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Israelitische Annalen · 1840-10-02 · Heft 40 (2.10.1840) · p. Seite 334

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 40 (2.10.1840)
Date
1840-10-02
Page
Seite 334 (sequence 2)
Language
German
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334 diesen Einleitungen bat Herr Hodges im Namen des Herrn M. um einen Ferm an, damit er sich unter sicherm Schutz nach Damast begeben und veranlassen könnte, daß die Zeugen, welche noch nicht aufzutreten wagen, sich stellen und keine Gefahr zu besorgen haben. M. A. erwiderte, er werde ihnen in zwei Tagen Antwort errheilen. Herr Cremieux, welcher am '7 (?) durch Hrn. Cochelet vorgeftellt werden sollte, begab sich, da er hörte, -aß M. A. denselben Tag abreisen würde, mir Herrn Munk in's Serail, nachdem er um Erlaubniß nachgesucht hatte, die ihm nach einer Viertelstunde zugcschickk worden war. Nach den gewöhnlichen Begrüßungen, wobei unter andern der Pascha sagte, jeder Mensch habe gleiches Anrecht an die Gerechtigkeit, ließ Herr Cr. lhm sagen, daß er ohne Zweifel bereits die Ursache ihrer Ankunft wisse, allein er (Cr.) sei von der nahen Abreise Sr. Hoheit in Kennrniß gesetzt und wolle ihm daher jetzt nicht die kostbare Zeit I rauben. Der Pascha antwortete, er werde nur eine! Woche ausbleiben, und er möge nach seiner Rückkehr wieder kommen. Als er befragt ward, ob Hr. Cr. sich einer günstigen Antwort zu erfreuen haben dürfte, sagte er, er werde sehen. Nach dem Messager de Vaucluse, soll Montefiore den Pascha also angeredet haben: „Hoheit, ein Verbrechen ist in Damask begangen worden; Juden sind dessen beschuldigt. Die Regierung jener Stadt hat schauderhafte Foltern angewendet, um den Angeschuldigten Geständnisse abzuzwingen; aber sobald E. H. von diesen Thatsachen Kenntnis' genommen, habe Sic, bewogen durch die Gerechtigkeit und Menschenliebe, welche Ihnen stets eigen waren, jenes Verfahren einzustcllen befohlen, um die Wahrheit untersuchen zu lassen. Hoheit, diese Thatsachen sind zu unsrer Kunde gekommen, wir haben uns hieher begeben, um unfern Glaubensbrüdern, die ohne Schutz sind, beizuftehen. Wir bitten demnach Ew. Hoheit, uns in der möglichst authentischen Form einen Ferman geben zu wollen, welcher uns die ausgedehnteste Vollmacht ertheile, . m Damask alle diejenigen zu vernehmen, welche uns über diese traurige Angelegenheit Aufschluß geben können, und zwar sie zu vernehmen wann wir können, und wo es uns gelegen erscheint. Wir bitten zugleich, baß dieser Ferman, wenn wir in Damask ankommen, in den Straßen und an öffentlichen Plätzen angeschlagen werde." (Diese Fassung will uns nicht recht Zusagen; . mindestens fehlt darin das eigentliche Motiv, welches den Pascha zur Zulassung eine solchen Einmischung bewegen sollte; wahrscheinlich also muß nach dem ersten Satze noch ergänzt werden; der Ermittelung der Wahrheit durch Einheimische stehen aber große Hindernisse im Wege u. s. w.) (Wird fortgesetzt.) Ferman-es Mehemet-Ali. Bevor wir den weitern Reisebericht liefern, setzen wir noch den Ferman Hierher, mittelst dessen Mehemet-Ali den Knoten zerhauen hat. Derselbe giebt 9 Gefangenen die Freiheit, 4 andere haben eine bessere Freiheit von irdischen Leiden bereits gefunden, (es ist schmählich für die sonst so humanen Franzosen, daß einige ihrer Blätter es wagen, diese Unglücklichen, die höchst beklagenswerthen Opfer eines dummen Volkswahnes, noch nach ihrem Tode L88L88in8 zu nennen!) und beschwichtigt eine Verfolgung, deren Fortgang unberechenbares Unheil verbreitet hätte. Mehemet-Ali an Sherif-Pascha. Man hat uns eine Vorstellung der Herren Moses Montefiore und Cremieux eingereicht, welche deren Bitten und Hoffnungen enthält. Sie sind abseiten aller der sich zur Mosaischen Religion bekennenden Europäer zu uns abgesandt worden. Sie bitten uns, diejenigen ihrer Religionsgenossen, welche in Folge der Untersuchung über das Verschwinden des Vaters Thomas und jseines Dieners Ibrahim im Monate Dsy'lidge 1255, verhaftet sind, durch unfern Befehl auf freien Fuß zu stellen, und die Ruhe derjenigen, welche die Flucht ergriffen haben, zu sichern. Wir haben es für angemessen erachtet, den Wünschen und Hoffnungen der Abgeordneten einer so zahlreichen Bevölkerung zu entsprechen. Demzufolge befehlen wir, daß alle diejenigen Juden, welche eingekerkert worden, in Freiheit zu setzen seien; denjenigen, welche ihren Heerd verlassen haben, soll! die größtmögliche Sicherheit gegeben werden, daß! sie zurückkehrcn können. Jeder möge sich wieder an 1 sein Geschäft, seinen Handel, oder seine sonst gewöhnlichen Arbeiten begeben. Wir befehlen Euch, alle geeigneten Maßregeln zu ergreifen, daß keiner derselben irgend eine übele Behändlung erleide, von welcher Seite es sei. Ich will, daß sie in voller ungestörter Sicherheit seien, gegen jedes Ereigniß, welcher Art es sein möchte, ganz wie vor jenem Vorfälle. Das ist unser Wille. (Aus dem Journal des Debats vom 17. Sptember. — Das Datum des Fermans fehlt.)

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