Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 6 (5.2.1841)
- Date
- 1841-02-05
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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44 wort, die Fürwörter und die häufiger vorkommenden Formen der Hauptwörter, vorzüglich in Berücksichtigung der Trennung und Verbindung i-©:) werden eingeübt. Die biblische Geschichte, welche zugleich als deutsches Lesebuch gebraucht wird, dient zur Anknüpfung der Religionslehre, welche mit Ausnahme der Hauptlehren aus der Glaubens- und Pflichtenlehre, noch immer nicht im eigentlichen Katechismus streng systematisch gelehrt werden darf. Wir sind der Meinung, daß dahin gestrebt werden müsse, baß das Kind die Lehren des Religionsbuches als Resultat des durch Lesen der Bibel und biblischen Geschichte mehr historisch und innerlich, nicht allein aus den znsammcngedrückten Rahmen des Katechismus dogmatisch aufzunehmen gewöhnt werde. Deßhalb glauben wir, daß Letzterm eine größere Kennlniß der biblischen Geschichte und namentlich eine durch längere Zeit angehörte mündliche Darlegung der Hauplmoment des Glaubens von Seiten des Lehrers vorangehcn müsse. 6. Die dritte und obere Hauplklaffe hätte mit der Uebersetzung der'Gebete und des Pentateuchs der Ordnung nach zu beginnen, wobei die bereits gelehrten Stücke wiederholt werden, und von dem 10. bis zum zurückgelegten 13. Jahre, also in drei fahren alle eigentlichen Gebetstücke des gewöhnlichen Sidburs, so wie den ganzen Pentateuch, mit Ausnahme der Opfergesetze und einiger andern Stücke, deren Bezeichnung nicht nöthig ist, zu vollenden. Dabei wird die grammatische Lehre von den Zeit- und Hauptwörtern zu Ende zu führen sein und die übrigen Redetheile, wenigstens ihrer äußern Form nach, durchgenommen werden müssen. Da aber die Mädchen auf dem Lande, sowohl im Elementarfache, Manches, wie den größten Theil der Geographie, Geschichte und Naturgeschichte, als im Religionsfache die Sprachlehre und Uebersetzung des Pentateuchs nicht zu lernen haben, so wird dem Wunsche und dem Bedürfnisse besonders armer Mütter auf dem Lande, die Mädchen nach zurückgelegtem 12. Jahre schon aus der Werktagsschule entlassen zu sehen, entsprochen werden können. Damit aber die Kräfte des Lehrers nicht allzu sehr zersplittert werben, und Knaben und Mädchen so viel als möglich zusammen den Unterricht genießen können, so möchte bis zum 12. Jahre weniger Zeit auf die Uebersetzung des Pentateuchs zu verwenden, dagegen die Uebersetzung der Gebete zu vollenden und vom 12. bis zum 13. Jahre mit den Knaben keine Gebete mehr zu übersetzen und alle Zeit für die Uebersetzung des Pentateuchs zu benutzen sein *). Mit dem Gesänge wird jeden Morgen die Schule zu eröffnen und jeden Abend zu schließen, und mit einem Gebete Vormittags zu schließen und Nachmittags zu eröffnen sein. Auch Hebräischschreiben muß getrieben werden; *) Bei der fluctuirenden Verschiedenheit des Alters kann dies dem Uebel nicht abhelfen. Besser wäre eine Scheidung der Beschäftigungen nach dem Geschlechte. doch blos nach Vorlegeblättern als stille Uebung, ohne daß der Lehrer besondere Zeit darauf verwende. Wie ist nun nach den angegebenen Grundzügen eine Lehrordnung und Stundeneintheilung für die israelitischen Schulen der Pfalz auf's Beste und Zweckmäßigste einzurichten? Eine solche thut bei uns durchaus Noth, da auf der einen Seite dem Lehrer, welcher allein Alles zu leisten hat, ein bestimmtes. Regulativ in die Hände gegeben werden muß, damit auch kein Augenblick verloren gehe, andrerseits nur auf diese Weise die so sehr nöthige Einheit erzielt werden kann. Die Zeit ist kurz, die Arbeit groß; darum bitten wir praktische Schulmänner, ihre deßfallstgen Ansichten und Erfahrungen in diesen Blättern niederlegen zu wollen. Neue Leistungen der kritischen Schule. (Fortsetzung.) Das sechste Schreiben ist von Dr. Geiger, noch aus Berlin, vom Oct. 1839. Es enthält eine Ankündigung des damals ruiter der Presse befindlichen Melo Chopimajim mit Angabe des Inhaltes, dessen Bearbeitung zur Zeit als Entschuldigung diene, daß nur einige kleine Notizen hier erfolgen. Interessant finden wir zunächst die Bemerkung, „daß A. E. im Sepliat Jether §. 1 eine unter den Moslemen über die Wiederbelebung der vom Abraham bei'm Bundesschluß zerschnittenen Vögel (Koran n. 260) allgemein herrschende Sage irrigerweise für eine jüdische halte, während in keiner jüdischen Quelle von einer Wiederbelebung die Rede sei!" In der That müssen wir hier genügende Nachforschung voraussetzen. Ader doch halten wir es nicht für überflüssig, nachzuweisen, daß der Karait Ahron b. Joseph zu Gen. XV. 9 im Mibchar ebenfalls diese Deutung kennt und als eine ältere, jedoch ungegründete, welche von denen herrühre, die diese ganze Thatsache materiell nehmen, (die Karäer halten das Ganze für ein prophetisches Gesicht) erwähnt; es müssen also schon Commenlaloren vor ihm, vielleicht schon Anan, die Sage gekannt haben, und es läßt sich nicht gut denken, baß alle sie nur von den Moslemen angenommen hätten, während es immer wahrscheinlicher ist, daß (wie G. ja selbst bewiesen hat) Muhammed aus den jüdischen Quellen geschöpft, wenn auch hie und da die Ideen entstellt habe, wie z. B. daß Esra ein Sohn Gottes genannt werbe. Sv viel ist wohl klar, baß das Studium der arabischen Literatur mancherlei historischen Aufschluß darreicht, wie überhaupt die erlernen Studien nothwendig sind, um das Dunkel der rabbin'schen Schriften aufzuhellen. Wenn aber Herr vr. Ge lg er die historischen Angaben EndeBerachoth auf die Dositheaner (einer Secte der Samaritaner) bezieht, und das Zerwürfniß der Samatitaner somit fast in die Zeit vor Aleranber d. Gr. versetzt, so hegen wir Zweifel dagegen. Die angezogenen arabischen Stellen beweisen nichts für dies hohe Alter, und der Name Dositheos als Griechisch führt auf eine spätere Zeit. Wenn Krochmals