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Israelitische Annalen · 1840-10-09 · Heft 41 (9.10.1840) · p. Seite 346

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 41 (9.10.1840)
Date
1840-10-09
Page
Seite 346 (sequence 6)
Language
German
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346 Jedenfalls wird dies Werk in der neuen Gestalt, in dem Kreise, für welchen es bestimmt ist, sehr viel Gutes stiften, besonders die Aufmerksamkeit wecken und das Studium fördern. _ Der Koran; aus dem Arabischen wortgetreu neu übersetzt, und mit erläuternden Anmerkungen versehen, von vr. L. Ullmann. Crefeld Funcke 1840. kl. 8. Heft 1—3. Wir zeigen hier vorerst diese Merkwürdigkeit an. worüber ein Urtheil nicht vor Vollendung des Ganzen füglich gefällt werben kann. Ein Koran von einem Rabbiner übertragen ist ein wahres Denkmal der Wissenschaft, welche alle Dorurtheile vernichtet. Abgesehen aber davon, gewinnt dabei offenbar die Kunde von dem Inhalte des Koran, der so manches aus dem Iudenthume entlehnt hat. Was Geiger in seiner Preißschrift 1833 bereits zum Theil dargethan hat, das wird hier durchweg nachgewiesen, und dieser eine Umstand wird genügen, um der neuen Bearbeitung Eingang und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Sobald die andere Hälfte mit Einleitung rc. erschienen sein wird, gedenken wir darauf zurückzukommen. _ Museum zur Belehrung und Unterhaltung für die israelitische Jugend mit Karten, Portraits, Vorschriften und Zeichnungen. In Verbindung mit mehreren Gelehrten, herausgegeben v. K. Klein. Brieg, 1840. 1—6 Lieferung. S Bändchen, 144 S. in kl. 8. (Dabei die Bildnisse M. Mendelssohns, D. Friedlander's, Hartwig Wessely's; und calligr. Vorlegeblätter.) Selbstverlag des Verfassers. Hiermit steht in Verbindung: Geschichte des jüdischen Volkes von der babylonischen Gefangenschaft bis auf die jetzige Zeit. 96 S. kl. 8. Ein günstiges Vorurtheil erregte schon die Ankündigung dieses kleinen Unternehmens, welches sich der Unterstützung vieler als Schriftsteller und Volkslehrer rühmlichst bekannten Männer zu erfreuen hat. Die Ausführung, von welcher wir jetzt eine Hälfte vor uns haben, leistet Alles, was man füglich erwarten durfte, und es gereicht uns zum Vergnügen die Nützlichkeit des Museums insbesondere anzuerkennen, während der geschichtliche Theil noch zu unvollständig vorliegt, um ein allgemeines Urtheil zu rechtfertigen. Der Tert des Museums liefert eine ziemlich starke Mannigfaltigkeit; ein paar recht anziehende Parabeln von vr. Günsdurg; eine zierlich geschriebene Betrachtung über die Schöpfung von vr. Francolm, und eben so weiter unten der achte Psalm, glosstrt von dems., beides mehr für die etwas reifere Jugend faßbar; Simson, eine hübsche Ballade von vr. R. Döring. Die Lebensbeschreibung Mendelsohns, und ein Nachtrag über dessen Säkularfeier, einfach und gut dargestellt. Das Moses bi ld, eine Novelle, etwas romantisch gehalten, aber auf jeden Fall anregend, für die Jugend (S. 48 oben ist wahrscheinlich eine Unrichtigkeit) sogar gemuthlich rührend, nur könnte S. 53 die Sprache des Affekts kräftiger sein. — Die drei Männer zu Worms, von L. Koßarskl. eine Legende, gut versificirt; Wahrheit uud Jrrthum, von L. Liber, recht artige poetische Erzählungen, von demselben ist die Jungfrau, eme schöne Allegorie. Die Lebensbeschreibung D. Friedländer's, von F. S. Leb recht, nur sehr schwach skizzirt. Jeremias, eine Legende, zu sehr gesucht. Die Tödlung des Vogtes, erste Novelle von einem ganzen Cyklus, aus der israelitischen Geschichte, bearbeitet v. vr.Francolm, schöne Sprache und Schilderung, lebendig und ergreifend. Eine Betrachtung über: „Gott sprach zu Moses," eine Idee von Offenbarung, von vr. Saal schütz, sehr ansprechend. Eben so ist das kurze, gut ausgeführte Gedicht über das erste Gebot, v. vr. Stern in Berlin. Den Schluß