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Israelitische Annalen · 1841-01-01 · Heft 1 (1.1.1841) · p. Seite 5

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 1 (1.1.1841)
Date
1841-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 Anmerkung. Mit aufrichtigem Bedauern haben wir kürzlich einen offenbar aus sehr trüber Quelle fließenden Artikel, aus Paris vom 14. Dec. datirt, in der Leipziger Allgemeinen Zeitung gelesen, welcher sich die undankbare Mühe gibt, sowohl das Verdienst des Hrn. Cremieur durch Beimischung der ungeziemendsten Persönlichkeiten auf die gehässigste Art zu verkleinern, als auch die Aufmerksamkeit, welche inan in Frankfurt demselben erwiesen hat, zu verhöhnen. Wir mögen der Redaktion, die nicht Alles Näher prüfen kann, die Aufnahme eines solchen Artikels zu Gute halten, obwohl gewiß Niemand ihn für eine Zierde der sonst so schön redigirten Allg. Zeitung halten wird. Ader daß derselbe sich höchst ungebührlich ausläßt, muß jeder Wohidenkende fühlen. Nur die Wahrheit enthält er. die wir gerne aussprechen, nämlich: daß Sir Moses Montefiore ein sehr hohes persönliches Verdienst anspricht, und daß das Haus Rothschild bei dieser Angelegenheit auf eine seiner Stellung sehr würdige Weise mitgewirkt hat. Beides aber ist durch die Anerkennung der desondern Verdienste, welche dem Gründer der Schulen vorzugsweise zuzuschreiben sind, — wir vernehmen so eben, daß auf Hrn. Cr's. Veranlassung und Rath auch in Corfu Schulen errichtet worden! — keinesweges in Schatten gestellt, vielmehr in Verbindung damit offen ausgesprochen worden. Selbst eine Verschiedenheit der Ansichten, welche die beiden Männer eine kurze Zeit von einander entfernte, ändert nichts an dem Sachverhältniß und an der Wohlthätigkeit des Erfolges, welchem die Theilnahme mit voller Herzlichkeit gewidmet war. Solche Wärme verdient Aufmunterung in unsrer nur gar zu lauen Zeit! I. Literarisch - historische Mittheilungen. Don S. D. Luzzato. Zwei Briefe des berühmten venezianischen Rabbiners Leo da Modena an Johannes Plantavitis, Bischof von Lodova (Lodeve) (Verf. des Thesaurus synoniiaicus hebraeo-chaldaico-Rabbinicus. Lodova 1644.) Mein Freund Samuel Salomo Olper hat zwei Briefsammlungcn von Leo da Modena entdeckt, von denen eine ein Autograph ist. Die erste, 152 Blätter (fogli) in 8vo, enthält Briefe aus den Jahren 1587 bis 1607 nebst einigen von 1617; die andern aus den Jahren 1638 — 9 und 40 ist eigenhändig von ihm geschrieben; jener ist ganz hebräisch, dieser enthält auch einige italienische Briefe. Die erstere beginnt mit 17 an Verwandte und Freunde geschriebenen, alle einerlei Inhalts, nämlich Einladungen zu seiner Hochzeit, welche am 8. Elul 5357 (August 1597) gefeiert werden sollte. Die übrigen sind gemischten Inhalts und größtentheils für Fremde geschrieben, einige im Namen des venezianischen Rabbinares. Dabei ist auch eine kleine hebräische Rede, für die Priester des Seminars gemacht, welche dieselbe vor dem Dogen hielten, als er jenes Seminar besuchte. Hier ist die treue Copie zweier italienischen Briefe aus dem zweiten Bande, gerichtet an den berühmten Plantavitis. (Wir geben die getreue Uebersetzung.) Sr. Hochwürden.... Es kreisen die Jahre und wir machen unsre Kreise und wir sehen mitten inne viele Kreise. Der ehrwürdige Pater Fra Jgnazio Rundi de Riformati ist zu mir gekommen, und hat mich ersucht, einige Verse zum Lobe eines Werkes zu machen, welches ein großer Prälat herausgeben will, nämlich einer Sammlung hebräischer Synonymen; und obwohl er mir Ew. Hochwürden Namen und Titel ausgeschrieben gegeben hat, ward es mir, weil Hochdero Andenken mir nicht vorschwebte, doch schwer, da das Alter mit seinem Gefolge von mancherlei Beschwerlichkeiten mir das Versificiren versagt und mich von der Muse geschieden hat. Aber eines Tages, ich weiß selbst nicht wie, erinnerte ich mich, daß Ew. Hochwürden, als Sie in Florenz waren, ich glaube im Jahre 1610 etwa, sich mit mir mehrere Tage über hebräische Sprache 0 unterhielten und daß wir uns hier in Venedig wieder sahen, auch daß Ew. Hochwürden mir nachmals schrieben, ob ich in Paris als Lector der Sprache angeftellt sein wollte. 2) Da ich nun die Unterschriften mit der des obgenannten Paters verglich, so ward es mir zur Gewißheit, daß Ew. Hochwürden eben jener sehr verehrte Gönner sind. Ich nahm alsbald die Abschriften meiner hebräischen Verse vor und fand darunter ein Sonnet, welches ich an Ew. Hochwürden sandte, da Sie in Venedig waren, und dasselbe har mir die Anleitung gegeben, noch ein zweites Sonnet, das sich demselben anschließt, zum Lobe Ihrer schonen Arbeit zu verfassen, welche beide so verbunden, wie ') Diese Unterredungen haben den Plantavitis verananlaßt, den Leo da Modena seinen Lehrer in rabbini. schen Dingen zu nennen, was Dei Rossi in seinem Wörterbuche wiederholt. *) D. h. als öffentlicher Professor; wahrscheinlich unter der Bedingung, die Religion zu wechseln. I. D. L.

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