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Israelitische Annalen · 1840-10-02 · Heft 40 (2.10.1840) · p. Seite 339

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 40 (2.10.1840)
Date
1840-10-02
Page
Seite 339 (sequence 7)
Language
German
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339 tonnt, und bei der Regsamkeit auf unserm literarischen Gebiete wird die Befriedigung nicht lange auf sich warten lassen. Auch Schreiber dieses wünscht sein Scherflein beizutragen. Es sind von ihm bereits Entwürfe zu zwölf kürzern Erzählungen nach den zwölf jüdischen Monaten angefertigt. In diese für die isr. Jünglinge und Jungfrauen bestimmten, in das Gebiet des Romans hinüberstreisenben Familiengeschichlen soll je ein religiöses Moment, wie deren jeder Monat darbietet, dergestalt verwebt werden, daß sie eine eigenthümlich religiöse Färbung erhalten. Sie sollen in zwei Bänden zu je sechs Erzählungen etwa unter dem Titel: „Israelitische Lebensbilder" erscheinen. Ein anderes Projekt, zu dessen Realisirung manche Materialien gesammelt sind, wäre die Herausgabe eines größern, etwa unter dem Titel: Sabbath-Bibliothek, aus vorhandenen Leistungen zusammen zu tragenden Werkes mit folgenden Abtheilungen: 1) Erzählungen, 2) Gedichte, 3) Biographien, 4) Beschreibungen wichtiger Anstalten, 5) Sitten und Gebräuche verschiedener Länder; alles über das jüdische Leben und aus demselben. Alles im Volkston, Alles für's Volk! möchte ich den, im politischen Leben ziemlich vergessenen Grundsatz anwendend, ausrufen. Denn hier sitzt das Uebel, die Masse muß veredelt werden. Zur Herausgabe dieser, so wie gewiß vieler andern tüchtigem Arbeiten gewichtigerer Verfasser fehlt es aber an Verlegern. Die Buchhändler, gewöhnlich christlicher Religion, kennen weder das Bedürfniß, noch den hiezu zu verarbeitenden Stoff, noch auch die Mittel und Wege, derlei Schriften unter das jüdische Publikum zu bringen, als daß sie sich einen günstigen Erfolg von einem solchen Verlagsartikel versprechen, der im besten Fall, weil auf ein kleines Publikum berechnet, nur prekär ist. Ein anderes Interesse haben sie natürlich nicht daran. Wie, wenn sich nun Buchhändler jüdischen Glaubens, deren es doch mehrere giebt, den Verlag solcher Schriften, vorausgesetzt, baß sie entsprechend adgefaßt, vorzugsweise angelegen sein ließen? Bei ihnen würde bas alles nicht der Fall sein; sie würden in ihrem eignen Interesse sowohl, als aus Achtung gegen ihre Glaubensgenossen, der Correktur und äußern Ausstattung — so daß sie sich auch zu Feftgeschenken eignen — mehr. Sorgfalt widmen und im schlimmsten Fall der Sache ihres Glaubens ein kleines Opfer bringen. Berücksichtigen doch auch katholische und protestantische Buchhandlungen Werke, welche das Interesse ihrer Kirche berühren. Der Vorwurf derIsolirung, den auch unser Riesser in seinen neuesten jüdischen Briefen in ähnlichen Fällen als unstatthaft bezeichnet hat, könnte ihnen deshalb gewiß nicht gemacht werden. Wohl ist mir die Aussetzung eines Preises Seitens einer Dame für eine Iugenbschrift bekannt *); aber abgesehen davon, daß es hier einer Kinderschrift gilt, die vergleichsweise von untergeordnetem Belang sein dürfte, so können doch der guten Schriften dieser Art nicht zu viele sein. *) Möchte es doch den Herren Preisrichtern belieben, ihr Urtheil über die eingelaufenen drei Manuskripte bald zu veröffentlichen. Beurtheiler gehen überdies zuweilen auch von individuellen Ansichten aus, während nach andern Ansichten gleichwohl Zweckmäßiges geleistet werben kann. Die verehrlichen Leser dieser Zeitschrift wollen es dem Schreiber dieses zu Gute halten, wenn er, weil es die besprochene Materie mit sich bringt, wie noch niemals in seinen schriftlichen Versuchen in periodischen Blättern, seinen Namei^ne^en so vielen'Äusgezeichnelen Namen zu nennen sichAkaäöt. ' - Krämer. Retigions - und deutscher Schullehrer. Don der russischen Gränze. — Vor Kurzem hat Se. Maj. Kaiser Nikolaus dem Minister der Aufklärung, Uwarow, aufgegeben, Maßregeln für innere Verbesserung der Sitten und des Unterrichts der Hebräer zu ergreifen. Bereits sind wichtige Gutachten eingefordert worden. Nächstens ausführlich. Gallizien. — Das Lemberger Rabbinat ist nicht definitiv besetzt worden, sondern wird vom Herrn S. N. Oehlenberg, einem sachkundigen gemäßigten Mann, prov iso risch verwaltet. Literat ur. Jeschurun, Taschenbuch für Schilderungen und Anklänge aus dem Leben der Juden. Auf das Jahr 601 israelitischer Zeitrechnung rc. (Schluß.) Einige kleinere Stücke, welche folgen, dürften wohl ansprechen, so C. Becks Bilder, welche in kurzen Zügen das Leben darstellen. Die Anklage des Haman durch Esther, von Ernestine Maien, will uns etwas zu kalt Vorkommen, auch ist der Moment selbst nicht lebhaft genug geschildert Ohne auf andere Einzelheiten einzugehen, machen wir vorzugsweise auf David Isaak aufmerksam, dessen ganze Darstellung so sehr aus der Natur und dem Leben entlehnt ist, baß wir sie für die trefflichste in dem ganzen Buche halten. Bei Maiens' weichlichen, weinerlichen Philosophen ober Schöngeistern konnten wir nichts empfinden; dem Hausirer David Isaak aber folgt sicherlich wer nur Gefühl hat, aus seiner traurigen Wanderschaft, durch allen Schmutz und alles Elend sowohl der äußerlichen Wege, als der verschiedenen Denkweisen, mit denen er in Berührung kommt. Die Frömmigkeit ist hier in ihrer schönsten Einfalt und in ihrer schlechtesten Hülle so kräftig gezeichnet, baß ihre Wahrheit und Macht recht lebendig und anregend hervortrilt. ES folgen Balladen und Lieder von L. A. Frankl; die erstere vom Juden, der in Wien in der Kirche seinen Uedertritt zurücknehmen wollte, und deßhalb verbrannt wurde; recht plastisch dargestellt; Sara, welche die Gefangenen im Schiff beredet, im Meer ihre Freiheit zu suchen, von tä. Rößler, vortrefflich bearbeitet und recht dichterisch aufgefaßt. Glaube und Liebe, von C. Maien, wiederum poetisches Gefühl und glückliche Eombination, aber in tzer Ausführung nicht originell. Der zweite Theil ist oft durch Betrachtungen ermattet, und ein Vers, wie: Kann auch dieß Mädchen küssen der Eltern Zähren ab? Kann sie in Liedesklängen (sie!) auflösen deren Iammerton? und die folgenden vier werden schwerlich irgendwo Billigung finden. Der Friedhof, von B. Hirsche!, ein artiges Gedichtchen, dessen tiefer Sinn uns jedoch nicht erschlossen worden. David, von C. Austerlitz, Psalmen in Sonnettenform, recht feurig und seelenvoll ausgebrückt; die seltsame Form

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