bilden meh- » rere thalmudische Sagen und eine Erzählung aus dem Elim von R. Abr. Kohn, sehr anziehend und belehrend. Was das hebräische Räthsel am Ende soll, will uns nicht einleuchten. — Die Sammlung ist durchweg zweckmäßig, die beigegebenen Bilder sehr gut getroffen,' Mendelssohns, wie uns scheint, nach einem sehr frühen Bilde. Die Vorschriften konnten schöner lithographirt sein. Sie sind eine Zugabe, deren man wohl nur auf dem Lande bedarf. Was die G e schich t e betrifft, so behalten wir uns vor, über die Ausführung zu urtheilen, wenn sie etwas weiter gediehen ist. Worte eines Juden nach beendeter Landestrauer um S. Maj. den hochsel. König Friedrich Wilhelm HI. an seine christlichen Brüder gerichtet, von vr. I. A. Francolm. Breslau bei G. Ph. Aderholz 1840. Eine Broschüre, deren Tendenz ist, mehrere in Schlesien noch immer herrschende Vorurtheile, welche der bürgerlichen Entwickelung der jüdischen Bewohner im Wege stehen, zu zerstreuen. Sie ist populär, in einem edeln Bewußtsein geschrieben, und wird bei Gutgesinnten nicht ohne Nachwirkung bleiben. Neues kann sie nicht enthalten, aber sie spricht doch endlich aus, was Mancher unterdrückte, und charakterisirt auf jeden Fall die Zeit, welche zur Herdeischaffung eines friedlichen Zustandes die freimüthige Offenheit lieber auftreten sieht, als die beißende Salyre und Ironie, welche doch ihres Zweckes verfehlt. Israelitischer Ehrentempel v. E.B.Feder. Dinkelsbühl bei Walther 1840. VI. 320 S. gr.8. Charakteristiken würdiger Israeliten und allerlei schöne Züge aus dem Leben berühmter Männer. Der Verf. hatte i bei dieser Compilation nur die Absicht, da, wo so viel Uner- I freuliches geschrieben wird, einmal lauter Gutes und Edles! zu sammeln und der Welt die Lichtseite des so sehr ver-! kannten Volkes zu zeigen. Es ist dies eine nicht uninteresi sänke Gallerie von geschichtlich bekannten Personen denen, i welche von der israel. Geschichte nichts wissen, wohh lehri reich, besonders gut als eigentliche Volksschrift. Neue Cha-! rattere haben wir nicht gefunden, außer vr. Lippmann,! jetzt 74 Jahr alt, der Ort ist nicht genannt (wahrscheinlich j in Holland), von welchem ein kleiner Zug erzählt wirb, den; sich Viele merken können. Sehr passend hätten wir es gefunden, wenn der Verfasser seinem Plane, keine lebende Personen mit zu beschreiben, treu geblieben wäre. Am! meisten müssen wir-es mißbilligen, baß hierin eine Aus- 1 nähme zu Gunsten eines Hauses gemacht worden, dessen ° einzelne Mitglieder hier durchgenommen werden. Wir meij nen hier gar nicht die historische Bedeutsamkeit dieses Hau- ' ses zu erörtern, würden vielmehr in der Geschichte des! Handels die Erwähnung dieses Hauses als solches, aber auch da nicht die Charakterisirung der Individuen, am rechten i Orte finden; die israelitische Geschichte wird sogar bei Er-! wahnung der Bemühungen zur Erzielung besserer Gesetze j und einiger Freihetten diesem Hause und mehreren Mitglie-! dern insbesondere einige Worte des Dankes widmen müssen; > allein hier würde man deren Charakteristik nicht erwartet j haben, da wo alle andern Zeitgenossen mit Stillschweigen übergangen werden; — und eine Mißdeutung — zumal bei Ansicht der Dedikation — ist hier fast unvermeidlich. Wir würden gar nichts darüber sagen, fänden wir nicht zugleich etwas Anstößiges in der ganzen Art, wie dieser Artikel eingeleitrt wird. Das dem gewöhnlichen Leben Unerreichbare und am wenigsten der Erwerb großer Reichthümer, als Lohn der trefflichen Gesinnung, soll dem schlichten Leser niemals zum Muster vorgcführt werden. — Oie übrigen kleinen Erzählungen und Anekdoten, zum Theil sonst gar nicht bekannt, sind unterhaltend und sittlich belebrend. — Im Ganzen verdient das auch in stylistischer Beziehung nicht übel gearbeitete Buch empfohlen zu werben.

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