Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 46 (13.11.1840)
- Date
- 1840-11-13
- Page
- Seite 384 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3133765-3133820-3133867--0910-3135101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
384 ausführlich behandelt, ein ganz neues Feld für theologische Literatur urbar gemacht worden, welche bald der breiten und oft sehr flachen Special-Aufsätze müde, sich nur nach tüchtigen philosophisch bearbeiteten Disciplinen, oder nach gründlich durchgeführten Monographien umsehen wird. Die Pflicht der Zeitschriften aber ist es, jede neue Erscheinung der Art zunächst nach ihrer Stellung in der jetzigen und fortschreitenden Literatur zu würdigen, — dann erst tritt das Recht der Kritik ein, nachzuweisen, in wie weit sie ihrer Idee entspreche. Der erster» Pflicht haben wir uns hiermit ohne vorgefaßte Meinung entledigt, der andern werden wir ebenfalls zu genügen uns bemühen. Wir vernehmen durch den Umschlag des Werkes, daß eine Ausgabe des Tkalmud mit lateinischer Uebersetzung und fortlaufender Erklärung von demselben Vf. in Verbindung mit andern Gelehrten vorbereitet werde, und in etwa 48 Heften erscheinen soll, deren Reihe mit dem Traktat Maccoth eröffnet wird. Der Plan ist zeitgemäß und darf, wenn Bürgschaft für die Durchführung vorhanden ist, auf Anklang rechnen. Zedoch glaubt Schreiber dieses bemerken zu müssen, daß es dem Zwecke dienlicher wäre, wenn die Gelehrten, welche sich der Arbeit mit unterziehen, öffentlich genannt würden, so wie es auch gerathener war, mit einem Abschnitte anzufangen, der nickt schon in lateinischer Sprache vorliegt. Warum sollten sich die Gelehrten, die das Vertrauen in Anspruch nehmen, nicht nennen wollen? _ D. H. Literarische und historische Analekten. Von Dr. Carnroly. 22. I s - a k i. *) In der Einleitung des Commentars zum Pentateuch erwähnt AE. unter andern Commentaren eines Isaak, welcher über das erste Capitel der Genesis außerordentlich breit geschrieben habe und unnütze Gelehrsamkeit anbringe. Er führt ihn wiederum in Vajischlach an, und nennt ihn und zu Daniel Anf. sagt er, derselbe habe 10 grammatische Bücher verfaßt. Joseph Tob Alm meint, dieser Isaak sei der spanische den Isus; allein 1) da AE. ihn vor Samuel b. Chophni erwähnt, welcher viel früher als Is. b. Isus gelebt hat, 2) da AE. von letzteren nur □■©'nun 'D anführt, 3) da er jenen Isaak stets bitter tadelt, vergl. Hosea Anf.; Job Ende, Zachoth 72,1. Sapha Berura 0, 2. Schem 3, 2. während er den Is. b Isus stets ehrend nennt, so *) Hier nur im Auszuge, wie es für die Annalen genügt. Mit den hebräischen Citaten vollständig in der Monatschrift Zion Nr. 3. schien mir die Identität beider Namen zweifelhaft. Aus einem handschriftl. Commentar zu Paris Bibi. Royale ancie» fonds Nr. 245 aber ist ersichtlich, daß jener Isaak kein anderer ist als der berühmte Israeli, der Zeitgenosse Saadja's, gest. 932 im Alter von über 100 Jahren. (Vergleiche Annalen 1839. S. 40), derselbe, dessen Werke üderll geschätzt waren, dessen Ansichten den Giannach oft annimmt und dessen Lesarten Kimchi aus diesem schöpft, Iud. 14. 15; Reg. I. 2. 28; Ierem. 33. 26; Chron. I. 2. 9 und öfters. Uedrigens hat Israeli außer den (Analekten 11) erwähnten Werken noch geschrieben: oitein 'D (s. Maimon. epist. ad Tibbon) und Commentar zu Jezira (Adereth RGA. 418), welches zweimal zu Paris Bibi. Royale aneien fonds 255 und Orat. 160 vorhanden, beide Mangel- und fehlerhaft; im letztcrn nennt sich der Verfasser Abu Sahal b. Tamim, was um so mehr zu bemerken, als er in dem El. des Hrn. Luzzato (Annalen Nr. 38) oyn heißt. lieber verschiedene Lesearten in der Bibel. Bei Erklärung der heil. Schrift muß vorzüglich die griechische Uebersetzung der sogenannten Siebenzig, deren schon im Thalmud Erwähnung geschieht, in Betracht kommen;,lheils weil sie die älteste ist und dadurch dem Leben der hebräischen Sprache so nahe war', theils weil sie zu einer Zeit verfaßt wurde, da die Israeliten noch in Palästina waren, und daher ihre Verfasser selbst Mehreres ansahen und ausübten, was man zu einer andern Zeit nur von Hörensagen wußte und wovon in den heiligen Schriften gehandelt wird. Dabei ist aber auf der andern Seite große Vorsicht zu empfehlen; denn es zeigt sich nur zu oft, daß die Uebersetzer andern, von der masoretischcn verschiedenen, Punktationen - folgten, oder Buchstaben transponirtcn, auch findet es sich, baß sie zwei Wörter in eins zusammenzogen, selbst wenn das erstere mit einem Finalbuchstaben endigt; so daß man fast glauben sollte, sie hätten diese Formen der 5 Buchstaben noch gar nicht vor sich gehabt, welches aber auch durch das Diktiren veranlaßt sein kann. So übersetzten sie Gen. 28, 19 □^sp als ein Nomen Ovhaßkobq. Iud 18, 29 als ein Nomen Oblapaig. Zugleich mit dieser Variation findet sich auch eine Transposinon ber Buchstaben, z. B. veut. 31, 1 wo n°£'ft überseht wird: Ke/.l avvevs'Keae Mavcrijg \aX&v vtävxag robg 'Koyovg xovTovg. Sie lasen demnach ,-,£'2 Daher scheint mir auch die Angabe des i)r. Fürst in ber Concordanz unter Seite 490 (svvTtkBlv nickt richtig zu sein, weil sie doch in der That nicht so übersetzten. Dahin läßt sich auch beziehen veut. 16. 10, wo dieselben -pp rQlj PiDD übertragen V %dp aov ia%vei; wörtlich: „wie deine Hand mächtig ist." vr. Fürst hat nun auch S. 651 unter nDO „VXX IcrftvEiv“ Man sieht aber leicht ein, nv2 Nicht i<r%veiv heißen kann, zudem wäre auch rQi: ausgelassen. Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß sie hier -pp p-QH lasen, besonders da sie auch sonst in der Form ähnliche' Buchstaben verwechselten. M. Heß in Trier.