Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 4 (22.1.1841)
- Date
- 1841-01-22
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
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31 ohne Unterschied der Religion. Der Präfekt des Rhonedepartement hat ihm dafür in einem sehr anerkennenden Schreiben gedankt. — Das Metzer Consistorium hat seine Demission eingereicht. Wir empfangen so eben aus dritter Hand eine Abschrift der Anrede, welche unser gelehrter Freund Munk in hebräischer wie in arabischer Sprache an die Gemeinde zu Kahira hielt, in erstermTerte (sie wird im Zion abgedruckt). Dieselbe ist durch ihre Wirkung eben so historisch geworben, wie die des Herrn Cremieur. Ohne der Bescheidenheit des allzusehr zurückhaltenden Herrn M. zu nahe zu treten, dürfen wir sagen, daß seine Leistungen in Aegypten von ausgezeichnetem Nutzen waren. Denn er war zur Zeit der Einzige, welcher der arabischen Sprache mächtig, die Akten lesen konnte, und ihm verdankt man noch besonders Vieles in der Errichtung der Schulen, die er sich sehr angelegen sein ließ. Was die merkwürdigen Manuskripte der Karaiten betrifft, so er aus Liebe zu diesen Studien angekauft hat, so wirb er wahrscheinlich darüber, sobald sie in Paris angekommen sein werden, uns Nachrichten zugehen lassen, die wir unfern Lesern, so weit es der Zweck der Wissenschaft erheischt, eröffnen werden. Brüssel. — Unter denen, welche Se. Majestät zum Neujahr beglückwünschten, befand sich auch der Oberrabiner.*) Er sprach: Der Regierung Ew.- Majestät danken wir den Genuß jener vollkommenen Gleichheit mit allen Bürgern, welche die Constitution uns verbürgt hat. Wir dürfen aber auch sagen, daß Ew. Majestät keine treueren Unterthanen, der Staat keine eifrigeren Bürger zählt, als die, in deren Namen ich spreche. — Der König erwiderte: Es ist mir lieb. Sie bei Gelegenheit des neuen Jahres wiederzusehen. Ich kann diese Feierlichkeit nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen meine Zufriedenheit darüber auszudrücken, daß es ausgezeichnete Männer unter Ihnen giebt. Sie können auf meinen Schutz, so wie auf den meiner Regierung rechnen; wir werder immer Alles, was in unserer Kraft steht, für das Wohl Ihrer Gemeinde thun. Prag, den 2». Dezember 1840. — Der Sabbath des Chanucafeftes wurde bei uns würdig und weihevoll begangen, der Feier des Tages angemessen. Früh Morgens versammelte sich eine zahlreiche Menge im Bethause des neuen Cultus zur Andacht. Viele der angesehensten Gemeindeglieber, an deren Spitze: Herr Rapaport, unser geistliches Oberhaupt, und Herr Landau, unser erster Vorsteher, beide in der gelehrten Welt anerkannte Männer, zierten die Versammlung. Herr Dr. Sachs hielt eine salbungsvolle Rede. Er suchte das Andenken an das Helden¬ *) Herr Löb, ein in der That überaus hochgeschätzter Geistlicher, welchem alle Partheien der Belgischen Israeliten mit Liebe zugethan sind. Bei strengem Festhalten am Herkommen, weiß er doch die Zeiterfordernisse zu würdigen, und übt, so viel uns persönlich klar geworben, einen sehr wohlthuenden iEinfluß auf seine Hauptgemeinde D. H. geschlecht der Hasmonaer in den Herzen seiner Zuhörer neu zu beleben, zeigte in aller Klarheit den Geist, von welchem jene Männer bei der Reinigung und Weihung des Tempels sich durchdrungen gefühlt, und stellte ihr Leben und Wirken dem heutigen Israel zum Muster auf. Denn auch uns obliege die heilige Pflicht, den eingestürzten Altar des Herrn wieder aufzurichten und herzustellen; auch wir haben das Licht wieder anzuzünden im Heiligthume Gottes; das Licht der Wissenschaft, das da senden sollte seine hellleuchtenden Strahlen ins innere Heiligthum unserer Gotteslehre, um alles Dunkle und Verborgene allda zu beleuchten und ans Tageslicht zu fördern. Nicht die unwissenden Gläubigen, deren Auge ein finsterer Wahn umnebelt, mögen uns Führer und Leiter auf dem Wege zum Heiligthume sein; aber auch nicht allen den Wissenden sei zu trauen, denen die Glaubenssonne untergegangen, und die vom matten Kerzenschimmer ihres Wissens geblendet, die reine, klare Erkenntniß nimmer zu erschauen vermögen. Wahres Wissen und achter Glaube sind Zwillinge, die sich treulich die Hände bieten. Und um beiden zugleich mehr Eingang in unserer Mitte zu verschaffen, muß unser Augenmerk vorzüglich auf Erziehung der Jugend gerichtet sein. Die jungen Schößlinge mögen redlichen und treuen Pflegern übergeben werden, die der jungen Pflanzen mit Liebe und Sorgfalt warten. Die Lehrer und Erzieher unserer Jugend sollen wissenschaftlich gebildete, für Gott und Israels Heil begeisterte Männer sein. Auch unsere Priester und Golteslehrer sollen als heilige Fackel- und Fahnenträger im Reiche Gottes uns voranschreiten; Wissenschaft und reine Gottesfurcht müssen als heiliger Schmuck das Priesterhaupt zieren. Und ferner mögen wir es von den Hasm. lernen, den Ruf des Herrn zu vernehmen, wenn er mahnend an uns ergeht, vor keiner Menschenmacht zu erzittern, wenn es gilt den Kampf um unser Heiligstes, unser Gesetz und unsere Lehre. Eifer für Gott und sein geheiligt Wort müsse alle Herzen durchglühen und ein gemeinsames Band um uns alle schlingen, und so dieser Eifer in unfern Gemüthern lebendig sich reget, sind wir stark. — Dies ungefähr war der Inhalt der Predigt, welche, vorgctragen von einem Manne, der sowohl durch das Feuer seiner Beredsamkeit, als auch durch die ihm eigenthümliche würdevolle Haltung den Zuhörer hinreißen muß, ihren Eindruck nicht verfehlte. Ein jeder ging tief ergriffen und erbaut von bannen. Nachmittags, 2 Uhr, fanden wir uns in der Meisel Synagoge zusammen, dem belehrenden Vortrage unseres Rapaport deizuwohnen. (Fortsetzung folgt.) Aeltere Literatur. ti rvittn^D von Abraham ben Maimon. Hannover 5600. (Von K—m.) (Schluß). So handelte und dachte des großen Maimonides Sohn, dem man mit Recht das Prädikat des Frommen beilegte, und der durch seine ruhige Beleuchtung viel zur Versöhnung der Partheien beitrug (Jost 6 , 209, wo aber das Citat zu berichtigen wäre). Schade, daß seine übrigen von den BldUo-