Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 34 (21.8.1840)
- Date
- 1840-08-21
- Page
- Seite 287 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sie werden nur von ihren Genossen gerichtet, und selten appellirt einer von ihren eigenen Rechtscnrscheidungen an die türkischen Tribunale. Sie bewohnen meist die Dörfer Galata, Hassekei und Ortakii. Die Zahl ihrer Synagogen beträgt 80—100, wenn man die Schulen mitrechnet. - — Dieselben haben vermöge eines alten Ferman das Vorrecht, in Zeilen des Mangels, das Mehl zu Ostern vorweg zu kaufen. — Früher waren Israeliten angestellt, besonders beim Finanzwesen, aber seitdem, die Türken sich civilistren, behalten diese alle Aemter ausschließlich, indem sie glauben, hinlängliche Kenntnisse zu besitzen. — Es giebt mehrere Banquiers und Großhändler. Nur ein Einziger ist Architekt, er heißt Juda, bei den Türken Aslum Calfa. — Es giebt in Constantinopel jetzt nur zwei Druckereien, in welchen man hebräisch druckt; 1) die der Israeliten Isaak de Castro und Sohn (oder Söhne?) und^s) die der Armenier Arab Oglu und Sohn. Die Rabbinen machen ihre Studien in den Jeschiboth. Vom Ilten Jahr an können die, welche bereits in den untern Schulen thalmudische Vorkenntnisse erlangt haben, in die Privatftiftungen eintreten. In diesen wird auch mehrere Mal in der Woche für das Seelenheil des Gründers gebetet. Reiche Leute stiften mitunter solche Anstalten schon bei ihrer Lebenszeit, um junge Leute zum Thalmudstudium aufzumuntern An einem dieser Orte bilden die Rabbiner Conferenzen unter sich, denen die jungen Leute beiwohnen; dadurch werden diese allmählich selbst zu Rabbinern ernannt, ohne daß es ihnen Geldopfer kostet (?) — Die Vorrechte und Einrichtungen sind den Israeliten bewilligt worden, als die Intoleranz sie aus Europa und namentlich aus Spanien verjagte, und sie Zuflucht und Schutz in der Türkei fanden. Da-, her findet man auch hier viele spanische Namen wieder, und alle Familien sprechen spanisch. Die Nation hat 4—5 sogenannte Deputirte (Tobim), reiche und angesehene Männer. Diesen liegt ob, nn Fall einer Absetzung, Abdankung oder des Absterbens, einen Oberrabbiner zu ernennen. Man meint allgemein, daß sie der Nation gewöhnlich mehr schaden als nützen, indem sie mehr wegen ihres Reichthums, als wegen ihrer Einsicht und Kenntnisse etwas gelten. Sie machen öfters Fehler, welche die Gesammtheit theuer zu stehen kommen. Sie opfern das Gesammtintereffe ihrem eigenen auf. Das Schlimmste ist, daß sie öffentlich erwählt werden, und zwar nach Maßgabe ihres Beitrags, daher denn die Reichsten es nothwendig sein müssen; und es sind ihrer nur wenige, weil nicht viel Reiche vorhanden sind. Es giebt unzählig viele Rabbinen. Der jetzige Oberrabbiner, Samuel Hajim, ist 75 Jahr alt. Die Oberrabbiner, welche seit 5543(1783) fungirr haben, hießen: 1) Isaak Jeruschalmi, 2) Salomon Kamhi, 3) Jakob Amon, 4) Elia Palombo, 5) Jakob Dämon, 6) Dajim Hiskia Raphael Alfandari, 7) Mose Trefio, 8) Michael Eskenasi, 9) Abrahami Anay, 10) Hajim Kamhi, 11) Israel Alatif, 12) Mose Moyonato, 13) Elia Anao, 14) Samuel Hajim. Es waren zwei israelitische Aerzte da, Hajim Sorias und Raphael, welche in Italien ftudirt harten, beide sind vor wenigen Jahren gestorben; jetzt ist nur einer, vr. Giacomo de Castro, geb. zu Conftantinopel 28. Juli 1811, welcher in Paris graduirt worden, wo er mit meinem Bruder ftudirt hat. Ihm bin ich näher befreundet, und ihm verdanke ich auch diese Nachrichten. Mathematiker giebt es gar nicht. Fast in allen Handwerken giebt es auch Israeliten, aber vorzugsweise und fast ausschließlich üben sie die Kunst, Edelsteine zu schleifen.-(Der Rest des Briefes enthält nur bereits Bekanntes über die orientalischen Angelegenheiten.) Zusatz. Das beigegebene Bücherverzeichniß enthält 60 Titel in 4 Columnen. 1) Büchertitel, 2) Verfasser, 3) Druckjahr, 4) Drucker. Es ist überschrieben i\T> NElhp HD pNC2i:D\S‘ ^2 *»p nE"0 welche spanische Überschrift leicht verständlich ist (Verzeichniß von Büchern, so zu Const. gedruckt sind.) Die Unterschrift wie auch manches Wort haben wir nicht entziffern können. Die Schriften (zum Theil schon anderweitig bekannt) werhier also aufgeführt: üb^V DiirD von Mosecha Cohen, 500; beiIonah (also 1740, und so bei den übrigen. Die meisten sind aus derselben Officin, wo das nicht ist, werden wir es bemerken.) ü"t2kS‘ ^2 von Abram Mejuchas. 533. D'6,n:in rrnixon '2 von Eliahu Kobo (?) 499. "02 v. Jakob Sason. 474. BHp HEHK v. Mose Misrachi. 502. i”p v. Eliah Galipapa. 488. m IJ'N v. Hajim Alphandari. 488. □■>2~n fliSHS v. Jeuda Rosanes. 488. TtfTI '□ hebräisch. 488. 34*