Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 10 (5.3.1841)
- Date
- 1841-03-05
- Page
- Seite 77 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133885--1060-3135267- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
11 Handschrift des oij-^N PEO, in der vom- Karäer Mordechai (Not. Car. P. 115) angeführten Stelle, roiPNjp; richtiger wäre 'HjlNPjP der Nehawender, von der Stadt N e h a w e n d im persischen Irak). *) — Auch lernen wir einen Abu Am ran Al-tiflißi Od^EP^N jioöJJ 12*0 kennen, als das Haupt einer karäischen Parthei, welche die astronomische Kalenderberechnung annahm, jedoch mit Verwerfung der nvPP- Von Saadia werden außer den polemischen Digressionen in seinen Commentaren, drei besondere antikaräische Schriften genannt, nämlich pjp^y PP^NONPO (Widerlegungsschrift gegen Anan), POP^N 2NPD Buch der Prüfung) und mpND p 'by ~nblS‘ 3NTC (Widerlegungsschrift gegen bcn Sakuje). Die zweite Schrift citirt auch Jakob den Rüben im 8epller lumseller unter dem Titel Pftn PCD/ und bei Mose ben Esra heißt sie hebräisch JPDOP PCD- Dukes und Zunz (Geigers Zeitschr. iv. 387) sind im Jrrthum, wenn sie sie für identisch halten mit der Widerlegungsschrift gegen ben Sakuje; es ist nämlich in der von Dukes (M. B. Esra, S. 5) angeführten Stelle, dem Worte VPlDlti'PD die Partikel i vorzusetzcn. Eine Stelle des Japhcth, in welcher beide Schriften neben einander Vorkommen, kann jeden Zweifel hierüber heben, j in einer langen Digresston zu Exo». 12, 1 finden sich fo>-! gende Worte, die ich Ihnen im Original mittheilen muß:! pp wd;n“i pp^n ■© n-tn qx) d.v -jxPD || DKP jNNiTiSP PPKD 'P' DT^N POKP bsC 'C N:>'D\S‘ |j *»c pd üPdp ko h-d: kspkp pvd d^dp irrno^s* || 'El PC^K '»P^K rOP^K DKPD ’•£') P^KPD PPD j •pPpND P llbx PDNPD „Eben so müssen wir auch! von dem Neumonde sprechen, obgleich wir bereits bei Genes.! 1, 13 ausführlich davon gehandelt haben; zumal da auch! der Präses der Akademie (Saadia) hier in ähnlicher Weise j davon spricht, wie im Abschnitte veresotütli, in dem von! ihm verfaßten Buche der Prüfung, und in seiner j Widerlegungsschrift gegen Ben Sakuje." —Das Hauptwerk des Saadia gegen die Karaiten scheint das f'DpbK DKPD gewesen zu sein, aus welchem Japheth gelegentlich manche Fragmente mittheilt. (Forts, folgt.) Gallizische Zustände. (Aus Ungarn im Jan.) | Obwohl längere Zeit entfernt von meinem Geburtslande, > folge ich dennoch mit lebhafter Theilnahmc dem Gange der Bildung daselbst, dem freilich eine etwas stärkere Bewegung zu wünschen wäre. Noch aber ist die rechte Mittelstraße nicht gefunden, vielmehr steht der Obscurantismus der j Wunderthäter, welche das Volk ganz und gar in ihrer Gewalt haben, der kleinen Parthei, die sich einige bessere Kenntnisse erworben haben, schroff gegenüber. ' Jene ver¬ *) Für ganz zuverlässig halte ich dies noch nicht. Denn in dem Gebete für die Seelen der Verstorbenen, welches doch wohl möglichst richtig sein sollld> findet sich ebenfalls ipzixn und im Verzeichniß der Druckfehler keine Bemerkung. Der Jrrthum müßte denn bei den Karaiten schon sehr alt sein. In der Reihenfolge ist er der Dritte, nämlich: Saul, Anan, Benjamin, Salomon, Joseph Kerkesani, — wie es scheint chronologisch. I. folgend und wo sie können, Gewalt übend; diese lächelnd, oder auch wohl spottend und höhnend, nicht aber mit ihrem Lichte leuchtend und belehrend. Einzelne Ausnahmen wollen noch nichts sagen. Wie nun da ein Verständniß erfolgen solle, gehört zu den Problemen der nächsten Zeit. Wahrscheinlich entwickelt sich aus dem Kampfe irgend eine geistige Bewegung, in welcher beide Theile ihre Befriedigung oder doch wenigstens einen edlern Stoff zu ihren Bestrebungen finden. So wie jetzt die Sachen stehen, befinden sich beide Partheien im Unrecht: die Finsterlinge, weil sie selbst die heilige Schrift außer Augen lassen, und sich der Willkühr einzelner Gaukler gefangen geben, die offenbar lediglich ihrem Eigennutze und ihrer Herrschsucht fröhnen; die Erleuchteten, wie sie sich nennen, indem sie mit jenen eine Sprache reden, die sie gar nicht verstehen können, ihnen Begriffe verhalten, die sie nicht fassen, und dasjenige als Wahnsinn verschreien, was sie als Mittel zur Heiligung betrachten. Was thun die Wenigen, welche die Verhältnisse wohl begreifen, ohne in sich die Macht zu fühlen, dem Uebel abzuhelfen? Sie fügen sich der Finsterniß und machen alle die Lächerlichkeiten mit, während sie im Stillen sich ihrer bessern Einsicht freuen. Je weiter diese Art von heuchelnder Fügsamkeit um sich greift, desto mehr erkennt man daraus den gewaltigen Einstuß jener schlauen Gottmeuschen, welche angeblich immerfort irr höher» Sphären sich drehen, mit Gott und Engeln Umgang pstegen, und mit ihrem Worte die Schicksale der nie, dern Erdbewohner regeln, während diese ihnen angenehme und reichliche Opfer spenden. Ja wäre unter diesen Häuptern mehr Einigkeit, sie würden das geringere Volk dahin bewegen können, jede Spur von Geistesthätigkeit zu vertilgen, und wäre es auch nur durch handgreifliche Thaten ausführbar. Denn von der Keckheit der so verleiteten Anhänger der Wundermänner hat man kaum eine Vorstellung. Sie sind blind'e Werkzeuge in deren Händen, und zu allem bereit und fähig; Schmach und Strafe aus der Hand der Gerechtigkeit sogar erträgt jeder gern als ein unschätzbares Märtprerthum. Noch das verwichene Jahr hat davon klare Beweise geliefert. Von dieser Seite betrachtet kann von oben herab durch Zwangs - Einführung guter Elementarbildung vieles geschehen, und wir haben gegründete Hoffnung, daß hohe Regierung sich der Zustände mit Kraft annehmen werde. Aller Widerstand verschwindet allmählich, wenn die Anstalten erst einmal da sind, und die heranreifende Jugend durch bessere Kenntnisse einige Geschicklichkeit zum Betriebe eines edeln Gewerbes das Beispiel giebt, wie dies zu einem schöner» Glücke führe, als die in Lumpen gehüllte müßige Träumerei. Auch kommt dann bald die Leitung in die Hände praktisch tüchtiger Männer. So lange aber dies nicht ins Leben tritt, haben diejenigen, welche auf Privatwegen zur Erkenntniß gelangt sind, die ernste Aufgabe, zum allgemeinen Wohl hinzuwirken. Dies geschieht freilich nicht durch Bekämpfung der Rcligionssätze der andern Parthei, oder durch Verbreitung