Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 36 (4.9.1840)
- Date
- 1840-09-04
- Page
- Seite 305 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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305 gelebt habe; ferner Kimcki, Würze l.-.ZL'. wo er bemerkt, daß Juda den Karisch eine Erklärung des Eldad anführt; ferner spricht Zemach Gaon in f. Schreiben nach Kairwan, RGA. Ausg. Brünn, S. 10 von ihm, als einem Manne, von dem man früher viel Wunderbares erzählt habe; eben so Aben Esra Com. im Exod. II. 21, und Mordechai' Cholin I. und Hag. Maim. Schechita II. Aus diesen Beweisen (?) schloß ich in meinem nn^in. so 18-5 schon ge. schrieben war, daß die Zahl 43 heißen müsse 4543. In einer Handschr. des Eldad, die ich später zu Gesichte bekam, fand ich statt 43 ausdrücklich 4563 angemerkt, so daß meine Conjectur zutraf, nur müßte statt 43 gelesen werden 63. Die Handschrift hat sonst noch viele Abweichungen vom gewöhnlichen Texte. Nachrichten und Correspondenzen. Bericht aus Mähren. (Fortsetzung.) 12) Hotzenplotz. 135. F. H. Liegt eigentlich im kaiserlichen Antheile Schlesien, gehört jedoch, bezüglich der israelitischen Gemeinde, zu Mahren und zwar zum prerauer Kreise. Hier ist ein Herr Juda Schmiedel aus Eibenschitz Oberrabdiner. Seine Vorträge sind keine eigentlichen Predigten (die auch ganz am Unrechten Orte wären), aber voll schöner, sinn- und lehrreicher, in gutem Deutsch vorgetragner Bibel- und Midrasch-Erklärungen. Er scheint sich unter den Alten R. Asaria Pigo (in seinem Binah rutim) und von den Neuern R. R. Löw Schwab und Samuel Brod (letzterer Kreisrabbiner in Böhmen) zu Mustern genommen zu haben. Es ist dieß so ziemlich dieselbe vermittelnde Richtung, die ein frommer Redner in Berlin verfolgt und die, soviel auch die Kritik dagegen einzuwenden hat, ihr zahlreiches Publikum findet. Wir hören, baß derselbe in Verbindung mit dem fleißigen Normallehrer Herrn Kohn und mit Unterstützung des Gemeindevorstandes eine Anstalt in's Leben rufen wollen, von wo aus auf Herz und Geist der Gemeinde-Jugend gleich wohllhätig eingewirkt werden soll. Bei Gelegenheit der im Juni und Juli l. I. stattfindenden General-Schul- und Kirchenvisitation von Seiten des Herrn Fürsten-Erzbischofes von Ollmütz, sprach sich dieser sehr belobend über die Leistungen der Schule aus, ertheilte manches schöne Geschenk und besuchte bann die Synagoge, wo Herr R. Schmidel eine treffliche (nur etwas zu panegyrische) Rede hielt. 13) Bisenz. 130. F. H. Liegt in einem, von dem Reichthume der Natur überschütteten, besonders den besten mährischen Wein erzeugenden Landstriche. Von dem geistigen Segen können wir leider nicht viel sagen. Die Jugend, besonders die der ärmern Klasse, ist fast gänzlich verwahrloset. Doch hat die Gemeinde in der Person des Herrn Pesach Tof (des Sohnes unseres im vor. I. verstorbenen Rad. Hirsch Tof (vulgo Reinitz) einen hoffnungsvollen Seelsorger erhalten, der in Prag Theologie und Profanstudien betrieb und schöne Agada-Dorträge hält. Wir hegen die Erwartung, daß er nebst der (nicht sehr mühevollen) Fürsorge.für die großen Kinder, besonders die kleinen in's Auge fassen und deren Erziehung in der Gegenwart mit kräftiger Hand leiten werde. Die deutsche Schule, unter ihm stehend, könnte sehr bald zu einem neuen und schönen Leben aufdlühen. Diese Aufmerksamkeit würde dem Normallehrer Herrn M. Königstein recht lebhaft beweisen, wie hochwichtig bas ihm anvcrtraute Institut sei, um ausschließend und allein in diesem heiligen Berufe zu leben. Alles Lob verdient die sachkundige Thätigkeit seines Bruders, Herr G. Königstein, der das Schulamt öfters supplirt und Tüchtigkeit beurkundet. Soll sich indeß der Iugendunterricht merklich und wirksam heben, so muß das geistliche Ansehen des Herrn Rad. von dem weltlichen der Gemeinde-Repräsentanten unterstützt werden, was wir auch bei dem guten Sinne fast aller an der Spitze stehenden Familienväter (worunter die ehrenwerlhen H.H. Pollak, Spitzer u. a. m. besondere Erwähnung verdienen) zu erwarten uns berechtigt glauben. 14) Weiskirchen. 120 F. H. Die Gemeinde hat kürzlich, mit Abgang des Rabbiners Hrn. Elaczek nach Boskowitz und des Lehrers Herrn Reiß nach Nicolsburg, schwer zu verschmerzende und schwerlich so bald zu ersetzende Verluste erlitten. Besonders hat der erstere die nicht sehr friedlichen Glieder der Gemeinde durch seine väterlich kräftige Leitung zusammen gehalten; daher auch sein Ausscheiden nicht nur von der dankbaren Gemeinde, sondern auch von dem löblichen Oberamte höchlich bedauert wurde, welches sich hierüber in einer sehr ehrenvollen Zuschrift mit wahrhaft herzlichen Worten aussprach. Ueber die ganz eigenthümliche Wahl schweigen wir vorläufig; so sehr uns die Anwendung der Mittel mißfallen mußte, welche die treffende Stelle des jerusal. Thalmud auf Exod. 20 , 20. unwillkührlich in's Gedächtniß zurückriefen, so möchten wir doch das Talent und den guten Willen unserer neugewählten Volrs- und Iugenblehrer nicht bezweifeln. Der bekannte Herr Brück ist ein Kind hiesiger Gemeinde. 15) Schaffa und Mißlitz. Jede mit 119 F. H. Diese an Familienzahl gleiche Gemeinden besitzen auch zwei Brüder, Söhne des OLR. Benedikt, als Rabbinen. In S. ist R. Naphtaly B., Verf. des rabbimschen Werkes und verschiedener deutscher Religionsbücher für die israelitische Jugend (worunter einige recht brauchbar, eines sogar von der hohen Landesbehörde den jüdischen Normal-Schulen zum Leitfaden empfohlen), ein genialer, geistreicher, belesener Mann. Seine Schriften athmen eine edle, acht religiöse Aufklärung; dennoch sehen wir oft Schritte von entgegengesetzter, hyper-orthodoxer Tendenz; so spendete er kürzlich zu einer ungarischen Synagogensammlung einen milden Beitrag, schrieb aber dazu in das Sammlungsbuch: daß diese Gabe nur unter der Bedingung ihre Geltung habe, baß in der zu erbauenden Synagoge kein Choralgesang rc. eingeführt werde In Mißlitz ist sein Bruder, Herr Isiais B., ein frommer, von rabbinischer Gelehrsamkeit ganz durchdrungener Mann, der seines sel. Vaters Nachfolger im Landrabdinate werden sollte, auch der zweite im Vorschläge war, aber Hrn. OLR. Trebitsch das Feld räumen mußte.