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Israelitische Annalen · 1841-01-15 · Heft 3 (15.1.1841) · p. Seite 22

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 3 (15.1.1841)
Date
1841-01-15
Page
Seite 22 (sequence 6)
Language
German
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er würde sich nicht wenig freuen über die immer wachsende Zahl seiner Bewunderer und der Anhänger seiner Schule. — Ich hatte einmal die Idee, ein historisches Wörterbuch der Anhänger der französischen Schule zu compiliren, fand aber, daß die Arbeit gar zu mager ausfallen und demnach sehr wenig Gewinn abwerfen würde. Jetzt will ich mich lieber an ein Lericon der erstem Schule machen, womit ich eine Menge dicker Bände fülle und hoffentlich sehr vortheilhasten Absatz mache! — Hier folgt eine Probe aus solchem Riesenwerke, welche um so besser hier angebracht ist, als ich noch nicht weiß, wo ich in jenem damit hin soll, — denn die Rede ist von einem Anonymen! *) Sckon einmal sprach ich gegen einen Ungenannten in Odessa (H. 75), heute gilt es einem Gallizier. Dieser gelehrte Kritiker bemerkt (Annalen H. 249 Note **): Luzzato habe Unrecht, wenn er meint, Maiinonides habe zuerst behauptet, baß Juda d. Heilige die Mischnah geschrieben habe rc. — Gewiß hätte Luzzato Unrecht, wenn er so etwas gesagt hätte. Das hat er aber nicht gesagt, sondern der Kritiker hat dessen Ausdruck K. Ch. in. 70 -iqjo □'“pH/ d. h. „ drückt sich in seiner Vorrede also aus " offenbar mißverstanden. WaS L. dort behauptet, ist folgendes: „Da Maimonides ein unerschütterliches Gebäude errichten wollte, so bevorwortet er, baß R. I. d. Heilige die Mischna und R. Asche den Thalmud geschrieben habe; damit die Meinung sich geltend mache, diese Schulbäupter, welche durch Gelehrsamkeit und Amt hochstanden, hätten alle Gesetze und Controversen völlig in's Reine gebracht, denselben nunmehr ein Ziel gesetzt, und alles für die Folgezeit dermaßen festgestellt, daß bis an's Ende der Welt niemand! mehr Hand oder Fuß aufhHen dürfe, es sei denn nack ihren Entscheidungen und Beschlüssen. Das ist aber nicht wahr, denn weder schrieb der Erstere die Mischnah, nock der Andere den Thalmub. sondern beide unterrichteten ihre Schüler respective, ganz so wie alle ihre Vorgänger und Zeitgenossen, jeder nach Maßgabe seiner Fähigkeit, und nie haben sie daran gedacht, daß ihre Worte in allen Zeiten unabänderlich als ewige Satzungen feststehen sollten." Es handelte sich also hier gar nicht von der unkritischen Fabel, die schon Andere vor M. erwähnen, und die Raschi schon in klares Licht stellt; sondern von dem Gebrauche, den M. davon machte. Ebendaselbst wird dem L. der Vorwurf gemacht, er habe die Worte der Mischna von der Thosiphta mit Unrecht unterschieden. Allein hier darf man nur seine eigenen Augen anwenden. Auch ist mir dort eine Hypothese zugeschrie- *) Wir lassen uns den Scherz gefallen: der Anonymus ist aber ein Mann, dessen gründliche Sachkenntniß unser gelehrter Eorresponbent übrigens bereils öffentlich anerkannt bat, und der ihm auch sehr befreundet ist. wenn gleich er gegen seine Ansichten manches einwendet. Daß er sich nicht nannte, hat Gründe, die Herr L. selbst ahnen und billigen wird. Die Berichtigung finden wir angemessen, aber nicht die zu starke Rüge des Originals. D. H. ben, die gar nicht in meinen Worten zu finden ist. Man lese K. Ch. iv. 147 genau nach. — Bei dieser Gelegenheit will ich zur Steuer der Wahr, heit nicht unerwähnt lassen, daß eine kleine Bemerkung meines Freundes, des wackern Rabbiners Lattes, welche ich in den Annalen mitgetheilt habe, betreffend *y£n und 'n&n sich schon im zweiten Theile des 8ehew. hagd. von Asulai S. 76 findet. Lattes, welcher sich leicht durch literarische Werke einen ausgezeichneten Ruf erwerben könnte, widmet lieber seine Zeit gänzlich der Regeneration seiner Gemeinde, und ist auf jeden Fall über den Verdacht eines so unbedeutenden Plagiats erhaben. Wenn er zufällig mit einem Vorgänger zusammentrifft, so ist darin wohl nichts auffallendes. Ich setze es nur hieher, um ungebetenen Schreiern etwas Odem zu ersparen. Padua, 23. Dec. 1840. Das israelit. Schulwesen in der Pfalz Von E. Grünebaum, Bezirksrabbiner in Landau, d (Fortsetzung.) j Zur ersten Prüfung nun im 1.1828 hatten sich 27 In«! dividuen gemeldet, aber nur 24 sich der Prüfung unterzogen.! Don Viesen erhielten 7 die Note gut — worunter aber - einige ausgezeichnete waren, wie Maier Elsässer, Lehrer i zu Ebenkoben, und der damals in Otterberg als Lehrer funktionirende Hr. Adler, jetzt Privatmann in Kirchheim-! bolanden; 7 erhielten die Note hinlänglich und 10 wuri den als nothdürftig bezeichnet. Die beiden letzten Kategorien bekamen die Weisung, sich im nächsten Jahre wieder einer Prüfung zu unterziehen, „um hierdurch die Gewißheit zu geben, daß sie den Unterricht an den isr. Religionsschulen mit Nutzen und gesegnetem Erfolge zu übernehmen im Stande sind." (Int. Bl. 26. Sept. 1828.)! Da diesen Prüfungen der isr. Schuladspiranten (nach > §. 4) ein Rabbiner beizuwohnen, resp. die Prüfung in den j Gegenständen des Religionsunterrichts öffentlich und in Gegenwart der Regierungsbevollmächtigten u. s. w. vorzunehmen hat, — also etwas ganz anders, als in dem nahen Baden, wo der Rabbiner die Prüfung allein in seinem Zimmer vornimmt, — und eS keinem Zweifel unterliegt, daß die Rabbiner bedeutenden Antheil an der Anstellung geprüfter Lehrer in den Gemeinden haben, so wollen wir über die Anstellung der Rabbiner in der Pfalz hier Einiges einschalten, was auch zweckmäßig erscheint, um die Eintheilung der Lehrerstellen nach Radbinalsbezirken richtig zu verstehen. Das Bezirksrabbinat Zweibrücken wurde zuerst gebildet, unterm 3. Januar 1827, und Herr A. Merz mit dem Sitze zu Pirmasenz eDiannt. Am 16. Mai 1827 wurde das Radbinat des Bez. Kaiserslautern ausgeschrieben, am 14. Januar 1828 mit Herrn M. Kohen besetzt. Das Bez.Rabb. Landau wurde am 27. Aug. 1827, das von Frankenthal den 11. Juni 1828 mit dem sel. H. Kann, an dessen

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