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Israelitische Annalen · 1840-09-04 · Heft 36 (4.9.1840) · p. Seite 304

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 36 (4.9.1840)
Date
1840-09-04
Page
Seite 304 (sequence 4)
Language
German
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304 Kahal (jüdische Gericht) zu Posen hätte in früherer Zeit das Recht gehabt, selbst über Leben und Tod zu entscheiden. Ein anderer Auszug aus demselben Werke, der uns vorliegt, drückt sich darüber also aus: „Er (der Vorstand) hatte selbst die Gewalt, einen Juden aus der Stadt zu treiben, sogar die, ihn am Leben zu strafen." — Letzteres mag wohl ausdrücken sollen, daß der Vorstand sich eine solche Gewalt angemaßt habe, zu seinen Rechten gehörte cs sicherlich nicht. — Es fragt sich nun aber, wie hat sich der Vcrf. des Originals ausgedrückr? Und wenn er etwas ähnliches behauptet, wo ist -er historische Beweis, entweder für das verliehene Recht, oder für die unrechtmäßig usurpirte Macht, oder überhaupt für eine Thatsache, welche eine solche Behauptung begründen könnte? — Literarische und historische Analekten. Don vr. Carmoly. 19) Ben Tomrut und Ben Hamorad. Zur Ermittelung arabischer Geschichten haben wir uns an arabische Historiker zu halten. Abu Mohammed Salih den Abdalhalim, bei Casiri II. 159 bloß A—M. b. Abbalhalim genannt, berichtet in s. W. Alants Almotib re. (der Titel ist bei Cas. & D’Herb. s. v. Zora, ungenau gegeben) folgendes: Die Movahiben, welche in Mogreb den Morabiten folgten, verdankikn ihre Erfolge, so wie jene, der Schein Heiligkeit eines Reformators und dem durch Aberglauben angefachten Enthusiasmus der Unwissenden. Er hieß Mohammed b. Abdallah, und gab sich für einen Abkömmling Ali's aus; einige Historiker sagen, er hieß Mohammed b. Tomrut, gen. Alhargi; andere sagen, sein Schüler und Nachfolger sei der den Tomrut gewesen. Jedenfalls ist er unter dem Namen Mahdi bekannt, den er annahm, um besser durchzudrmgcn, rndem er der berühmte gleichnamige Imam zu sein oorgav, dessen Wiederkehr die Anhänger Ali's erwarteten. Er starb 20. Ramadan 524 (1129). Ihm folgte Abu Mohammed Abbalmumen b. Ali Alkumi, Alzenati, ein Berber v. Stamm Zenatu. S. Vater soll nach Einigen Tomrut geheißen baden. Er vernichtete die Herrschaft der Morabiten, unterwarf den ganzen Mogreb, eroberte die ganze Provinz Afrika dis Barka, und Spanien. Im I. 528 (1133) nahm er den Titel Abdalmumen an, und befahl, in seinem Reiche Moscheen zu erbauen und auszubessern, und Mißbräuche abzustellen. Er befahl auch, alle Bücher der praktischen Tbeologie (Foru) zu verbrennen, indem man nur die Hadith oder Tradition studiren sollte. Diese Verordnungen wurden nach Spanien und in die Berderei geschickt. Er verfolgte die Juden und Christen sehr hart. S. Sohn Abu JakuS Jussuf folgte seinem Beispiele und ahmte ihm nach. Vergleichen wir hiermit die jüdischen Berichte, so finden wir erstlich, daß Abr. b. Daud Lad. 46, 1. Abu Mohammed Abdalmumen anführt, (miön p muß heißen nVlDH Tomrut), welcher 1169 die Juden in Spanien verfolgte (vergl. unsre Gesch. des Maimon. Annalen 1839. S. 325, wo jedoch Abu-Mohammed stehen sollte). Dieser Eroberer heißt dort auch -niEn d. i. Empörer, und seine Anhänger □'HTVSn, weil sie gegen die Morabiten sich aufgelehnt hatten. Cdarisi in Mscr. (bei mir und in der königt. Bibl. zu Paris) und Salomon b. Virga in der 4ten Verfolgung, nennen den Abu Jakob Jussuf -mon p Sohn des Rebellen, weil auch er die Juden verfolgte; und die Bedrückung hielt dis zur Ankunft s. Sohnes Almanzur an. — Hiernach ist der Name Ben Hamorad (Ann. 1849. S. 33) unrichtig, und ist dies mit noch einigen eingeschlichenen späterhin anzugebenden Fehlern zu berichtigen. 20) Abraham Kabassi. Dieser alte Gelehrte wird zuerst erwähnt bei Alphasi Chefc. IX. wo zugleich zu ersehen, daß er von Hai Gaon ein Zeitgenosse war; dasselbe s. Ritba Suc. ii. «Sr Schalsch. hakk Krak. 31. 1. im Namen des Aruch. Letzteres Eitat hielt ich für einen Fehler, weil im gedruckten Aruch nicht Abraham Kabassi genann tist (vergl. As. dei Rossi XXV. pg. 96, 2.) aber in rnV ed- Saloniki 572 (1812)*) § 14 findet sich das ganze Gutachten des Hai Gaon und die Nachricht vom Kabassi, und vielleicht hatte Jachiaim Msc. des Aruch (s. das. 49; Amsterd. 31) eben diesen Namen vor sich. Nur ist auffallend, daß dort sein Zeitalter aus 1119 contr. angegeben ist, was zwei Jahrhunderte vor Hai wäre. Vielleicht corrigirt Reggio (L. 6k. II. 49) mit Recht 1349. Doch bin ich noch zweifelhaft darüber. 21) Eldad Hadani. Ueder dessen Zeitalter wird viel gestritten, einige setzen ihn in's fünfte Jahrtausend zurück, andere in's 6ste herab. Dies rührt wahrscheinlich von der Zahl 43 her, welche am Schluß des Büchleins steht, was einige für 4943, andere für 5943 halten. — Nun erwähnen desselben bereits Hisdai in seinem Briefe an den Chazarenkönig, im I. 948, und zwar als eines Mannes, der zur Zeit seiner Vorfahren *) Diese Sammlung ist zu unterscheiden, von der ähnlichen, bereits in Constantinopel, Mantua und Prag in 4to gedruckten, und von der unter dem Titel pns 552 (1192) zu Saloniki erschienenen; sie ist in folio. Der Herausgeber ist Salomo Kamundo aus Damask, Schüler des gleichnamigen Ders.'s von H'Pnj und ptfD“ p* — Bei dieser Gelegenheit beantworte ich die Frage des Herrn Herausgebers (Nr. 25. S. 219) dahin, baß Israel Askenasi's Werk (dessen der Rabb. v. Bagdad gedenkt) jn^n HNE heißt, und in Saphet, im Jahr — 5596 1836, in folio, erschienen ist.

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