Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 41 (9.10.1840)
- Date
- 1840-10-09
- Page
- Seite 347 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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347 Die VarOhndsliebe und ihr Verhälrniß zur allgemeinen'Menschenliebe. Rede zur Feier des Geburtstages S. K. H. des Grßhz. v. Ml. Strelitz, gehalten in der israel. öffentlichen und Freischule den 12. August zu Strelitz von I. W. Klein, Rabbinatsassessor und Lehrer. Neustrelitz 1810. (Ertrag für den Schulfond.) Recht gut und zweckmäßig, wir möchten sagen vorbereitend und die Gesinnungen aussprechend, welche die Israeliten jenes Landes gewiß zum großen Theile schon hegen, obwohl das Wort Vaterland einen sehr degränzten Begriff für Diejenigen haben muß, denen die allereinfachsten Rechte des Einheimischen noch vorenthaltcn sind. Es leibet wohl keinen Zweifel, daß der Ausdruck Vaterland für Diejenigen, welche alle Lasten mit tragen, alle Pflichten mit leisten, deren Uebung man ihnen gestattet, nicht ewig eine Ironie bleiben werde. Bemerkungen zu Herrn vr. Creizenach's neuestes Werk Vorsvke Iruääorotk. *) Von Raphael Kirchheim. **) Seite 9. „Aber dieses Gelübde kam weder durch ihn selbst, noch durch seine Nachkommen in Erfüllung." Deutlich heißt es aber Gen. 35, 1. Gott sprach zu Jakob: Auf und ziehe nach Beth—el hinauf und baue daselbst dem Gotte, der dir erschienen, als du vor deinem Bruder flohest, einen Altar; und das. 7, und er baute dort einen Altar und nannte den Ort Gott zu Beth —el rc., denn dort offenbarte sich der Herr. — (Ein Altar ist kein Tempel.) S. 14. „Wiewohl es scheint, baß unter Josias wirklich Rinder zum Pesachmal genommen wurden." Der Verfasser hat hier wohl geirrt: denn 2 Ehr. 35 wird 3 mal die Zahl der Schaafe, Lämmer und Ziegen zu dem Passahopfer, der Zahl der Rinder entgegengesetzt -ip2^ — DYIDE^* Aden Esra führt in seinem Commentar beide Meinungen an, und giebt, aus besagtem Grunde, der thalmudischen Erklärung den Vorzug. Der Gegensatz wäre evident, wenn wirklich V. 7 oder 8 oder 9 Hp^> zu lesen wäre. Uebrigens stehe ich mit meiner Meinung nicht allein.) *) Genanntes Werk hat mich durch seine Reichhaltigkeit und die Fülle seines Werthcs sowohl, wie auch durch seine Kürze und Gedrungenheit, zu einem liefern Eingehen in dasselbe veranlaßt. Ich glaube daher im Interesse der Wahrheit und im Sinne des Herrn Verfassers zugleich zu handeln, wenn ich mir herausnehme, die nachfolgenden unmaßgeblichen Berichtigungen zu veröffentlichen, die, weit entfernt, dem Herrn Vf. zu nahe treten zu wollen, nur die höhere Anerkennung seines Werkes und seiner Tendenz beurkunden dürften. Alles Gehässige oder Feindselige ist meiner Absicht fern. **) Die hier folgenden Bemerkungen, zu denen auch Herr Salomon Geiger beigetragen hat, fanden wir angemessen. dem Herrn Vf. vor deren Abdruck mitzutheilen, um wo möglich dessen Erwiederungen und Einwendungen mit einzuschalten; dieses ist, so weit es der beschränkte Raum zuläßt, geschehen, und wir hoffen, daß dadurch bas Werk des Herrn vr. Cr. an Nützlichkeit gewinnen werbe. D. H. S. 33. „Bald darauf kam der Diakon durch die nördliche Pforte." Sollte richtiger, nach Tamid 3, heißen, durch die nördlichste der östlichen Pforten in das (Gegen Osten hatte der Tempelberg nur eine Pforte; der Diakon aber trat in das Beth hamvked durch dessen nördliche Pforte; anders konnte er nicht hinein kommen.) S. 35. Zu den Worten: „nach welchem keine opferdienstliche Handlung mehr vorgenommen werden durfte," muß hinzugefügt werden, außer dem Passahopfer. (Ich habe nur von dem alltäglichen Opferdienst geredet.) S. 78 u. 132. „Auch bas Ornat war verloren." ist nur zum Theil richtig, (Wahn. Beth Habschirah IV. 1 Kiduschin p. 31); nach Rabad das. war nur der-Schein verloren. (In der citirten Stelle sagt Maimonides, daß man bei'm zweiten Tempel Urim vetbumim gemacht habe, um das Priesterornat zu vervollständigen. Die Urim vethumim, welche Moses verfertigte, waren also nicht mehr vorhanden.) S. 40 „Wofür ihnen auch die Zehnden vom Vieh gesichert worden." Der Verf. wird hier um genaue Quellenangabe gebeten, denn so viel jedem aus der Mischnah in |E)pE )iTPN (sebachim 60 b) die täglich recitirt wird, bekannt ist, heißt es daselbst: die Zehnden vom Vieh dürfen von Jedem gegessen werben. 3Iaim. Bechortoh. (Ich habe nirgendwo gesagt, daß Nichtleviten keine Zehnden essen durften, wenn sie solche von Leviten erhielten.) S. 40. „Und Samuel hat wirklich geopfert, obgleich er nicht Priester war." Nach Sebachim 112 war es in der Periode, als die Bundeslabe in Gilgal, Nob und Gibeou stand, jedem auf Höhen zu opfern erlaubt; wie hätte denn auch soitst der Engel des Herrn Manoach, dem Daniten, zu opfern erlauben dürfen? (Nach dem Thalmud muß jedenfalls Samuels Opfer für eine nyttf nNTin erklärt werden. Nach dem natürlichen Sinne haben überdies die Worte rimSEt und n^n: eine ganz andere Bebeutunng, als die, welche ihnen der Thalmud unterlegt.) S. 49. „Nach dem Thalmud mußte der Eid hebräisch ausgesprochen werben, die Geonim haben aber eingeführt, daß man sich dabei der Landessprache bedient; Aruch in nDH" Den Verfasser haben hier wahrscheinlich die Worte Maim. in H. Schebuoth^irre geführt, wo aber das ijtqI in dem Satze, „meine Lehrer lehrten, man dürfe nur in der Landessprache beeidigen," sich auf des Maim. Lehrer bezieht und nicht auf die Schriftgelehrten des Thalmuds, denn gerade nach Letzteren kann ein Eid in jeder Sprache abgelegt werden (Sota 33, Schebuoth 38 — 39.) Von diesem allem ist aber in dem vom Verf. aufgeführten Citat nichts enthalten, und daselbst nur das Zeremonie!, wie solches zur Zeit der Geonim war, erzählt, welches sich aber ausführlicher im R. G. A. p“j2 'IPM 22 findet. (Aus der Mischnah von Sotah läßt sich schließen, daß pvin PyCiT wenigstens r6nrc& eine Ausnahme macht; sonst wäre auch die Entscheidung der Geonim nicht nöthig gewesen, und die Lehrer des Maimonides hätten sich nicht eine gewiß zwecklose Abweichung vom Thalmud erlaubt.) S. 67. „Nichtsdestoweniger schreibt der Thalmud selbst