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Israelitische Annalen · 1841-01-26 · Heft 9 (26.1.1841) · p. Seite 70

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 9 (26.1.1841)
Date
1841-01-26
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 ehedem üblich war, um so mehr, weil sein klarer Geist hiezu die schönsten Hoffnungen zeigte. Nach gewonnener Vorbereitung in den rabbinisch-thalmudischen Fächern, bezog er in seinem 18ten Lebensjahre die damalige Thalmud- Schule zu Karlsruhe, wo er nebenbei die humanistischen Studien in dem dortigen Lycäum betrieb. Später besuchte er die Universitäten zu München und zu Tübingen, wo ihn die kritischen Vorlesungen über den Pentateuch, auf seine eigenthümlichen Forschungen über die Bedeutung von Jehova und Elohim brachte, und zugleich das Streben in ihm rege wurde, aus den dunkeln Tiefen der Symbolik den Grundstein für seine Hypothesen herauf zu wälzen, und die Etymologie in der Weise Nork's zu Hülfe zu nehmen, wie dieß Alles aus jener Schrift hervorleuchtet. Diese Behandlungsweife seines Gegenstandes finden wir in seiner zweiten Schrift: „Form und Wesen des Pentateuchs," bis gegen das Ende hin fortlaufend, bis er sich endlich dort das düstere Dickicht seines eingcschlsgegencn Pfades erwehrte, indem er einen lichten Ausgang auf das Feld der Geheimlchre entdeckte, dem er nun zueilte. Es führte ihn nämlich die eingeschlagene Untersuchung über die verschiedene Manifestation Gottes in der heiligen Geschichte, wie er sie mit verschiedenen Ausdrucksweisen bezeichnet gefunden haben wollte, auf diejenigen Schriften, die hierüber, mit Selbstvertrauen und Autorität beglückt, das Wort der Gewißheit führen. Der “inT war natürlich das erste Buch, das er nun aufzuschlagen hatte, dieß führte ihn weiter auf die Forschung über die Aechtheit dieses Buches selbst, und er war so glücklich, die symbolischen Spiele gegen den kritischen Ernst auf immer zu vertauschen. Da durch die Lilrenthal'schen Mittheilungen über die Münchner Hofbibliothek der literarischen Welt die Schätze der dortigen Manuskripte offenbart wurden, ward es seinem Herzen das Dringendste, hier seine Forschungen sortzusetzen, und er reis'te deßhalb im Jahre 1838, trotz seiner fortwährenden Kränklichkeit und der drückendsten Armuth, blos von der Königl. Würtembergischcw Regierung, auf Verwenden der Köuigl. Israel. Oberkirchenbehörde, hochherzig unterstützt, nach München, wo er in dortiger Bibliothek reichliche Auszüge gemacht und seine Forschungen fortgesetzt hat. Bei all diesen, seinem Berufsstudium fernliegenden Beschäftigungen, vernachlässigte er dasselbe durchaus nicht, und bestand im Frühjahre 1830 seine Prüfung als Rabbinats-Candidat mit sehr gutem Erfolge. Er lebte nun abwechselnd, thcils hier, theils in Stuttgart und München, bis er im August 1840 von der K. Ober-Kirchenbehörde als Rabbinatsverweser auf das Bezirksrabbinat Braunsbach berufen wurde. Hier aber unterlag sein allzusehr geschwächter Körper; krank verließ er im November seine Stelle, kehrte in die Heimath zu den Seinigen zurück, die ihn mit Liebe aufnahmen, ward noch auf seinem Krankenlager von der K. Israelit. Oberkirchenbehörde mit gewöhnter Munificenz unterstützt, bis er nach , einigen. Monaten der schmerzlichsten Leiden sein trauriges aber thätiges Leben beschloß. Seine hinterlassenen Schriften, theils Auszüge aus den noch unedirten Manuskripten der Münchner Hofbibliothek, theils sich daraus ergebende eigene Forschungen, (letztere in deutscher Sprache) sind, wie mir's scheint, für die jüdische Literatur von, bedeutendem Werth. So enthalten sie unter andern: 1) Auszüge aus dem ächten unedirten pw rvnvü ^b n-pu,> -©ö by tms Beweise für die Aechtheit. —Ein Eitat, wo CH die des -p^p unter dessen Namen anführt; (wodurch letzterer aus dem 8ten in das 7te Jahrhundert iijnnnn zurückgesetzt würde.) — Eine neue Erklärung der rnNO des ->Hp. — 2) Auszüge aus einem noch unedirten od: '□ apr nw “ibd by ww»B derselbe erscheint hier, als jüngerer Zeitgenosse des dt— Aus demselben wird die Zeit des ij-in "n^s* genauer bestimmt und bedeutend später, als von Rapaport gesetzt. — Mehrere Berichtigungen des — 3) Völlige Umgestaltung der Genealogie der □'UE© aus Lucca, nämlich die des jpn nttfD 'l u. a. nt. Geschichte der Kabbala. 4) Vom Buche rrViP an dis zum -prc und über des Letztem wahrscheinlichen Verfasser. 5) Vom bis zum -ini — wahrscheinlicher Verfasser jener des K212H/ nehmljch, jener: ■ «'•BJ^K'QK DmSN 'T Es folgen noch weitere Abhandlungen: 6) Ueber die verloren geglaubte ■nfcm und 7) über -nriTi *m und dessen Verfasser. — Endlich: 8) über einzelne Häupter der alten kabbalistischen Schule, wie npn i poi i lEjp-i u. a. Es liegen über 50 Bogen Handschrift vor^und da die mißlichen Vermögensverhältnisse des Verstorbenen das möglichst beste Honorar zu erzielen nothwcndig machen, so werden hiermit die etwaigen Verlagsliebhaber ersucht, hierüber ein angemessenes Angebot zu thun, wie dieß bereits schon von einem jüdischen Gelehrten mit einer bedeutenden Summe geschehen ist. Schließlich muß noch bemerkt werden, daß die bekannte Biederkeit und Wahrheitsliebe des Verstorbenen, so wie dessen erprobte Sachkenntniß, die streng diplomatische Genauigkeit der Auszüge verbürgen können. — Bloch. Aus der Provinz Hanau in Kurhessen. Bergen, den 12. Februar. 1841. — Es wird Ihnen hoffentlich nicht unangenehm sein, wenn Sie von dem Zustande des israelitischen Schulwesens in hiesiger Provinz einige Kunde erhalten, und werden Sie daher gegenwärtigen Zeilen nicht ungern ein Plätzchen in Ihrem geschätzten Blatte einräumcn! — Vor etwa sechs Jahren lag das israel. Schulwesen in hiesiger Provinz im Allgemeinen ziemlich noch im Argen. Die Jugend besuchte, in Gemäßheit höchster Verordnung vom 30. December 1823', die christliche Ortsschule; der Religionsunterricht aber war, mit wenigen Ausnahmen, ihres Faches meistens nur dürftig kundigen Subjekten anver-

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