Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1840-11-20 · Heft 47 (20.11.1840) · p. Seite 393

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 47 (20.11.1840)
Date
1840-11-20
Page
Seite 393 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3133765-3133820-3133868--0920-3135112
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

393 weil man den gegenseitigen Unterricht einführte, der den Juden nicht zusagt. (Nur Demoiselle Hartoch, welche von der Regierung 1200 Fr. jährlich erhalt, sucht, obwohl mühsam, durch ihre Anstalt nützlich zu wirken, und wird, wir hoffen es wenigstens, von Frankreich aus kräftig unterstützt werden.) Am meisten schreckt die Juden noch die verächtliche Behandlung von Seiten anderer Schüler zurück, die öffentlichen Schulen zu besuchen. — Ihre Sprache trägt das Gepräge der Jsolirung, ein schlechtes Arabisch, schlecht accentuirt; wenige können es schreiben. Die Bildung, welche die Jüngern sich angeeigner haben, nimmt mitunter eine Wendung, die eher bedauert als gepriesen werden kann. Mit dem französischen Kleide verbinden sich oft die leichtfertigen Sitten, und die Sucht, sich europäisch zu zeigen, giebt ihnen ein geckenhaftes Ansehen, das in Lächerlichkeit ausartet; die gewöhnliche, — auch in Europa nicht seltene — Folge eines Mangels an schulgemäßer classischer Erziehung, wodurch eine kleine Aenderung im Aeußern zu einer allerdings fratzenhaften Selbstgefälligkeit führt. Mit Recht schlagen die Berichterstatter vor, gute Schulen zu gründen und dieselben unter angemessene Aufsicht zu stellen. Es leidet keinen Zweifel, daß wohlgeordnete Schulen und eine geregelte Erziehung bald eine tüchtige wahrhaft nützliche Generation heranbilden werden. — Eine zweite, nicht minder richtig erkannte Bedingung ist die sorgfältige Wahl der Männer, welche in Gemeinden die obersten Stellen bekleiden und auf ihre religiöse und sittliche Leitung Einfluß üben. — Der dritte Vorschlag der Berichterstatter, die völlige Nationalisirung der Israeliten, wo möglich selbst durch Kleidung, jedenfalls aber durch Dienste in der Nationalgarde und im Heere, erscheint so natürlich, daß wir uns wundern, weßhalb man so lange damit gezögert hat. Literarische und historische Analekten. Von Dr. Carmoly. 23. Die Familie Jachia. *)] Von dieser merkwürdigen Familie finde ich folgende Personen chronologisch zu ordnen für wichtig, zumal sie öfters in der Geschichte, namentlich von Gedaija im Schalsch. hakk. mit unrichtigen Jahreszahlen angeführt werden. *1 Diele Notizen verdanken wir einer alten Sammlung von Gedichten; Manuscript. » 1) Der Naßi Jachia b. Jachia, auch Don betitelt, soll am Hofe eines Königs von Portugal angesehen gewesen sein, blühete um 1200. 2) S. Sohn, Don Juda, um 1240. 3) Dessen Sohn. Don Joseph, wird in einer Handschrift (Sammlung von Gedichten) als ein großer Dichter gepriesen. Ged. rühmt seine Werke. Er baute die Synagoge zu Lissabon. Um 1270. 4) Salomo der Erste, — so in der Handschr. — ohne nähere Angabe. Geb. rühmt ihn ohne Grund, und giebt unrichtig die Iahrzahl 1190 an; er lebte um 1300. 5) Don Gedaljah der ältere, um 1330. Was Ged. von ihm erzählt, scheint eine Verwechselung mit der Geschichte eines gleichnamigen Arztes (Nischmath Chajim III. 21. S. 200.) Er hatte einen Bruder Joseph, Freund des Sal.b. Adereth. Vergl. 8ok. hakk. 6) Don David b. Jachia I., genannt der Oberrabbiner Spaniens, gestorben zu Toledo und begraben zwischen R. Ascher, und Menachem b. Serach; sehr anerkannt als rabbinischer Gelehrter, s. Karo Joreh deah Ans. — Er dl. 1360. — Ged. läßt ihn 1325 in Kastilien blühen, 1390 nach Lissabon stückten und dort 75 Jahr alt sterben! 7) Don Salomo d. Jachia II. blühete 1395. S. Bruder ist Don Juda II., von welchem das Klagelied inö 'b rmrp ist, so wie noch andere in der erwähnten Sammlung. Unter andern eine dem Gadirol nachgebilbete, welcher in 74 Strophen eine Verfolgung vom I. 1068 besingt, und alle Gemeinden darin nahmhaft macht, welche dabei gelitten haben. Die des Juda hat 39 Strophen; sein Name ist unterschrieben. 8) Don David il., auch Naßi genannt, st. in Lissabon 1465 sehr alt. 9) Don Salomo lil., Bruder des Gedaljah, der in Constantinopel gestorben ist (Annalen 3. S. 26). Sein anderer Bruder Joseph ist der Stammvater des Historikers. Er floh 1496 aus Portugal und starb in Ferrara 1498. 10) Don David in. der Grammatiker. Außer den Werken, die Conforti anführt, cilirt unser Manuscript auch noch ',pj) 2p; und ein anderes unserer Manuskripte erwähnt eines Comm. desselben zur Einleitung des Moreh, und liefert einen Brief des Verf. aus Korfu an Jesajah Messine, in welchem er seine Schicksale auf der Reise von Lissabon nach der Türkei erzählt. Damals lebten die drei Söhne des Joseph III., nämlich a) Don David IV., ein fleißiger Schriftsteller, vdn welchem in jener Sammlung ein schönes Gedicht, 41 Strophen, d) Don Salomo in. c) Don Meir, Grammatiker und Dichter, starb in Avilona 1530. 11) Tam, Sohn des vorigen, Arzt bei Sultan Soliman. Vergl. Sch. hakk. Gleichzeitig blühete Don Joseph IV., Sohn des David IV., Verf. des 0r Ihora, welches er zu Jmola 1538 beendigte, und andere Werke. Gestord. 1539. 45 Jahr alt. 12) Don Joseph, Sohn des Vorigen, Arzt und Herausgeber des Schihah Enajim des erwähnten Gedaljah, der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.