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Israelitische Annalen · 1840-10-16 · Heft 42 (16.10.1840) · p. Seite 351

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 42 (16.10.1840)
Date
1840-10-16
Page
Seite 351 (sequence 3)
Language
German
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351 anders ansehen. Während der Handel sie mir uns in Verbindung bringen mußte, entfernt er sie vielmehr von unfern Grundsätzen der Geradheit und Rechtliches. Sie begrüßen unsere Regierung, weil sie sie den grausamen und räuberischen Klauen der Araber, Mauren und Türken entrissen hat; sie nehmen sie nur gern an im eigenen Interesse, nicht aber im Interesse der Moral und des Fortschritts. Bei Betrachtung des Charakters der algier'schen Juden mußten wir natürlich zum Thcil von ihren Sitten reden, da beides zusammenhängt. Indessen werden wir unsre Aufgabe noch weiter verfolgen, und dann streben, diese, wo möglich, noch genauer zu schildern. In Angelegenheiten der Menschheit ist nichts gleichgültig, und je mehr man im Stande ist, Fehler und Mängel zu erkennen, desto leichter wird es, Mittel zu finden zur Verbesserung, und ohne die Grundlage der^ biblischen Gesetze zu erschüttern, den durch einen argen Fanatismus und'einen Unterricht in entsetzlichen Traditionen der Unwissenheit an dem Menschenverstände begangenen Verheerungen ein Ziel zu setzen. (Forts, folgt.) Controversen. McCaul (Prediger). — Calman (Proselyt). — Ben Jaddai (Rabbiner). Die Controversen beginnen lebhafter zu werden. Ein Rabbiner ist in die Schranken getreten, und hat den Handschuh ausgenommen. Wir müssen uns wieder mit der religiösen Fehde beschäftigen, welche die edleren Geister herbeizicht. Alexander M-Caul in London setzt seine Angriffe fort. Der alte Orobio, den eine israelitische Dame (S. 1839. Nr. 33 dieser Annalen) wieder an's Tageslicht gezogen hat, dient ihm noch immer als Leitfaden. Wir haben das 3te Heft des Israel avenged by Don Isaac Orobio, translated and anwered by the rev. Alex.McCaul DD. vor uns. — Wir finden ihn ganz so wie in seinen bisherigen Schriften, ruhig, besonnen, frei vom Verfolgungsgeiste, nur auf wissenschaftlichem Boden streitend. Wir haben schon früher die Art gelobt, wie er die Leser daran gewöhnt, das gemeine Leben bei Religionscontroversen ganz aus dem Spiele zu lassen, und lediglich die Dogmen und deren Folgerungen in Betracht zu ziehen. Daß er auf diesem Wege den Juden keine Vortheile abringen kann, wird ein jeder. welcher dem Streite mit zusieht, gestehen müssen, denn vorgefaßte Dogmen dienen ihm als Grundlage, und nur den Vortheil wird er gewinnen, daß er die Christen, welche mit ihm ausziehen, in ihrer Treue bestärkt. Von dieser Seite wäre es uns gleichgültig, ob er mehr oder weniger ausnchtet. Tadeln müssen wir aber ernstlich eine Ironie, welche er sich in dem vorliegenden Hefte erlaubt, und diese muß mit aller Kraft als eben so ungeziemend wie unverdient zurückgewiesen werden. Er sagt, nach Uebersetzung eines Stückes aus Orobio: „Die Wiederholung solcher Gesinnungen im 19ten Jahrhundert, und zwar Seitens hochachtbarer Israeliten zu London, ist, obwohl, wie gleich bemerkt werden soll, gewissermaßen schmerzhaft, doch in anderer Hinsicht höchst erfreulich. Indem sie Orobio's Rückweisungen auf die Prophezeihungcn und sein beständiges Hoffen auf Wiederherstellung Israels anerkennen, beweisen sie, daß die erwachte Energie der Kinder Abrahams in diesem Lande nicht das Kind des harten und herzlosen Unglaubens ist, sondern dem Glauben an die göttlichen Verheißungen zugeschrieben werden müsse. In manchen andern Ländern ist die Hoffnung auf die Ankunft eines Messias gänzlich aufgegeben worden; man hat versucht, die Juden zu einem Theil und Stück der Nationen zu machen, unter denen sie wohnen, und den Wunsch ausgesprochen, daß aus ihrem Gebetbuche alle auf Rückkehr in's Land Israel bezüglichen Stellen gestrichen würden. Die Erleuchterern dort wollen in der That ihre heilige Nationalität (?) abschütteln, ihre Vorrechte (er meint die Erwähliheit),! als Juden fallen lassen, und in den heidnischen Staatskörper einverlcibt werden. Der Wiederabdruck des Orobio aber zeigt, daß die achtbaren Personen, welche sich damit befaßt haben, weit davon entfernt sind, solche Meinungen der Ungläubigen zu theilen, ihre Brüder vielmehr belehren, daß sie die gänzliche Vernichtung aller Nationen, unter denen sie leben, eher zu hoffen haben, als ihre eigene Amalgamirung mit den Heiden durch sogenannte Emancipation." Diese Insinuation, wir gestehen es, können wir nur als eine absichtliche Entstellung der Wahrheit betrachten, deren der sonst so verständige Geistliche sich hier schuldig macht, offenbar, um dadurch seinen Gegnern eine Barbarei -er Grundideen beizulegen, von welcher er selbst sie frei weiß. — Und 42*

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