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Israelitische Annalen · 1840-10-09 · Heft 41 (9.10.1840) · p. Seite 348

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 41 (9.10.1840)
Date
1840-10-09
Page
Seite 348 (sequence 8)
Language
German
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348 mehrere Einrichtungen im Ritualwesen den Propheten zu, als die 5 Schlußbuchstaben, die Größebestimmung rc." Deutlich sagt aber hierüber der Thalmud 8uc. 4, Joma3, Schab. 105. Diese Einrichtungen waren schon früher eingeführt, sind aber in Vergessenheit gekommen, und die Propheten haben solche neuerdings wieder in den Gebrauch gebracht; denn kein Prophet, sagt der Thalmud, dürfe dem Gesetze etwas hinzufügen. (Wenn ich sage, von Gott geoffenbart, so verstehe ich darunter den Propheten nach dem wörtlichen Sinne der Baraitha zum ersten Mal und nach der Erklärung des Tbalmubs zum zweiten Mal geoffenbart, was Rascki Sucah 44,. a ausdrücklich sagt.) S. 107. „Daher die Bücher EHaRabba und 8uta, und ohne Grund wird im angenommen, es werde in diesen Erzählungen meistens ein Thalmudist Namens Elias gemeint. Der Vers, scheint, indem er diesen Büchern ein solches Alter verleiht, und gegen seine gewöhnliche rationelle Erklärungs. weise den Propheten Elias vom Himmel herab beschwört, die gediegenen Forschungen des vr. Zunz in seinem G. V. 114 nicht benutzt zu haben. (Die Conjectur des ist durchaus unhaltbar. Die Forschungen des Dr. Zunz habe ich fleißig gelesen und habe auch nicht gesagt, daß die vom Thalmud genannten Schriften sich bis zu unserer Zeit erhallen haben.) S. HO. „Am 16. wurden mit offenbaren Abweichungen vom mosaischen Ritual Ganz- und Sündopfer gebracht und zwar zu letzteren, gegen die Vorschrift, männliche Thiere genommen." Gegen Letzteres ist einzuwenden, daß zu allen Gemeinbeofern nur männliche Thiere genommen werden dürfen. (Misclinah Themurah p. 14.) Die Abweichungen bestanden aber, nach 4eru8cbalm> Horioth 1, aus dem unnöthigen Hände.mflegen auf's Opfer, und nach Raschi, zur Stelle, weil nach mosaischem Ritual nur ein Rind hätte geopfert werden sollen (vergl. Horiioh 6). Auch ist der nachfolgende Satz irrig, denn eigentlich hätte Chiskiah wegen der Verunreinigung der ganzen Gemeinde die Passahfcier gar nicht zu verlegen brauchen (Sanhedrin 12, Maiin. H. Biath Mikdasch 4.) (Die Regel der Mischnah in Themurah hat keinen andern Grund, als daß die im Pentateuch angeordneten -yCS niNEn männlich sind und braucht sich nicht auf die nicht angeordneten zu erstrecken, die ich den -piT n\S‘i2n gleich halte, vielleicht mit Unrecht. Für die Entscheidung, daß mr\T\ üNDIt: ober -vqiq rPTH finde ich feine Begründung in dem Worlsinn der h. S.) (Fortsetzung folgt.) Beantwortungen. Eingegangen T. 22. Sept. mit einer historischen Frage (letztere findet sich, mit Ausnahme der Namenserklärung, bereits in den alten Ausgaben des Iosephus erledigt); eben so ein früheres vom 23. Aug. mit dem Postzeichen 17. Sept. aus O—r. Da die Nachrichten nichts Bemerkenswerthes enthalten, und lediglich lokales Interesse haben, so können wir sie nicht einrücken. Aeltere Aktenstücke können ebenfalls nur dann Aufnahme finden, wenn sie allgemeines historisches Interesse darbieten, oder in bestimmte Beziehung zu Verhältnissen der Gegenwart gebracht sind. Was bereits früher gedruckt ist, bedarf ohnehin der Wiederholung nicht, und meistens genügt die Nachweisung oder ein kurzes Citat. — Wir bemerken ferner, daß gedruckte Sachen, welche hierher