Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 9 (26.1.1841)
- Date
- 1841-01-26
- Page
- Seite 67 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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07 junge Männer dort ihre Bildung suchen, und daß Gemeinden sich bewogen finden werden, ihre künftigen Volkslehrer, mit Stipendien versehen, ebendahin zu senden. Dazu fordert der Redner im Verfolge seines Vorrrags Einzelne und Gesammtheiten auf, und gewiß mit Erfolg. Haben ja doch so viele die bloße Idee einer sogenannten Fakultät, deren eigentliches Wesen sie nur sehr unbestimmt auffaßten, sofort mit Begeisterung ausgenommen, und gern ihre Beiträge im Voraus zugesagt, obwohl es jedem Sachkenner einleuchtete, daß die vorherige Betheiligung aller Welt an einem Institute, das, in Beziehung auf Grundsätze und auf Oertlichkeit, unüberfteigliche Schwierigkeiten antreffen mußte, wohl gar der Willkühr der Anmaßung anheim fallen konnte, und somit schwerlich dem Zweck entsprechen würde. Ein Institut der Art muß sich aus sich selbst entwickeln, aber es bedarf der Pflege und des Beistandes, wenn es sich ausdehnen und an innerer Kraft gewinnen soll. — Nachdem nun das Werk in's Leben getreten ist, wird dies alles leicht, die Meinungsverschiedenheiten betreffen nicht mehr die Prinzipien, und die Berathungen der Unberufenen sind völlig überflüssig. Das Urtheil hat sich nur an dem Vorhandenen zu üben, und die Nützlichkeit desselben zu erhöhen. Der Plan, wie er jetzt vorliegt, ist einfach und zweckmäßig. Die Dauer des Seminar-Unterrichts wird auf etwa 3 — 4 Jahre berechnet. Der Unterricht erstreckt sich über die wichtigsten Schuldisciplinen und die hebräische Grammatik nebst den rabbinischen Religionsquellen; spätere Semester werden auch Logik, Pädagogik, Jüdische Geschichte, homiletische Hebungen rc. aufnehmen. Ungern vermissen wir die lateinische Sprache, nachdem Herr vr. Z u n z in dem beigefügten Entwürfe, sub Nr. 24 ihr mit so richtigem praktischen Blicke das Wort geredet hat. In Berlin wird ohnehin diese Sprache so allegemein getrieben, und gehört so sehr zum Ingrediens einer klassischen Bildung, daß man sich vergeblich sträuben wird, sie einzuführen. Nicht bloß die äußerlichen Rücksichten, welche in dem bezeichneten § 24 angegeben sind, fordern diesen Unterrichlsgegenstand, sondern auch die mit der Methode des lateinischen Unterrichts zugleich zu gewinnende Richtung des Geschmackes und der feiner« Sprachbildung der Schüler, denen es gerade in diesen Beziehungen am meisten zu fehlen pflegt, und welche einzig und allein durch den mündlichen Unterricht geregelt wird. Es giebt eine große Anzahl von Lehrern, welche einen hohen Grad von gelehrten Kenntnissen, die alten Sprachen nicht ausgenommen, sich auf Privatwegen erworben haben,- und dennoch giebt jeder Satz, den sie aussprechen, durch Accent und Quantität sogleich zu erkennen, wer seine Bildung sich selbst und wer sie der klassischen Schute verdankt. Ein Seminar für bloße Elemenrarlehrer hat freilich nicht nöthig, die klassischen Studien zu beachten, allein die jüdischen Volkslehrer müssen durch diese erst eine bestimmtere Richtung erhalten; auch wird mehr von ihnen gefordert, als von gewöhnlichen Landschullehrern. Man sollte daher nichts Wesentliches auslaffen. Was die jüdische Geschichte betrifft, so sehen wir keinen Grund zur Verschiebung derselben auf spätere Curse; sie sollte gleich anfangs in t hat sächlich er Beziehung durchgenommen werden, später pragmatisch. Der Gegenstand ist in Betreff des künftigen Volksunterrichts höchst wichtig, und wird wohl schwerlich in einem Jahre genügend gelehrt werden können. (Schluß folgt.) Literarische Erörterungen. Gegen einige Bemerkungen des Herrn vr. Carmolv. Lemberg, December 1340. Vor kurzem erhielt ich Nr. 47 der Annalen, und ersah daraus, daß Herr vr. Carmoly über eine in der Literargeschichte wichtige Familie aus einer poetischen Sammlung Aufschlüsse ertheilt. Leider muß ich befürchten, daß auch hier sich das S^lüchwort bewährt, „das Beste am Gedicht ist die Erdichtung." Mindestens sind folgende Einwendungen gegen die Angaben sehr beachtenswerth. 1) Dem Schalscheleth ist zu viel Vertrauen geschenkt worden. Schon das Citat aus *>2 Anfang 11 wo der David I. genannt sein soll, ist völlig unrichtig, wie jeder Nachsehen kann. Dagegen wird er in Hilch. Trephot. 39 oft citirk; nur ist dies nicht der Sohn Gedalja's, denn der starb schon 1390. In § 26 wird mit ihm Joseph Chajun zugleich genannt, welcher die Verfolgung in Portugal 1496 erlebt hat. Es ist vielmehr der Vater des Tam, und lebte noch 1503 in hohem Alter. Elia Misrachi bezeichnet ihn, § 39, als Greis. Er ist der Verfasser des D'HID;’ und i£Hpn ✓ptP 2) Was den Gedalja Nr. 9 betrifft, über welchen Nr. 33 der Annalen der oberflächliche Morpurgo zurechtgewiesen wird, so möchte ich noch hinzusetzen, daß der Verf. 9*