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Israelitische Annalen · 1841-03-12 · Heft 11 (12.3.1841) · p. Seite 85

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 11 (12.3.1841)
Date
1841-03-12
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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85 gewiß ohne Verschulden der Herren M. und Cr., leider mit der heiligen Sache von Damaskus getrieben har, ist es möglich, daß der Beobachter der israel. Zustande jenen ruhmredigen Unsinn in irgend einer Zeitung gefunden, denn er selbst war zur Zeit nicht mehr in Aegypten. — Es handelte sich ganz einfach um eine über die Schulkinder zu übende Aufsicht in Bezug auf Hygeine und Reinlichkeit, wozu sich Clot-Bey von selbst erbot, und wenn ich nicht irre, so kam auch die Idee von ihm; so daß Herr Cremicux dem in der That höchst achtungswüürdigen und gelehrten vr. B runn e,r keinen Vorzug zu geben hatte. Ueber die Resultate des Herrn Luzzato in den israelitischen Annalen von 1840. Nr. 8. *) Von I Eichenbaum. Odessa, 10. Febr. 1811. Erst vor einigen Tagen ^ekani ich die Annalen verflossenen Jahres zu lesen und fand darin mit Erstaunen, daß Herr L. statt meiner Erläuterung der dunkeln Stelle im Aden Esra großmüthig beizustimmen, wie ich es von ihm als Wahrheitsfrcund erwartet hatte, in derselben Blößen zu entdecken, und der seinigen, die er mit Beharrlichkeit vetheidigt, den Vorzug zu erringen sich bestrebt. Da ich ohnedieß noch manches, was sich mir nachher in jener Stelle offenbarte und welches als Stütze und Ergänzung des von mir schon Vorhergesagten dienen kann, hinzuzufügen habe, so siehe ich mich verpflichtet, folgendes der Oeffcntlichkeit mitzutheilen, und ich erkläre hiermit, daß ich diesen Gegenstand nun als gänzlich erschöpft betrachte nnd durch nichts mich werde bewegen lassen, darüber ferner zu sprechen. Jeder, der nur einigermaßen mit Aufmerksamkeit die Schriften des verewigten A. E. gelesen hat, wird wohl genugsam eingesehen haben, baß dieselben voll Schreibefehler sind, die von den Abschreibern herrühren, welche den Sinn des tiefdenkenden und die Kürze liebenden A. E. wegen seiner Tiefe und Präcision nicht verstanden und entweder aus Unwissenheit oder wohl gar aus vermeinter Berichtigung mehreres verfälscht haben. Man darf daher bei'm Lesen dieser Schriften nicht auf die Einzelnheiten der vorliegenden *) Wir haben diesen Aufsatz nicht wegen seines polemischen Inhaltes, sondern insbesondere wegen des Aufschlusses, den Herr Eichenbaum hier zum Verstänbniß des Aden Esra ertheilt, ausgenommen, halten aber nun» mehr die Sache für erledigt, zumal Herr Luzzato selbst, obgleich seine eigne Ansicht nicht ganz aufgebend, doch freimüthig genug und mit seltener Selbstverläugnung nachträglich dem Hrn. Eichenbaum in einem wichtigen Punkte beigepflichtet hat. Vergl. Zion Nr. 7. D. H. Form des Tertes achten, sondern je nachdem der augenscheinliche Sinn, der aus irgend einer Stelle hervorleuchtet, manchen oder manche Buchstaben, ja sogar ganze Wörter zusetzen, ausstreichen, verändern, besonders wenn die erftercn wegen Aehulichkcit mit andern leicht zu verwechseln sind, und wenn bei den letzteren man auf die Spur gekommen, die auf Entstehung des Irrthums erklärlich leitet. Nach diesem vorläufigen Eingänge, den viele mit Recht als zu bekannt und also für überflüssig ansehen werden, welchen dennoch ich vorauszuschicken für nöthig halte, wollen wir die Resultate des Herrn Luzzato in Bezug auf die fragliche Stelle genau prüfen. Die ersten zwei Vorzüge, die Herr Luzzato seiner Interpretation vor der meinigen giedt, wegen zwei kleiner unbedeutenden Berichtigungen, die ich gemacht habe, fallen nach dem Ebengesagten von selbst weg; um so mehr, da deren noch mehre und zwar bedeutendere von mir in dieser Stelle gemacht worden sind, die Herr L. mit Stillschweigen übergebt; Beweis genug, daß er dergleichen auch wohl leiden mag. — Den Dritten kann ich nicht zugeben, da ySjj mit vollem Recht „dessen jede Seite" übersetzt werden darf. Meine Uebertragung des Nin TJ'JO, welche Hr. L. verwirft, weil dasselbe noch neun Mahl in demselben Kapitel vorkommt und niemals diesen Sinn hat, ist eben auf eine Stelle dieses Kapitels gegründet *), denn darin kömmt es nur einmal mit dieser Verbindung vor, nämlich wo das "i&’iO unmöglich eine Bedingung bedeuten kann, sondern so wie hier „weil," oder am besten „so wie daß cs" übersetzt werden muß; in den übrigen acht Stellen aber folgt auf das -liyjo immer ein Zeitwort, und bloß in diesem Falle bedeutet es eine Bedingung, hiermit ist dem vierten Vorzüge des Herrn L. alle Kraft benommen. Jetzt wollen wir auf die Einwendungen, die Herr L. meiner Erklärung macht, kommen. Erstens klagt Herr L. über die lange Parenthese, die ich in einem Satze dieser Stelle voraussetze, was ihm unwahrscheinlich ist, weil zu Anfänge p Sy steht; aber außerdem, daß bei dem verewigten vieles umfassenden Schriftsteller, der dem Andrange seiner Gedankenfülle nicht widerstehen konnte ober nicht wollte, die Voraussetzung, daß er die Parenthese gern gebrauchte, meines Erachtens ein wichtiger Schlüssel sei, womit man den Eingang in manche sonst unverständliche Stelle seiner Schriften finden könne; treffen wir denselben Satz ohne die beiden Mittelsätze auch in seinem Eommentare (Exodus in. 14), folglich sind augenscheinlich diese letzten hier eingeschoben worden, weil sie aus dem ersten Thcile des Hauptsatzes hervorgehen und auf Eigenschaften der heiligen Zahlen 15 und 72 führen, und das zu Anfang stehende p ^jy zeugt eher dafür als dawider; da es hingegen sehr unwahrschein, lich ist zu sagen, daß A. E., der hier der mathematischen Wahrheiten sich nur als Mittel zu höheren Zwecken bedient, und mit Sachkundigen davon als bekannt spricht, ohne jene *) Auch im mnH im Abschnitte über die Buchstaben ist diese Stelle wiederholt. Anm. d. Vf. £

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