sous bande mit der Briefpost geschickt werden, bas volle Briefporto zu tragen haben, und daher oft mit dem drei- bis vierfachen Werth der Broschüre selbst eingelös't werden müssen. Solche Zusendungen werden, wofern sie nicht ganz frankirt ankommen, zurückgewiesen. D. R. d. Z. A. Anzeige«. Zm Verlage des Unterzeichneten erscheinen: Religiöse Vorträge zunächst für Israeliten. Gehalten theils in Berlin, theils in Breslau von S. Plesiner, Religionslehrer. Zweite vermehrte Auflage. Wohl dürfte es befremdend erscheinen, daß die Literatur so wenig Sammlungen israelitischer Predigten aufzu' weisen hat, und daß von den wenigen, welche seit Zähren erschienen sind, die meisten nur eine sehr laue Aufnahme beim Publikum fanden. Der Grund hievon wird uns jedoch bald einleuchten, wenn wir dieselben einer genaueren Prüfung unterwerfen. Wir werden da bald gewahren, daß die Mehrzahl der israelitischen Kanzelredner unserer Tage, welche ihre Vorträge im Druck Herausgaben, an zwei gefahrvollen Klippen scheiterten. Entweder sind sie nämlich dem Geiste der Neuerungssucht, denselben für Fortschritt haltend, zu sehr ergeben; ihre Reben athmen daher nicht den ächten und ursprünglichen Geist der israelitischen Religion und können natürlich nur das Mißfallen des wahren Israeliten, welcher kahlen Unglauben wohl von Aufklärung zu unterscheiden weiß, erregen. Andere dagegen, denen dieser Vorwurf weniger gemacht werden kann, lassen wieder die nöthige Eigenthümlichkeit einer israelitischen Volkslehre ganz außer Acht und arten so in leere, gehaltlose Deklamation aus. — Beide Klippen hat der Verfasser obiger Predigten zu vermeiden gesucht, und zwar mit Glück, wie die günstige Aufnahme der ersten Auslage, welche binnen Kurzem vergriffen war, so wie die Urtheile kompetenter Richter zur Genüge beweisen. Treu den alten, schon durch ihr Alter ehrwürdigen Satzungen des israelitischen Glaubens, schildert er dessen Wahrheiten und Lehren in einer eindringlichen, kräftigen, dabei blühenden Sprache, und es dürften daher diese Predigten ebensowohl dem Theologen von Fach als Muster, als auch dem nur Erbauung und Belehrung suchenden Leser empfohlen werden. Diese zweite, mit mehreren neuen Reden vermehrte Auflage ist vorläufig auf 8 Hefte berechnet, welche von 6 zu 6 Wochen ausgegeben werben sollen, und deren reichhaltiger Inhalt aus dem nachstehenden Znhaltsverzeichniß der beiden ersten bis jetzt erschienenen Hefte zu ersehen ist: 1. Die Tempelreisen. Eine Vorbereitung auf das Ueberschreitungsfest. — 2. Der Gemeinde größtes Bedürfniß. Rede zur Einweihung des neuen Tempels zu Bromberg. — 3. Das heilige Zahlenergebniß. Vorbereitung auf das Wochenfest. — 4. Die rechte Feier der Gesetzgebung. Rede, gehalten am Gesetzgebungs- oder Wochenfest. — 5. Das Leben lieben, den Tod nicht scheuen (Sabbath Pinchas). — 6. Der wahre Trost (Sabb. Ekeb). — 7. Das vollkommene Bußgemälbe (Sabb. Teze). — 8. Die drei Bußfragen (Sabb. Keeh). — 9. Der Versöhnungstag, oder Leben, Tod, Unsterblichkeit. Vorbereitung auf den Versöhnungstag. — 10. Die Verführung (Sabb. Bereschith). — 11. Die Gott und Menschen gefälligste Tugend, oder die fromme Kindererziehung (Sabb. Vajera). — 12. Die Gastfreundschaft. (Sabb. Vajera). Ein jedes Heft, sechs solcher Reden enthaltend, kostet 14 ggr. — 17/2 sgr. - 54 kr. C. M. — fl. 1. 4 kr. rhein. Berlin, im September 1840. Carl Heymann. Druck und Verlag von Johann David Sauerla'nder in Frankfurt am Main.

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