Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 44 (30.10.1840)
- Date
- 1840-10-30
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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367 wandeln bedürfen der Beleuchtung der innern Verhältnisse, sondern die Vorgeschrittenen selbst können einer nähern Kenntniß der bereits in verschiedenen Richtungen entwickelten Fähigkeiten nicht entbehren, sobald es ihnen Ernst darum ist, dem Allgemeinen zu dienen. Es handelt sich hier nicht um Aufstellen neuer Lehren, Herbeiführung neuer Bekenntnisse, Beunruhigung des Gewissens in Glaubenssachen, sondern um Vereinbarung des gegebenen Bekenntnisses und der aus demselben hervorgegangenen Einrichtungen., mit den immer mehr sich umgestalrenden Lebensverhältniffen und mir der nicht mehr innehaltenden geistigen Bildung. Wie viel in dieser Hinsicht die öffentliche Behandlung der einschlägigen Fragen bereits gefruchtet hat, brauchen wir nicht erst nachzuweisen; und gerade darin finden wir die Aufforderung, auf dem betretenen Pfade fortzuwandeln. Schon die bloße Vereinigung vieler Fähigkeiten, regsamer Talente, freimüthiger Gesinnungen muß einen Grad von Achtung einflößen, welche die Lüge wie den Leichtsinn abweift; ganz besonders aber darf man von ihr erwarten, daß sie überall ein gediegeneres Wirken fördere, das Wohlgefallen am Mittelmäßigen vermindere, und selbst den Minderfahigen allgemach ein richtigeres Urthcil verschaffe. Sic gewahrt zugleich den Vorrheil einer immer mehr sich ausbreitenden Ucbersicht der heilsamen Erzeugnisse unserer Zeit, wodurch abermals die Hoffnungen wachsen und das Selbstvertrauen gestärkt wird. Wir bitten demnach alle, welche den Beruf zur Mitwirkung in sich fühlen, besonders aber diejenigen, welche durch gereifrere Erfahrung und angemessenen Wirkungskreis, so wie überhaupt durch ihre Stellung sich Sachkenntniß und Urthcil Zutrauen dürfen, uns ferner durch ihre Beiträge *) (sie mögen ausgcarbeitet sein oder nur das rohe Material enthalten, auch ist es gleich, in welcher Sprache) und durch zeitige Mittheilung aller zur Veröffentlichung geeigneten Aktenstücke, zu unterstützen; während wir unsrerseits versprechen, den Annalen Fleiß und Sorgfalt zu widmen, um ihnen die möglichste Gediegenheit zu geben. Obwohl die bisherigen Blatter genügend darthun, welcher Stoff sich für die Annalen eignen dürfte, so werden wir doch auch fernerhin auf die sich darbietenden Erfahrungen achten, und jeden Fingerzeig auf Verbesserungen mit Dank benutzen. Die Redaktion der Israelitischen Annalen. Bescheidene Anfrage über eine Stelle in Hrn. vr. Geiger's Älelo Chophnajim. Bei freien Uebersetzungen läßt sich der Sinn des Originals etwas bestimmter wiedergeden, als da, wo man es darauf absieht, die Form zugleich nachzuahmen. Um so wichtiger erscheint es, in einer freien Uebersetzung sorgfältig nach dem Ideengang der Urschrift sich umzusehen, zumal wenn dieselbe nicht in sprachlicher Beziehung auf Angemessenheit Rücksicht nimmt, sondern lieber mit Worten, Bildern und Anklängen spielt. Daß dies in dem Briefe des Josef Salomo del Medigo, welchen Hr. vr. G. in genanntem Werke überträgt, der Fall ist, bedarf keines Beweises, und mit Recht wählte der gelehrte Uebersetzer seinen Ausdruck mehr nach dem Sinne, als nach der Urschrift. Indessen will uns bedünken, daß an einer Stelle der Verfasser der Urschrift nicht das sagen wollte, was der Herr Uebersetzer darin findet, und wir erlauben uns daher die bescheidene Frage, ob vielleicht irgend ein besonderer Grund dieser Meinung entgegenstebe, und die G'sche Uebersetzung rechtferlige, worüber wohl der Hr. Vf. der letzteren am Bereitwilligsten sein dürfte, nähere Auskunft zu ertheilen, um die Bedenklichkeiten Derer, welche mit dem Unterzeichneten übereintlimmen. ru beseitigen. *) Wir erkennen die Uneigennützigkeit der vielen geneigten Mitarbeiter freudig an, welche in dem Bewußtsein, ihr Scherstein zum Fortschritt beizutragen, sich belohnt finden, und somit ihren lodenswerteen Eifer beurkunden; dagegen sind wir auch stets bereit, die Mühen derjenigen, welche ihre Zeit demselben zum Opfer bringen, nach Kräften zu honoriren, sobald es gewünscht wird.— Rein theologische Artikel, in so fern sie nicht von allgemeinem Interesse sind, erbitten wir uns nur in hebräischer Sprache für die Monatschrift Zion, herausgegeben von vr. M. Creizenach und vr. I. M. Jost. Von dieser ist bereits Nr. 1 und 2 S. 28 der Uebersetzung heißt es: „Moscheh's b. Nachman Erklärung zum Pentateuch ist meist treffend, und gar sehr liebe ich ihn, aber an vielen Stellen liebkos'te er ein fremdes Weib (die Kabbalah); erschienen. Diese Monatschrift hat eine rein wissenschaftliche Tendenz, und wird gut geschriebene Aufsätze von jeder Farbe aufnehmen. Einsendungen werben portofrei, oder durch Buchhändlergelegen heit erdeten. Addreffe: An die Redaktion der Israelitischen Annalen in Frankfurt a. M. 44*