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Israelitische Annalen · 1841-02-12 · Heft 7 (12.2.1841) · p. Seite 51

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 7 (12.2.1841)
Date
1841-02-12
Page
Seite 51 (sequence 3)
Language
German
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noch mehr irre und in ihrem Zutrauen zum Collegium schwankend gemacht werden? Es scheint demnach, daß wenigstens für die religiöse Hebung des Volkes in der nächsten Zeit von dieser Schule nicht viel zu erwarten wäre. (Schluß folgt.) Neue Leistungen der kritischen Schule. (Schluß.) 15) Geschichte des Begräbnisses I. Perl's, nebst einigen erfreulichen Notizen über das treffliche Wirken des wackern Sohnes, Herrn M. Perl, welcher jetzt die Schule zu Tarnopol dirigirt, und ganz in des Vaters Geist arbeitet.— Gewiß hätte jeder für eine übersichtliche Schilderung des Lebens und Wirkens I. Perl's dem Herrn Rapaport gedankt. Aber dies ganz außer Acht lassend, ergießt sich der Vers, ausführlich über die Zeitschriften, welche böslichen Absichten der Unwissenden, die sich voreilig zum Schreiben herbeidrängen, leicht Zugang gewähren, und kann nicht Worte genug finden, um seine bittern Empfindungen auszudrücken. Abgesehen nun von der Verunzierung eines so trefflichen Buches mit solchen ungewählten und ungeeigneten Phrasen, die höchstens in die Vorrede paßten, wo der Herausgeber eine ähnliche Sprache führt, hätten wir (denn die Sache geht uns direct an) hoffen dürfen, daß nach den' verschiedenen Artikeln unsrer Annalen, und besonders nach den durch Privatcorrespondenzen gegebenen Aufklärungen, entweder letztere mit erwähnt, ober vergessene Dinge nicht wieder hervorgesucht würden. Was wir in den Annalen der Aufnahme werthfanden, haben wir reiflich erwogen, und oft genug haben wir das, was Persönlichkeiten zu verletzen schien, abgcwiesen; auch wenn wider unser Vorwissen solches sich einschlich, es sofort anerkannt und nachträglich berichtigt. Wir können daher, im Vertrauen auf unsere strenge Gewissenhaftigkeit, selbst einen Tadel gegen die Redaktion mit Ruhe hinnehmen, zumal da wir es der Gerechtigkeit gemäß finden, daß manches Urtheil eines Sachkundigen andern Sachkundigen nicht zusagt. Nur das möchten wir nicht gelten lassen, daß ehrenrührige Schmähungen gegen solche Mitarbeiter ausgestoßen werden, die durch umfassende und tiefe Kenntnisse eben so sehr wie durch Reinheil des Strebens und Festigkeit des Charakters uns werth und schätzbar sind. Die Wahrheit muß sich selbst rechtfertigen, und wäre ein Irrthum oder ein Mißgriff im Urtheile eines sonst achtbaren Mannes vorgekommen, so enthüllt er sich, ohne daß eine so leidenschaftliche, die Ehre und die Gerechtigkeit verletzende Rede nöthig wäre. Doppelt aber zeigt sich die Aufregung unbillig, wenn sie fordert, wie es S. 168 u. 169 geschieht, daß die öffentlichen Organe kein selbst ganz wahres tadelndes Urtheil über einzelne Leistungen verdienstvoller Männer aufnehmen sollten, weil dies der Anerkennung der Verdienste schade! — Weit eher hätten wir beigepflichtet, wenn die Forderung dahin gestellt worden wäre, aufblühende tüchtige Talente nicht durch vorzeitige Verketzerungen zu entmuthigen, zumal ein bloßer Irrthum hierin leicht die Folge hat, den hoffnungsvollen jungen Männern jeden Wirkungskreis und selbst die vermeintliche Bekehrung abzuschneiden! Die schon berühmten Charaktere verlieren nichts durch Aufdeckung einzelner Fehler; die heranreifende jugendliche Lebenskraft aber wird, namentlich wenn man sie desUebermuths verdächtigt, wo sie bestehende Irrungen bekämpft, zu ihrem und der Welt Nachtheil gar oft durch falschen Eifer erdrückt. In diesem Sinne ist den öffentlichen Organen, wie den Männern, die einiges Ansehen genießen, allerdings Vorsicht anzuempfehlen! —Doch genug hievon! Was ein R. schreibt, erscheint uns nicht gleichgültig, und wir bezeigen ihm unsere Achtung, indem wir wider unsre Gewohnheit darauf eingehen, jedoch freilich mit dem Wunsche, daß bei etwaigen Mißbilligungen fernerhin die Gränzen beobachtet werden mögen, welche nicht bloß die billige Rücksicht auf öffentliches Wirken überhaupt, sondern auch die unbestochene Wahrheitsliebe vorschreibt.*) — Wir hoffen, daß Herr R. nicht wieder auf diesen Gegenstand zurückkommen werde, obwohl dies noch 169 verheißen wird. Er hat uns wahrlich viel interessantere Forschungen mitzutheilen, nach welchen wir uns immer sehnen? — 16) Wir wenden uns von diesem unerfreulichen Schreiben, um mit demselben Vf. uns nochmals in eine gelehrte Untersuchung zu versenken, welche wir schon für ziemlich erschöpft hielten, und an welcher wir hier noch einige neue Seiten wahrnehmen. Es ist dies die vielbesprochene Mischna in Edujoth I. 5. 6. Herr R. entwickelt hier mit dem ihm eigenen Scharfblick den Zustand und das Verfahren der alten Gelchrtenschulen in Palästina auf eine Weise, welche die Studien und die damaligen Streitigkeiten in ein Helles Licht stellt. Das Ganze bildet eine weitläufige Abhandlung, I welche, den Studirenden von ungemeinem Nutzen sein kann. j Wir wagen es nicht, einzelne Resultate daraus zu ziehen, sie muß in ihrem Zusammenhänge durchgenommen werden. 17) Derselbe Gelehrte untersucht die Nachrichten über die bei Tschufutkalä gefundenen Leichensteine, worüber wir Annalen 1840. 23 und 25 berichtet haben. Er bemerkt 1) erst seit dem 7ten Jahrhundert des 5ten Jahrtausends findet sich eine Spur des Zählens nach Erschaffung derWclt; dadurch wird schon die Angabe verdächtige '-) auf Leichensteinen zeigt sich aus jener Zeit keine Spur eines Gebrauchs der Buchstaben als Zahlen. 3) Die Andeutung & und pe war damals ganz unbekannt. 4) Ist eine Wanderung des Isaak Sangari aus dem fernen Lande der Cbasaren nach der Krimm höchst unwahrscheinlich; 5) was noch mehr sich bestätigt aus dem Verhältnisse der Krimm zu diesem Reiche, die Herr R. hier mit vieler Umsicht erörtert; manche merkwürdige Notiz hinzufügend, die wir an einem andern Orte *) Einen uns von dem Correspondenten selbst zur Abwehr zugegangcnen Artikel halten wir nach obiger Erörterung nicht weiter für nöthig. D. H. >7*

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