Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 47 (20.11.1840)
- Date
- 1840-11-20
- Page
- Seite 394 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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394 zu Constantinopel starb. De Rosst) Dizz. stör, begeht den sonderbaren Fehler, dieß Buch einem Bruder des Herausgebers zuzuschreiben, obgleich im Werke selbst der Name genau angegeben ist, dieser Bruder auch kein Arzt «rar, und nicht in Constantinopel (?), sondern in Saloniki gelebt hat. Zur Zeit dieses Joseph blüheten drei Verwandte, alle Gebaljah mit Namen. 1) Der Sohn des Tam, Rabbiner in der Lissab. Gemeinde zu Saloniki und einige Zeit in Constantinopel. 2) B. Moseh, Vers, vieler Lieder; der Letzte in dem gedachten Manuscripte. 3) Der Berf. des Schalsch. hakkabala. Die übrigen Namen aus dieser Familie find nicht sehr berühmt. 24. Einige Philosophen des XIV. Jahrhunderts. Unter den Philosphen der Zeit zwischen 5100 — 5200 nimmt den ersten Rang ein: 1) Mose Narboni, genannt Maestro Vidal, mit welchem Namen Cvmtino und Andere ihn stets anführen; Joachim Aliman nennt ihn pn* Sein eigentlicher Name ist Moseh b. Josua b. Mar David d. Aba Mari b. Mar David Narboni; alle andern find irrig. Er starb in Soria 1362. Schon als 13jähriger Knabe schrieb er einen Commentar zum Moreh, worin er unter seines Vaters Leitung studirte (s, l. 63.) Er besaß große Gelehrsamkeit und schrieb viel, aber sehr dunkel und schwer; was schon Abarbanel in seiner Antwort an Saul (8. 10) bemerkt; auch Aramah 57 klagt darüber; eben so de! Medigo Nofl. Cb. 90. 2 & Basilea Ein. Cbac. 19. p. 24. Vergl. Alimans schaar hacheschek, Livorno, 50. 1. Er verfaßte einen Commentar zu Ebn Roschd’s über vT“ Hbschr. Paris B. R. anc. fonds 326; beendigt 1344 in Perpignan. — Ferner zu dessen Epistel mpznn mi£©N*2 in demselben Jahre. — Co mm. zu pp p in des Abubekr b. Tofail, das. Nr. 508, verf. 1349. — Comm. zu Algazali's mj)© das. Nr. 6 des Supplem. — Comm. zu Moreh, angef. zu Toledo 1355, beendigt in Soria 1362; in Catal. zu Bibi. Oppenh. irrig. — nTrDn lEKDi daselbst Orat. 40. verf. 1362 im Winter. — Ferner TiT'’ von Algazali übersetzt, Vat. — 8. nt&P ip*© erwähnt im Comm. zu Moreh i. 55. — Nur letzteres Buch ist gedruckt, Berlin 1791 durch Isaak Euchel. De Rossi Diz. stör. II. 68 ist hier sehr fehlerhaft. — Man schreibt ihm noch andere Werke zu. 2) Isaak Albalg, gegen welchen Schem Tob im Enmndth ed. Ferrara 5 u. 62 scharf loszieht; Df. einer Uebersetzung des Algasalischen Werkes (m jTD) zu welcher er 138? Bemerkungen schrieb; Hschr. zu Paris (Dergl. 31. 9.) 3) David b. Bilia, ein trefflicher Kopf, bl. 1340 in Portugal, wo sein Vater Jom Tob berühmt war. Die arabische Literatur kannte er aus Uebersetzungen und vertiefte fich in deren Ansichten so sehr, daß er in dem Werke Qijiy mNQ den Pentateuch bildlich zu erklären suchte, wogegen Adereth bekanntlich eifert. In einem alten unpagnlrten gedruckten Comm. zu Esther von Secharja b. Seruk, einem der Vertriebenen von 1492, welcher in der Vorrede von den frühem Philosophen Spaniens viel spricht, und bei unserm Autor bemerkt: Gott möge ihm verzeihen, daß er sein Werk, die Augenleuchte geschrieben, welches richtiger: Aügenblend u n g hieße. Vieles schrieb er zu AE. (s. Mekor chajim oft) vielleicht einen vollständigen Super-Commentar. Oie Catal. v. De Rossi und Bibi. Öpp. gedenken noch anderer Werke. 