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Israelitische Annalen · 1841-02-05 · Heft 6 (5.2.1841) · p. Seite 45

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 6 (5.2.1841)
Date
1841-02-05
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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45 Ansicht von dem später» Schluß des Kanons richtig ist, kann allerdings wie bisher die Stelle auf die Sad d u cä er bezogen werden, deren Lehrsätze alsdann vor diesem Schlüsse bekannt waren. Nur der Punkt, welcher den Namen Gottes betrifft, scheint mehr für Geiger's Hypothese zu sprechen. — Um die Lehrsätze der Samaritaner und ihren Zwiespalt zu kennen, bedarf es ebenfalls nickt gerade der arabischen Quellen, so lange wir einheimische vor uns haben. Als solche betrachten wir die gelehrten Arbeiten der Karäer, denn auch sie sind sehr eifersüchtig darauf. Fremdes von sich zu weisen, und beten nicht leicht den Arabern nach. Nun giebt Juda Hadassi (im 12ten Jahrh.) in seinem Werke Eschkol lmccopher 97, eine ziemlich genaue Schilderung der Lehrsätze der Samaritaner, deren eine Secte Chusan, die andere Dostan heiße; letztere leugnen die Auferstehung. (Derselbe nennt N. 98 eine Anzahl der Werke, aus denen er die Grundsätze und Ansichten der verschiedenen Secten geschöpft hat.) Ja es scheint fast, als ob diese Secte damals noch existirte. Der Gegenstand bedarf daher noch einer genauer» Untersuchung. Auf jeden Fall ist die von Herrn vr. Geiger hier mit einer sehr sinnreichen Combination verbundene Anregung sehr dankenswerth. — Uebrigens werden wir bald über die S a in a r i t a n e r noch M e r kwürdiges mittheilen. 7— 12. Correspondenz des Herrn Slonimski mit Herrn Reggio über unser Kalenderwesen. Ersterer bereits rühmlichst bekannt durch astronomische Werke, insbesondere auch durch eine Schrift über die Halley'schen Co meten (Annalen 1840 Seite 144, wo die Druckfehler im Namen des Verfassers und des Titels zu berichtigen) weist unwiderleglich nach, daß die Einrichtung unsers Kalenderwesens, weit entfernt, der uralten Tradition anzugehören, vielmehr augenscheinlich spatern Ursprungs ist, und Jrrlhümer enthalte, welche nach einer Reihe von Jahren die Festtage ganz aus der gesetzlichen Zeit Hinausrücken werde. Reggio erkennt nach mehreren Einwendungen die Richtigkeit der Darstellung Slonimski's an, — wie denn seine Rechnungen jeden Widerspruch von selbst unmöglich machen, — hält es aber für unräthlich, jetzt eine Veränderung zu beantragen, da offenbar nicht alle Israeliten auf dem Erdenrund sich zu einer so gemeinsamen Maßregel gegen das Herkommen verstehen würben, und es besser sei, daß die Gleichmäßigkeit selbst in dereinstiger Unrichtigkeit der Festeszeiten beibehalten werde, als daß man durch Einführung einer richtiger» Rechnung ein Schisma herbei führe, wie solches in der christlichen Kirche durch die Aenderung des Kalenders entstanden sei. Die nähere Auseinandersetzung der Nachweisungen des Slonimski finden wir für die Annalen zu umständlich. Es wäre gut, daß dies Thema von einem Sachkenner vollständig auch in deutscher Sprache bearbeitet würde. Die Sache ist für Wissenschaft und Leben von der höchsten Wichtigkeit, nicht bloß an und für sich, sondern auch zum liefern Eindringen in die Tradition überhaupt. 14) Lebcnsgeschichte des R. Asarja de' Rossi von vr. Zunz. Ein unschätzbarer Beitrag zur Literaturkunde des 16ten Jahrhunderts, methodisch und mit der sorgfältigsten Genauigkeit durchgeführt. — auch in einem klaren Styl geschrieben. Nach einer Aufführung der bekannten Männer aus dieser Familie, wird die Lebensgeschichte dieses Kritikers durchgegangen, der sich kein schöneres Denkmal wünschen konnte. Sie hat wenig Veränderungen und Schicksale, aber es knüpfen sich an dieselbe mannichfache Ereignisse, als die Verbrennung der rabdinischen Schriften auf Befehl Pabstes Julius in., die Vertreibung der Juden auf Befehl Pabstes Pius V., das große Erdbeben 1570. und außerdem Erinnerungen an eine große Anzahl Gelehrte jener Zeit, welches hier alles in gedrängter Kürze zur Uebersicht gebracht wird. Den Mittelpunkt der ganzen Abhandlung bilden das berühmte kritische Werk Meor Enajim, verfaßt 1571—73. und die übrigen Schriften des A. Weder sein Geburtsnoch sein Sterbejahr sind genau bekannt; ersteres fällt um 1513 —14, letzteres vermuthlich vor 1587 (s. unten.) Nun wirb jenes Hauptwerk analysirt. Hebräische handschriftliche seltene Quellen finden sich in demselben genannt 55, die hier aufgeführt werden. Hierauf zeigt der Biograph die Belesenheit des Asarja in externer Literatur, worin auch Andere ihm schon vorangegangen waren, obwohl er alle Vorgänger übertraf, und besonders mit Kritik las, wie hier (S. 140) 'sehr schön entwickelt wird. Sehr interessant sind die anfangs gegen das Werk erhobenen Beschwerden Seitens vieler Eifrer, deren Einige sogar den Bann darüber aussprachen, andere dasselbe auch späterhin den Schülern streng untersagten. Noch interessanter aber ist, daß andere aus dem Werke, ohne ihren Autor zu nennen, Stücke stahlen und ihre Schriften damit bereicherten. Z. giebt ein hübsches Verzeichniß der Art (143) aus dem Schalscheleth, und andere Nachweisungen (144), so wie insbesondere noch von Eiferern, die nebenher bas Werk als Quelle benutzten, oder bei andern Gelegenheiten es wieder in Schutz nahmen. Größer ist die Zahl derer, die dem Verfasser Gerechtigkeit widerfahren ließen, von denen hier ein ansehnliches Verzeichniß folgt. Die Fehler des Werkes werden hier (S. 149) ebenfalls nachgewiesen. Dann folgen die Ausgaben und deren Werth, wobei sehr, interessante bibliographische Notizen: endlich Nachrichten über die andern Schriften. Zum Schluß des Ganzen folgt ein Verzeichniß der für die Literatur wichtigen Zeitgenossen mit den dazu gehörigen Notizen. Zu dieser vortrefflichen Arbeit, welche auf 30 Octavseiten eine ganze reichhaltige Literaturepoche vorführt, giebt Rapaport als Anhang noch einige Nachträge. 1) eine kurze Nachricht über den beiZ. erwähnten Amatus Lusitanus. welcher in der Heilkunde sich auszeichnete; 2) einen merkwürdigen Nachweis, baß R. Asarjah wahrscheinlich im I. 157? Ende, gestorben ist. Leo bi Modena erzählt nämlich in seiner Lebensbeschreibung. Hdsckr. bei Luzzato. er habe, gleich dem R. Asarjah, Verse auf seinen baldigen Tod gemacht. Das Distichon gleicht genau einem andern, welches auf R. A's Grabstein, von ibm selbst verfaßt, gestanden haben soll, wie Luzzato aus andern Quellen berichtet. Somit ist wohl dessen Inhalt zuverlässig. 3) Nock eine Quelle, die Z. übersehen hat; und noch einige ergänzende Bemerkungen. (Schluß folgt.)

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