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Israelitische Annalen · 1841-02-12 · Heft 7 (12.2.1841) · p. Seite 52

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 7 (12.2.1841)
Date
1841-02-12
Page
Seite 52 (sequence 4)
Language
German
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52 beleuchten und benutzen werden. 6) Daher die ganze Entdeckung noch einer besondern Forschung bedarf. 7) Selbst wenn alles sich so verhält, kann Sangari kein Karait sein, denn 8) die Sccte der Karaiten war erst damals im Entstehen. 8) Ihre ganze ältere Geschichte ist nur erdichtet. 10) In der Geschichte der Chasaren ist ihrer gar nicht erwähnt. 11) Eine wichtige Frage ist, wann und wie die Karaiten nach der Krimm gekommen seien? Diese Untersuchung führt den Verfasser auf eine nähere Erörterung der zerstreuten Nachrichten über die zehn Stämme, so wie über eine große Menge geographischer Angaben, nach welchen man deren Spuren weiter verfolgen könne; ein reicher Schatz von Bemerkungen, welche hier §§ 12—38 mit vieler Gelehrsamkeit ausgelegt sind. Wir möchten die Resultate nicht anerkennen, werdenaber bei der Geschichte der Karaiten, die wir gegenwärtig bearbeiten, sie näher erwägen und kritisch zu beleuchten suchen. Zum Schluß bemerkt Herr Rapaport, daß die Nachricht über die Leichensteine von einem voreiligen Scribenten mit fehlerhafter Abschrift nach Deutschland gesandt worden sei. Dies kann den Annalen nicht gelten, da wir unsre gewiß sehr achtbare Quelle angegeben haben, der gerügte Fehler auch sich nicht darin findet. (So eben empfangen wir neue direkte Mittheilungen aus der Krimm. S. Nr. 8.) 18) Eine Untersuchung des Herrn Weisse über den Commentar zur Chronik, welcher dem Raschi zugeschrieben worden; sehr viele lehrreiche Notizen enthaltend. 19) Auszüge aus einem größern Schreiben des Herrn Reggio über mehrere Zwistigkeiten einer Gemeinde, eine Ermahnung zum Frieden; ausgezeichnet schöner Styl. 20) Noch einige Bemerkungen desselben zur Erläuterung seiner auch durch unsere Annalen bekannten Ansichten über die Psalmen. Der Umfang unsrer Blätter gestattet uns nicht, den großen Schatz dieser Sammlung recht erkennbar darzustellen; wir müssen uns mit diesen Andeutungetl begnügen, auf Einzelnes noch zurückzukommen uns vorbehaltend. Nicht nur wünschen wir dieser Sammlung eine recht weite Verbreitung, sondern auch ein recht langes Fortbestehen, und eine fernere Vereinigung aller zerstreuten Kräfte auf dem Gebiete der Kritik. Wie wir vernehmen, soll nur noch der 6te Band folgen und somit dies Werk geschlossen werden. Vielleicht beginnt dann eine neue Folge, und es soll uns freuen, wenn sich dazu Aufmunterung findet, und einzelne Divergenzen der Ansichten keinen der tüchtigen Arbeiter abhalten, seine Rebe in den Weingarten zu pflanzen! Dann aber hätten wir auch den Wunsch, daß das Werk als ein wahres Denkmal des gegenwärtigen Standpunktes der Wissenschaft bloß auf dem Gebiete der Wissenschaft verbleibe, und keine Inschriften aufnehme, welche lediglich Persönlichkeiten zum Zwecke haben, deren Inhalt keinen andern außer den Betheiligten interessirt, und deren leidenschaftlicher Ausdruck gemeinhin an und für sich der hebräisch en Sprache Gewalt anthut, die als eine rein geistige sich nicht mehr in die unerquicklichen Streitigkeiten ihrer späten abendländischen Kinder fügen mag, und als eine heilige gewiß ungern zu einem Zwecke gemißdraucht wird, welcher diesem Charakter nicht zusagt. — Der Raum aber, welchen diese unnützen, und oft selbst die schönsten Seiten des Buches mit einer häßlichen Schrift bedeckenden Floskeln einnehmen, könnte weit edler zu höhern theologischen Fragen benutzt werden, aus welchen unsre studirende Jugend von den Koryphäen unsrer Literatur lerne, wie sie außer der Aufsuchung einzelner Wörter und Varianten und kleiner Fehler in ältern Schriften, auch in die Tiefen der Religionslehre und alter Weisheit eindringen könne, und wie die Lehre vor neuen Mißverständnissen zu schützen und eingewurzelte Irrthümcr zu vertilgen seien! Nachrichten und Correspondenzen. Marseille. — (Aus einer Privatmittheilung, nach einer sehr starken (§rpectoration über die von einigen Legislaturen Deutschlands den Israeliten eingeräumten kleinen Concessionen, die mit andern Beschränkungen seltsam contrastiren, wie z. B. die Zulassung zum Militärdienst und die Ausschließung von den weit untergeordneten Diensten eines Flurschützen, die Anerkennung hoher Leistungen berühmter Aerzte, und deren Ausschließung von Physikaten rc.) — Wie anders sieht es in Marseille (und versteht sich, in ganz Frankreich) aus? Das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz wird mit der strengsten Consequenz durchgeführt. Die Protestanten und Juden sind um Beisteuer zur Besoldung ihrer Elementarlehrer eingekommen. Letztere sind zahlreicher als erstere, somit erhielten diese 500, jene 1200 Frs. —Ein armer Iudenknabe, den ein Comite in Marseille in einer zweckmäßigen Industrie-Schule erziehen ließ, hat sich dem Grabstichel gewidmet, und dies Jahr die goldene Medaille erlangt. Der Stadtrath, auf Ansuchen der jüdischen Gemeinde hat ihm 1300 Frs. auf 3 Jahre bewilligt, um sich in Italien und andern Ländern noch weiter zu vervollkommnen. Er wird zuerst nach Mailand zu Fesi gehen, dem berühmtesten jetzt lebenden Kupferstecher, der ebenfalls Jude ist. Dieser vollendet jetzt eine Copie eines Rafaelschen Tableau's, welches er bereits für 100,000 Frs. nach Paris verkauft hat. Als ich in Air war, fand bei Gelegenheit der Eröffnung und Eidesleistung der Gerichtshöfe ein großes Bankett statt. Der Präsident des israel. Consistoriums zu Marseille ward dazu vom pi-oeureur keneral besonders eingeladcn, und da er absagen ließ, schrieb ihm derselbe noch einmal, bemerkend, ob cs ihm denn kein Vergnügen mache, der Aufnahme und Eidesleistung eines jüdischen kroeureur du roi beizuwohnen? Darauf fand er sich ein. Merkwürdig ist in diesem fanatischen Lande, daß in einer und derselben Straße eine katholische, eine griechische und eine lutherische Kirche und eine Synagoge stehen. Der Gottesdienst in der Synagoge ist hier weit ansprechender, herzlicher; die Gebräuche zum Theil anders als in Deutschland. Der Grand kabbln, Herr Cahen, (welcher sich einst 4 Jahre in Frankfurt a. M. aufgehalten hat) angesehen und beliebt. Die Israeliten zu Marseille vergeben ihrer Religion nichts. In diesem Augenblicke trägt das Conststorium, un-

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