4) David di RoecaMartica blüh, in Italien. In einer Hdfchr. nniön von Eliahu b. Benjamin, wird er hart mitgenommen wegen seiner Ansichten in chk mDT i welches er als ketzerisch keiner Kritik würdigen mag, da der Vf. so dreist sei, die Schöpfungsgeschichte nicht für wahr zu halten; und er würbe, wenn es in seiner Macht stände, das Buch verbrennen, und jeden, der es im Hause behielte, in Bann thun. In der Hdschr. dieses Werkes in Paris fand ich, daß der Vf. alle biblischen Geschichten: z. B. vom Paradiese, durchaus bildlich verstanden wissen will. Dasselbe ist verfaßt im I. 1370. — Maser, iu Yat. & bei Rossi. Vgl. Reggio Thora « Philosophia. Nachrichten und Correspondenzen. Berlin, 22. Oktober. — Die Huldigungsfeier Sr. Maj. Friedrich Wilhelm IV. wurde in allen Gemeinden der Provinz in den Synagogen gefeiert. Der Enthusiasmus ist überall wahrzunehmen. — Sobald man erfuhr, baß unter der jetzigen Regierung die Ausschließung vom Dienste in der Garbe nicht mehr statt findet, sind mehrere junge Männer, welche sich besonders durch Gestalt und Haltung auszeichnen, freiwillig in den Militärdienst getreten. Dieser Umstand darf als ein höchst erfreuliches Augurium betrachtet werden. Eine ausführliche Beschreibung der hiesigen Feierlichkeiten, so wohl derer vor dem Hinscheiden Sr. Maj. des hochseligen Königs, als der Hulbigungsfeier Sr. Maj des nunmehr regierenden Königs, gehört in die Annalen der Israeliten. (Um nicht adzubrechen geben rbir das Ganze in der nächsten Nummer.) Hildburghausen, 14. Oktober 1840. — DerUnterterzeichnete, der seit 14 Jahren den israelitischen Zöglingen des Großherzogl. Landes - Seminars dahier den für ihren künftigen Beruf als israelitische Lehrer ihnen nöthlgen Religionsunterricht, und zwar seit der neuen Seminar-Organisation vom Jahre 1836 in einem Lehrsaal dieser Anstalt, unter Aufsicht und Leitung der Direktion und nach der eingeführten Disciplin ertheüt, glaubt nichts Ueberflüsfiges zu thun, wenn er am Fuße dieses den von ihm entworfenen und von dem Herzog!. Consistorium dahier genehmigten Lehrplan für diesen Unterricht den kompetenten israelu. Schulmännern zur Kenntnißnahme und Beurtheilung vorlegt, namentlich auch deßhalb, weil die gesammte Seminar-Ordnung von Zeit zu Zeit einer Revision unterliegt und etwaige Erinnerungen gegen denselben, wenn sie sich als gegründet erweisen sollten, dabei berücksichtigt werden könnten. Ich bemerke übrigens nur nock, daß fast sämmtliche, gegenwärtig in dem Herzogthum S. Meiningen-Hilbburghausen angestellte israel. Lehrer in dem hiesigen, trefflich organisirten Seminar ihre Bildung erhalten haben. S. Steinhard, Gemeinde- und Scminartehrer. Lehrplan für den israelitischen Religionsunterricht am Seminar zu Hildburghausen. Vorbemerkungen. Es ist eine der schönsten Aufgaben unserer Zeit, die nachtheiligen Wirkungen, welche frühere Zustände und Verhältnisse, namentlich eine mehr als tausendjährige gedrückte Stellung, auf Geist und Sitte der israel. Glaubensgenoffenschaft haben Hervorbringen müssen, verschwinden zu machen, und die Letztere zu geistiger und religiös-sittlicher Erhebung