, um Cultur Emancipation, um Menschenbildung auch Menschenrecht. Allein die Männer fehlen, denen diese Anstalten vertraut werben sollen; Rußland hat sie nicht, Deutschland soll sie liefern. Männer, die sich dazu berufen fühlen, bitte und fordere ich auf, an dieses große und heilige Werk Hand zu legen. Als Staatsdiener angestellt, vom Staate besoldet, gegen eine blinde Opposition durch ihn geschützt, erwartet sie eine Zukunft, wie sie sie in Deutschland nicht-finden werden. So groß auch die Zahl immer sein mag, so verschieden auch die individuellen Bildungsstufen sein mögen; hier wird ein Jeder volle Beschäftigung haben rc. *) Diese Behauptung hat Herr L. im.Zion N. 7 zurücknommen, und erklärt sich hierin mit Herrn E. unter rühmender Anerkennung seiner Fähigkeiten in der Mathematik völlig einverstanden. D. H. Paris, 14. Februar 1841. (Fortsetzung.) — Den vielgepriesenen Alfajjumi wählt Iaphelh vorzugsweise zur Zielscheibe seiner Polemik; doch thut er dies nur da, wo es sich um bestimmte Dogmen handelt, und besonders im Pentateuch. In den anderen Büchern fehlt es nicht an heftigen Ausfällen gegen die Rabbaniten im Allgemeinen, so wie gegen Mohammedaner und Christen. Manche prophetisch-allegorische Rebe deutet er kühn auf die Spaltung zwischen Rabbaniten und Karäern, wo z. B. im Hohenliede die Worte in -nnj und manche andere Verse. Die -p-j im Ps. 119 sind ihm die ächten Karäer, und es findet sich in der Einleitung zu diesem Psalm eine Stelle, die mir in mehrfacher Beziehung merkwürdig scheint. Ich finde darin Spuren von inneren Spaltungen in der Secte der Karaiten, und von solchen Gliedern, die, nicht zufrieden mit der Verwerfung der rabbinischen Satzungen, auch die Fesseln der sich daran knüpfenden strengen Moral von sich abwarfen, und sogar einer fremden Lehre huldigten. Sich und seine kleine Schaar stellt Iaphelh hier als fromme Dulder dar, die dem Spotte der Juden und der fremden Völker bloß gestellt, im tiefsten Elende lebten. Ich setze Ihnen die ganze Stelle hieher; der Verfasser geht hier, wie in andern ähnlichen Stellen, in seinem frommen Eifer aus der profanen arabischen Sprache in die heilige hebräische über.*) Dann fährt er arabisch fort: „Was den Ort betrifft, wo sie sich befinden, so ist wahrscheinlich der größte Theil in Jerusalem; nur Wenige von ihnen sind im Lande des Exils zerstreut, das sind die sechzig Helden (Salomens)." — So viel vorläufig über Iaphelh; ich kann hier unmöglich alles Interessante hervorhebcn, welches sich in diesen Commentaren befindet. Wenn es Ihnen aber genehm ist, so kann ich Ihnen einige Auszüge in hebräischer Uebersetzung für die Zeitschrift Zion mitlheilefi. Ändere von mir angekauste karäischeManuscriptesind folgende: 1) „Arabische Uedersetzung des Pentateuchs; sie ist mit wenigen Abweichungen dieselbe, welche Iaphelh seinen Commenlaren vorausschickt. Weit entfernt von der Saadjanischen Eleganz, hat sie doch Manches mit der von Saadja gemein, das man bis jetzt als Eigenthümlichkeit der letzteren angesehen hat; z. B. 'die Uebersetzung der meisten Städte- und Ländernamen in neuere bekannte, und die eigenthümliche Anwendung mancher arabischer Wörter, namentlich des Wortes rn P1rrm für das hebr. onD* — 2) nXDlpö Einleitungen zu den Abschnitten des Pentateuchs vondem Arzte R. Samuel ben Mose ben Ieschuah, aus dem Mahgreb herstammend xsnn bxw ^run ODnn 'TI 'TD ■’in.ioSx ]/: nw 't 'ns p y: rwo 't 'td p Sie sind aus Vorträgen entstanden, welche der Vf. ein Jahr lang jeden Sabbath über den vorzulesenden Abschnitt hielt. Das Ganze dient als Einleitung zu dem Pentateuch-Commentar, welchen derselbe Autor in Form von Fragen und Antworten (ÜX^X^ r6x*DD^>X pnLD verfaßte, und von welchem mir in Kahira nur' ein kleines Fragment zu ßereschitii zu Gesichte kam. Was die Mokaddauiath betrifft, so besteht eine jede aus zwei Theilen, von denen der erste homiletisch, der zweite liturgisch genannt werden kann. In jenem wird der Inhalt der Parascha summarisch auseinandersetzt, und manche erbauliche Betrachtung daran geknüpft; der zweite, welcher dem Lesen der Parascha unmittelbar vorangeht, beginnt mit einer Anzahl *) Wir lassen diese lange Tirade aus, weil sie höchstens eine Slylprobe abgäbe. Er nennt darin vorzugsweise "p"i zunächst alle Karaiten, welche den rabbinischen Vorschriften ihr Vertrauen entzogen haben, aber insbesondere die zugleich den Lebensgenüssen, welchen ein Theil der nicht gehörig erleuchteten Karaiten nachhängen, gänzlich entsagen und um Zion's Fall trauernd, obwohl von diesen Weltleutcn angefeindet, dennoch bei ihrem einfachen und demuthsvollen Wandel bleiben, und nur mit Studium des Gesetzes und mit Gebet ihre Tage verbringen. ~ I.

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