Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1841-03-12 · Heft 11 (12.3.1841) · p. Seite 84

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 11 (12.3.1841)
Date
1841-03-12
Page
Seite 84 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/3133765-3133874-3133886--1068-3135276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

84 Kalender war sogar der 26te der Neumondstag.*) Die Abnahme der Secte in Kahira, wo früher ihr Hauptsitz war, erklärt sich vielleicht aus dem Uebertritte eines großen Theiles derselben zu den Rabbaniten; noch jetzt kennt man in Kahira einige bedeutende rabbinische Familien, die von Karaern abstammen. Doch hat, wie es scheint, auch der Islam im ganzen Orient viele Karaer an sich gezogen. Schon um's Jahr 560 der Hedschra schreibt Samuel ben Jehuda ben Abbas in seiner Schmähschrift gegen die Juden, von welcher ich hier ein Fragment entdeckt habe **), daß die Karäer größtentheils nach und nach zum Islam übcrgctreten seien, so daß nur ein sehr geringer Theil von ihnen übrig bleibe, da sie nämlich von den Absurditäten der rabbanitischen Lehrer unangetastet, für den Islam viel empfänglicher seien. Jndeß war die Gemeinde zu Kahira um jene Zeit noch sehr blühend; gleichzeitig mit Maimonides und dessen Sohne Ibrahim lebten dort mehrere gelehrte Karaer, die unter den Arabern als Aerzte berühmt geworden sind, und die Jbn Abi Oßeibaa mit vielem Lobe nennt. Abulbajan ben Almodaww ar 1:«) auch Al- *) Die Karaer legen auf diese Bestimmung der Neumonde ein so großes Gewicht, daß sie in ihre Ehekontrakte folgende Worte schreiben: rbzm pnn cn^y Ijnni rann mip -p-n nnen 2^2) nbv 2^2 vw DnfiHpen ” njno nx □ nswn &npö ^2 :rüE2 •fehpn px2 2,2xn nx’-soi hth bv **) Cod. St. Gerinain des Pi'e Nr. 214. — Al - Samaul den Jehuda, welcher in derMbliotil. pliiws. bei Casiri (I, 440) und nach derselben bei Abulsaradsch (bist dynast. p. 408) erwähnt wird, ist kein anderer als der entartete Cohn des Je du da ben Abbas (Taclikemoni cap. 3), Sein arabischer Name lautet vollständig Abu - Naßr Al Samaul ben 2ahja ben Abbas. Sein Vater hieß eigentlich p^X p rmrP '2, nannte sich aber arabisch 2X22;2 xp2^X 12X* Dieses sagt uns Samuel in einer von ihm selbst geschriebenen Relation seiner Bekehrung zum Islam, ebenfalls in der genannten Handschrift. Wir erfahren hier noch andere interessante Details über seine Erziehung. Er war, wie er sagt, schon früh von den Wahrheiten des Islams durchdrungen, wollte aber lange Zeit, aus Schonung gegen seinen Vater nicht öffentlich übertreten, bis ihn endlich ein sonderbarer Traum dazu bewog. Nach einer Note, welche ich im Orient (Nr. 8 des vorigen Jahres) mitgetheilt habe, ist dieser Samuel vermuthlich auch der Verfasser einer Widerlegungsschrift gegen das Buch Ehosari. Sadid (thd^x) genannt, blühte unter den letzten ägyptischen Chalifen und noch später unter Saladin. Von diesem erhielt er, als er sich im Alter zur Ruhe setzte, eine monatliche Pension von 24 Dinaren, deren er zwanzig Jahre lang genoß, bis er in einem Alter von 83 Jahren (580 der Hedschra) starb. Ferner waren berühmt Abulbaracat ben Schaath a xrw p nx2i2^>x 12X) und sein Sohn Sa!d Al-Daula Abulfadschr Ciiübx 12X r6r£x tj/d); endlich Alsadid ben Abi'lbajan, der Freund und College des Jbn Abi Oßeibaa, welcher seine Namen und Titel folgendermaßen angiebt: ■pti'bx p tix” ^H'cbx 12X p-6x thd bs'xe&x aon^x ^2X P ^\X“IDX IPS^X 12X ]2 JXE^D jX^X 2X X"ip ■’^xidx pX2E px fXB^D 2^^x Außer den Angeführten, welche ausdrücklich als Karäer (x-ip) bezeichnet werden, befinden sich vielleicht noch manche andere Karäer unter den von Jbn Abi Oßribar erwähnten Juden.—Später, zur ZeirMakrisi's hatten die Karäer zu Kahira noch zwei Synagogen, von denen die eine schlechthin pxip^x rio'OD, die andere ^ed px hdee genannt wird. Jetzt ist die kleine Gemeinde sehr verarmt, und steht in intellectueller Beziehung noch weit mehr zurück, als die rabbanitischen Juden. Ich Hoffe, daß die neue Schule auch für die bejammcrnswerthcn Ueberrefte der Karacr nicht ohne Nutzen sein wird. In einer nach Herrn Cremieux's Abreise gehaltenen Sitzung des Comite's, in welcher ich den von mir entworfenen Unterrichtsplan vorlegte, brachte ich auch eiucn Beschluß in Vorschlag, vermöge dessen die Kinder der Karäer in die Schule ausgenommen werden sollten. Ich fand anfangs den heftigsten Widerstand; doch wurde der Vorschlag nach einer langen und lebhaften Discusfion endlich angenommen, und es verdient bemerkt zu werden, daß der alte ehrwürdige Chacham Mose Joseph Algasi, der auf meine Bitte hcrbeigerufen wurde, den Vorschlag auf's Nachdrücklichste unterstützte. Schon, früher hatten 5odcr6 Karäerknaben, die von rabbanilischen onE^E gehaltenen und nunmehr aufgehobenen Privatschulen besucht. Noch ein Wort über den Aufsatz in der Didaskalia. Es ist dort von Sanitäts-Anstalten die Rede, die Herr Cremieux für seine GsauöenLgenossen gegen die Pest errichtete. Bei dem Unwesen, welches die Publicität,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.