Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1841-01-01 · Heft 1 (1.1.1841) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 1 (1.1.1841)
Date
1841-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3133765-3133874-3133876--0980-3135178
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

6 ich sie hier einsende, wohl sich eignen möchten, daß Ew. Hochwürden sie in dem Werke abdrucken lassen, «nd Ihr Wunsch somit erfüllt wird. Ew. Hochwürden wollen das, was ein armer * *), unglücklicher und alter Mann, wie sehr auch schwach an Kräften, doch immer Ihnen zu dienen mit tiefster Ergebenheit bereit, Darbieten kann, gütig aufnehmen, und mir Dero Wohlwollen erhalten, so wie ich zum gemeinsamen Vater flehe, daß er Ew. Hochwürden fernerhin beglücken möge. Somit empfehle ich mich ehrerbietigft. Es würde mich freuen, wenn mir ein gedrucktes Exemplar zukäme, doch sobald als möglich, damit es mich noch bei offenen Augen antreffe und ich es lesen könne, rc. Venedig, 18. Febr. 1639. L. M. R. H. D. i. Leo Modena Rabbino Hebreo. Vorschläge. Pentateuch - Commentar. Bei A. Strauß in Wien ist 1821 der Pentateuch mit italienischer Uebersetzung und hebräischem Commentar von Dem berühmten I. S. Reggio erschienen. Dieser Commentar ist sowohl den jüngeren Theologen, als auch den Jugendlehrern sehr zu empfehlen, da er eine schristgemäße, jedoch mit philosophischem Geiste gereinigte und gesichtete Exegese entwickelt, und in fließendem, leicht faßlichen, wenn auch an Rabbinismen reichen Hebräisch geschrieben ist. Der Herr Verfasser hat die altern Commentare fleißig benützt, vorzüglich auch Raschi, und liefert in der Vorrede ein sehr dankenswertes Verzeichniß von 148 theils gedruckten, bei denen die Jahrzahl angegeben ist, theils handschriftlichen Commentaren, was einen schönen Beitrag zur Geschichte der biblischen Exegese abgiebt. Auch sonst ist die Vorrede belehrend. Nichts desto weniger bleibt das Anerbieten in Nr. 19 der Annalen höchst beachtenswerth. Jeder Freund der Bibelkunde und der hebr. Sprache muß es daher gewiß bedauern, daß bisher keine Ermunterung zu dessen Ausführung bekannt 3) Die hebräischen Verse des Leo da Modena sind wirklich dem Thesaurus des Plantavitis *)' vorgebruckt. *) Der Name wird gewöhnlich Plantavitius geschrieben. Es hieß auch Plantavit la Pause. 4) Der gelehrte Leo da Modena war leider ein leidenschaftlicher Kartenspieler, so daß er in kurzer Zeit wiederholentlich ansebnllche Summen verspielte. Dies sagt er selbst in seiner Biographie (mirP ’»n)* Die rabbinische Bibel vom Jahr 1617, welche er corrigirte, ist durchaus incorrect. Dles beweist, daß er seine Pflichten nicht sorgfältig leistete, und hierin liegt auch der Grund seiner Armuth. S. D. L. worden ist. Uebrigens würde ich meinerseits, im Gegensätze zu Nr. 29 v. I. wünschen, daß auch den ty"o und oftf so wie nicht minder den Onkelos correct*) weiter erschiene, und folglich die Ausgabe so vollendet werde, wie der sel. Hei den he im sie begonnen hatte. Die Kosten werden freilich bedeutend sein, aber die genannten Piecen sind gewiß ein Opfer werth. Ja ich stehe nicht an, sogar den Wunsch nach einer Zugabe mehr auszusprechen, nach dem vormals so oft schon, seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts aber fast nie wieder abgedruckten Glossarium pnx rvn^n welches nach meinem Dafürhalten sehr anregend ist, und besonders für den Prediger sehr nützlich werden kann. Ueber die Anfrage wegen der samaritanischen Version erlaube ich mir nur schüchtern eine Aeußerung. Ich zweifle, ob es je nöthig sei, die Version beizusetzen, und hielte es für genügend, wenn die Varianten, diese aber mit samaritanischem Schriftcharakter angemerkt würden. Vielleicht dürfte es auch gut sein, ein samaritanisches Aleph Beth mit einigen Leseregeln anzuhängen, da aus den neuern Berichten des Herrn 0r. Löwe hervorzugehen scheint, daß die heutigen Samaritaner, wenigstens ein ganz anderes Vokalsystem haben, als wir. L. Schott, Rabbiner in Randegg. Nachrichten und Correspondenzen. Hechingen. — Am 4. Dec. starb dahier der Fürst!. Hofagent Abraham Bacher in einem Alter von 47 Lebensjahren! SuT rascher Tod hat seinem rühmlichen Leben in einem Augenblicke ein Ende gemacht, so daß man glaubte, es sei nur ein böser Traum, eine ängstliche Täuschung, welche die Sinne in Verwirrung hält. Die traurige Wirklichkeit erregte allseitig den herzlichsten Antheil, denn er war ein sehr angesehener, allgemein geachteter Mann, von scharfem, durchdringenden Verstände, von freimüthiger Redlichkeit und offener Handlungsweise, freundlich und zuvorkommend, ohne Stolz und Anmaßung. Sein Leben bewies unverkennbar, wie sehr der Jsraelite fähig ist, eine würdige Stellung im öffentlichen Leben einzunehmen und zu behaupten. Der hiesige Rabbiner hielt an seinem Grabe, in Gegenwart unzähliger Zuhörer verschiedenen Glaubens und Standes, eine Leicheyrede über Psalm 144, 4, worin er im Ergüsse der Gefühle vortrug, daß zwar sein Lebensende wie ein Hauch, sein Leben selbst aber nicht wie ein vvrübereilender Schatten war, da er als Mensch, Jsraelite und Familienvater ehrenvoll und thatkräftig wirkte. Die Rede wurde von der Familie dem Drucke übergeben, und erregte so sehr die Theilnahme unseres durchlauchtigsten Lanbesherrn, daß Höchstberselbe dem Redner eine mit Brillanten besetzte Stecknadel übersandte und dieses huldreiche Geschenk mit folgendem, höchsteigenhänbigen Schreiben begleitete: *) Heidenheim's scharfsichtiges Auge hat einen Druckfehler stehen lassen: Genesis 37, 1V -pro stall -pro-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.