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Israelitische Annalen · 1840-10-02 · Heft 40 (2.10.1840) · p. Seite 340

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 40 (2.10.1840)
Date
1840-10-02
Page
Seite 340 (sequence 8)
Language
German
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3M für solche Poesie ist freilich eine Eigenheit des Dichters, über welche wir nicht gerade urtheilen wollen. — Es folgen Briefe eines denkenden Kleinstädters, von S. Frankenberg, recht hübsche Schilderungen aus dem Carricaturleden mancher Halbgebildeten, und eingestreute Bemerkungen, welche viele Wahrheiten und nützliche Winke dardielen; der Vortrag ist leicht und gewandt, die Behauptungen und Ansichten aber mitunter einseitig und paradox und eine sichere Haltung daraus nicht zu erkennen; inbeß dürften solche Darstellungen doch hie und da einen Leser schärfer treffen, als er im ersten Augenblick erwartet, und dadurch mehr und minder auf die Sillen einwirken. — Eine willkommene Zugabe ist am Schluß das historische Gedicht: die beiden Kirchen von C. Rößler. Obwohl wir nun, und zwar ganz von unserm unmaßgeblichen Standpunkte aus, an den einzelnen Stücken mancherlei nicht ganz der Grundidee des Taschenbuches oder den Anforderungen einer billigen Kunst-Kritik entsprechend finden, so scheint uns doch das Ganze nicht verfehlt, vielmehr wünschen wir. Laß die überwiegende Mehrheit des poetischen und moralischen Gehaltes, so wie das edle Streben, recht viele Anerkennung erlangen und der verdienten Aufmerksamkeit gewürdigt werden möge! Erledigung. Die von Herrn Heß aus Trier in den Annalen 38 über Archiv d. Idth. i. 2. S. 134 angeregte Frage ist dahin zu erledigen, daß Gedalja in s. Anaphim zu Ikarim I. 25 die citirte Stelle More I. 69 anführt, und durch sie den Mahn, rechtfertigen will. — Aber sowohl Gedalja alS der Herausgeber des Archivs scheinen das puuetuw saiiens übersehen zu haben: daß M. die Endlosigkeit Gottes doch nicht zum Glaubensartikel gemacht hat, obwohl er sie in dem ersten Artikel mit ausspricht. Seltsam ist es, daß er die Anfangslosigkeit als besonbern Artikel bezeichnet, da doch die Ewigkeit beides umfaßt (vergl. Bristol. Phys. VIII. 1. 3. 5. und Metaph. xn. 7.) Gedalja meint, M. habe nur dasjenige hevvrgehvben, was dem gemeinen Verstände nicht so leicht werde, und habe, um Jrrthümern vorzubeugen, die Anfangslosigkeit Gottes als Glaubensartikel aufgestellt; die Ewigkeit aber als leicht und faßlich übergangen. Allein übergangen hat M. diese nicht. L. Schlesinger. B eantwo rtungen. Aus Lemberg schreibt man uns, ein Leipziger Blatt (wovon in Frankfurt kein Exemplar vorhanden) habe sich über den verstorbenen Kr och mal, dessen Berufung nach Berlin wir aus authentischer Quelle meldeten, höchst ungebührlich ergossen und dessen Verdienste in Abrede gestellt.— Wir halten es nicht für angemessen, gegen bösliche Angriffe den Verstorbenen in Schutz zu nehmen, dem unser Freund, Dr. Zunz, ein Ehrendenkmal zu setzen berufen ist. Wir bemerken dabei, daß Herr B. in Berlin uns keine Correspondenz über Gallizien zugesendet hat. Eingegangen ist eine Broschüre aus Tübingen, vom Verlage der Buchhandlung Zu - Guttenberg. Da der Inhalt dieser Schrift, .der Tendenz unsrer Annalen durchaus fremd ist, so kann solchel.in der Zeitschrift nicht angezeigt werden, und steht also zur Verfügung des Einsenders. Ferner eine Erwiederung auf einen Artikel der Allgem. Kirchenzeitung vom 5. Nov. 1839. Wir hatten schon mehrere empfangen; die letzte von Herrn Dr. E. aus W. würden wir als treffend und viele Wahrheiten'freimüthig äußernd, allen vorgezogen haben, wenn nicht der Gegenstand selbst alle Discussion unräthlich machte. Der Verf. jenes Artikels ist einer jener unbesonnenen Skribler, die bloß um sich zu beschäftigen, jeden Einfall drucken lassen, und hat bereits wiederholentlich eben so schlecht stylisirte als unlogisch gedachte Schmähartikel in Zeitschriften, wie auch anonymen Broschüren herausgegeben, die sämmtlich keinen Eindruck zurückgelassen, auch längst wieder vergessen sind. Durch Beachtung solcher Schreibereien gäbe man ihnen eine unverdiente Wichtigkeit. Bedauern muß man es, daß die sonst so gut redigirte Allg. Kirchenzeitung so leichthin einen Aufsatz eingerückt hat, dessen bloße Fassung schon zeigen mußte, wie wenig Beruf dessen Schreiber hatte, über kirchliche und pädagogische Angelegenheiten zu urtheilen. Wir werden gegen derartige Schmähschriften niemals Erwiederungen aufnehmen. Anzeigen. Im Verlage von G. P. Ad ei Holz in Breslau ist so eben erschienen: Worte eines Juden nach beendeter Landestrauer um Se. Majestät den hochseligen König Friedrich Wilhelm HI. an seine christlichen Brüder gerichtet von Dr. J. %. Francolm. 8. Geh. 4 gr. Ein Konigswort des'Hohen Verewigten endete der Juden unsägliches Elend, und rief sie zu bürgerlicher Thatigkeit auf. Haben sie nach Erhaltung des Staatsbürgerrechts durch ihr Benehmen bewiesen, daß sie das Heil erkannten, das ihnen widerfahren war, und welche Aufnahme haben sie.bei ihren christlichen Brüdern gefunden? Hierüber bestrebt sich der Herr Verfasser in Vorstehender kleiner Schrift Rechenschaft zu geben. Für die nahen Festtage empfehle ich: Sabbath-, Festu. Gelegenheitspredigten * von Dr. Herxheimer, Lander-Rabbiner zu Lernburg. Die sehr günstigen Recensionen dieser Predigten in der Zeit. d. Judenth. 1839, Nro. 15, in der Kirchenzeit. re. überheben mich weiterer-Anpreisung derselben. Leipzig. 5 28. Jlau E. Druck und Verlag von Johann David Sauerla'nder in Frankfurt am Main.

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