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Israelitische Annalen · 1840-09-18 · Heft 38 (18.9.1840) · p. Seite 320

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 38 (18.9.1840)
Date
1840-09-18
Page
Seite 320 (sequence 4)
Language
German
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320 successeurs prendront les points d’arrets pour points de depart. On peut bien se refuser ä entrer dans la carriere de la raison j mais des qu’on y est, on cntend sa voix qui crie incessament: Masche, inarche! aucun entrainement oratoire, aucune sudliwite poetique n’a assez de puissance pour couvrir cette voix. Wenn unter Mendelssohns Prinzipien verstanden wird, dessen Glaube, daß Moses ein Prophet war, und wirkliche Wunder gelhan hat, und daß sein Gesetz noch jetzt für die Israeliten, in so weit es nicht mit der politischen Existenz ihres asten Staats zusammenhängt, Verbindlichkeit habe; so ist es wahr, daß R. und L. Mendelsohns Prinzipien anerkennen; aber sie nehmen sie nicht als von ihm herrührend an, sondern sie haben sie aus derselben alten Quelle, woraus er geschöpft hat. Dieser große Mann hat den bedeutendsten Einfluß auf die Israeliten in Deutschland und in Nordländern ausgeübt, aber sehr geringen auf die in Italien, welche in keinem Jahrhundert der wissenschaftlichen Bildung entbehrten. Mein vorzüglichster Lehrer, der Rabbiner Mordechai Jsaac Cvlogna (Bruder des »erst. Ritters de Cologna) war ein starker Lateiner und guter Geometer. Selbst mein Vater, ein armer Drechsler, war außer der Mathematik, auch in der Physik, welche er aus B. Martin studirte, sehr bewandert. Er flößte mir den Geist der offenen und freien Forschung ein, und machte mich mißtrauisch gegen alle entrainemenis uratoires. Weit entfernt, mir die M.'schen Prinzipien als letzten Grund darzustellen, sagte er mir schon in meiner frühern Jugend, daß er keine solide Begründung im Phäbon gefunden habe. Ich hatte an ihm ein Vorbild jenes Judenthums, jener allgemeinen Menschenliebe, jener bescheidenen Tugend, jener leidenschaftslosen Kritik, jener Klarheit des Denkens, verbunden mit Reinheit des Lebens, welche ich verehre, und welche hoffentlich die Paduanische Schule immer verehren wird. Die paduanische Schule war niemals taub für den Ruf der Vernunft: Vorwärts! und diese Annalen selbst können das beweisen; and wenn sie mehr darauf hinzielt, zu erhalten als zu zerstören, so könnte dies eher die Wirkung des Fortschreitens auf dem intellectuellcn Wege sein als des Verweilens. Es ist möglich, daß sie, nach mancherlei freien Bewegungen in den Jrrgängcn des Labyrinthes der Systeme, endlich einen einzigen glücklichen Ausgang gefunden hat, welcher wenn auch nicht zur apodiktischen Gewißheit führt, so doch ohne Zweifel zur Vermehrung des wahren Wohlseins der Menschheit. Es ist möglich, daß über tausend Täuschungen sich erhebend, und viele „poetische Subtilitäten," welche bisher Gelehrte und Ungelehrte, Einzelne und Nationen unendlich hoch hielten, überhörend, die paduanische Schule, bei der Betrachtung, daß Gutes und BöseS in allen Lagen des Individuum und in allen Graden der Civilifation einander das Gleichgewicht halten, nur den einen Schatz der Menschheit, die wahre Menschenliebe, anerkennt, als welcher des Steigens und Fallens fähig sei. Sie betrachtet demnach wohl diesen Schatz als das einzige wahre Gut der menschlichen Gesellschaft, und glaubt nur dadurch wohlthätig zu wirken, wenn sie ihn auf alle Weise erhält und vermehrt. Sie hält aber das alte Judenthum (nicht das modernisirte und der Neuzeit angepaßte, sondern bas von allem heterogenen Ansatz aus spätern Zeiten gereinigte) für das geeignetste Mittel dazu, und demnach kann sie wohl mit gutem Gewissen, ohne Fanatismus zu wecken, es (auch abgesehen von der göttlichen Verbindlichkeit) einer sorgfältigen Erhaltung für würdig erachten. S. D. L. Literarische und historische Analekten. Von S. D. Luzzato. 5. Ueber die Kerovoth des 9. Ab. Der Kaliri schrieb für den Fasttag des 9. Ab zwei Kerovoth, beide mit dem Akrostichon am Ende jeder Strophe *v6p D-p:} die eine beginnt mit den Worten "P'P DYQ ."pZNN, und ist im deutschen Ritus im Gebrauche, die andere YpnDItf -O und ist im italienischen und romanischen Ritual. Jede von beiden enthält 14 Strophen, deren Akrostichen die Buchstaben des Alphabets bis zum Nun sind; die weitern Buchstaben finden sich in dem Liede, ’iyo yno rot^/ welches in beiden Ritualien stehet. Doch zeigt sich hier eine seltsame Bemerkung. In den Akrostichen dieses Liedes hat der Dichter alle Akrostichen des Buches Echa copirt, jedoch in umgekehrter Folge, zum B. rvo. TD/ nroD/ nrvoD/ )pDD> r6ü* Dasselbe Gesetz findet sich auch in den Ker. des romantischen Rituales, in welchen die Verse beginnen: ■rot/ roT«/ tyiX/ row/ rm*/ wogegen die des deutschen Rituals ein anderes Gesetz befolgen. Daraus folgt, daß das besagte Klagelied eine Fortsetzung ist von dem romanischen Kerovoth, nicht aber vom Deutschen. Wahrscheinlich hat Kalir zu beiden gleichartige Klagelieder gedichtet. Die Italiener haben zwei einander analoge Stücke, die Deutschen dagegen haben, aus bisher unbekannten Gründen, zwei heterogene Stücke. 6. Ueber wpo nwn In den Annalen i. 245 wird gesagt, daß das in t£nn corrigirt werben müsse. Mein Freund, Herr Abraham Lattes, Rabbiner in Venedig, hält diese Emendation für unnöthig, indem es wahrscheinlich ist, daß einige ältere Rabbinen es vermeiden wollten, tjn (Arm) zu schreiben und dafür (Herr) setzten. — Derselbe Grund hat vielleicht den Namen veranlaßt, und darum allein läßt sich diese sonst nicht übliche Beifügung des Vaternamens gut rechtfertigen. In dem 2ten Th. des Sohidbole kaleket, Mase. bei meinem gelehrten Freunde Almanzi, findet sich noch ein erwähnt. 7. Commentar zum Buche Jezira, von Isaak Israeli. In den Annalen I. 498 wird die Existenz dieses vom Bedrassi erwähnten Commentars geleugnet. Ich besitze ihn.

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