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Israelitische Annalen · 1840-07-31 · Heft 31 (31.7.1840) · p. Seite 266

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 31 (31.7.1840)
Date
1840-07-31
Page
Seite 266 (sequence 6)
Language
German
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266 Eifer der Rabbinen gegen dieses Vorhaben zu wecken. Die Folgen des hieraus entstehenden Geisteskampfes lasten sich natürlich noch nicht absehen; er wird aber Leben in das Ganze bringen, und dem stagnirenden Zustande, in welchem wir uns jetzt befinden, ein Ende machen. Wir erlauben uns kein Urtheil darüber, aber die Bewegung selbst halten wir für wohlthätig. Nächstens ein Mehres darüber. Berlin.' — Am 1?. Juli hatte eine Deputation der Aeltesten hiesiger Gemeinde Audienz bei Sr. Maj. — Es ward ihnen die Zusicherung ertheilt, daß Se. Maj. auch das Wohl seiner jüdischen Unterthanen allergnäbigst berücksichtigen werbe. Münster. — Die Haindorf'sche Stiftung. So eben ist der elfte und zwölfte Bericht über den Verein für Westphalen und die Rheinprovinzen zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerkern und Künsten unter den Juden von dem Dirigenten derselben, Herrn vr. Haindorf, herausgegeben, erschienen. - Derselbe liefert das erfreuliche Resultat, daß die in der That seltenen Aufopferungen, welche Herr vr. Haindorf j an die unter seiner uneigennützigen Leitung stehende Anstalt j verwendet, segenreiche Früchte tragen. Die höchsten und hohen Behörden kommen dieser herrlichen Anstalt mit derselben liebreichen Theilnahme entgegen, womit die vielen Privaten an den Orten, in welchen der Verein Ve rbindungen hat, dieselben durch Geldbeiträge unterstützen. Die Anstalt besteht jetzt seit fünfzehn Jahren und immer steigend in Anerkennung und Wirksamkeit, so daß der edle Unternehmer die Hoffnung hegen darf, dieselbe immer mehr j aufdlühen zu sehen. Mit besonderer Freude lesen wir in diesem Berichte, wie des Hochseligen Königs von Preußen Majestät schon früher geruht hat, der betreffenden Vereins- Schule ohne Weiteres das Prädicat einer öffentlichen Schule zuzugestehen, durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 31. März aber auf die dringende Vorstellung des allverehrten Oberpräsibenten von Westphalen, Freiherrn von Vincke Ercellenz, auch die Aufnahme des jüdischen Religionsunterrichts auf dem öffentlichen Lehrplan genehmigt, so daß die bedingte Dotirung der Anstalt mit einem Capital-Vermögen von 25,000 Rthlr. Seitens des Hrn. Marcks, Schwiegervaters des Hrn. vr. Haindorf, dadurch ebenfalls gesichert, und der Anstalt die Rechte einer moralischen Person verliehen ist, als welche sie nun weitere Schenkungen annehmen kann. Seit der letzten Berichterstattung sind 13 neue Schulamts-Aspiranten ausgenommen, über 60 Kinder in Elementargegenständen unterrichtet worden. Die in dem letzten Berichte als ausgeschieden bezeichneten 18 Lehrer sind sämmtlich placirt, somit durch sie (einer ist in der Anstalt selbst) 17 Gemeinden mit wohlgeprüften Lehrern versehen worden, deren Wirken auf die Jugend von unberechenbarem Nutzen ist. Seit Entstehung der Schule sind 63 Lehrer ausgebildet, welche sämmtlich zur Zufriedenhenheit ihrer Vorgesetzten thäthig sind. Der Herr Dirigent selbst besucht, so weit es seine Zeit und die Entfernung gestattet, die Ortschaften, wo ste stehen, und läßt sich über die von ihnen geleiteten Schulen berichten. Es ist zu bedauern, daß Herr vr. H. nicht manche von den Berichten veröffentlicht, da er sie selbst zum Theil für sehr interessant erklärt. — Sämmtliche Lehrer stehen übrigens zunächst unter der allgemeinen Schulinspektion ihrer Ortschaften. Als Handwerker sind durch den Verein abermals 32 Knaben untergebracht. Bisher sind bereits 171 junge Menschen auf Kosten des Vereins dem Handwerke überwiesen, und schon sind neue Contrakte mit Meistern verschiedener Gewerbe abgeschlossen. Das ganze Wirken des Vereins ist demnach höchst wohlthätig. Die Bedingungen, unter denen die Schul - Candidaten ausgenommen werden, sind 1) der durch öffentliche Prüfung Seitens eines königlichen Commissariats ermittelte Besitz der zur Aufnahme in jedes andere Seminar nöthigen Kenntnisse; 2) die Verpflichtung zur Annahme der dem nachmals anzustellenden Candidaten Seitens des Vereins angewiesenen Stelle; 3) ein 8jähriges Verbleiben bei'm Schulfache und zur Disposition des Vereins; 4) spätere allmählige Rückzahlung der Ausbildungskosten, in jährlichen Raten von mindestens 5 Rthlr. Rücksichtlich der Aufnahme zum Handwerk müssen sich, die Angehörigen verpflichten, daß der Knabe bei'm Handwerk verbleiben, und die Lehrlinge übernehmen mit Zustimmung jener die Pflicht, in der Folge, nach erlangter Selbstständigkeit, die Kosten allmählich zu ersetzen, oder einen Lehrling für den Verein unentgeltlich auszubilden. Die dennoch willkührlich Austretenden haben sofort alle Kosten zurück zu erstatten. Uebrigens werden in die Anstalt auch auswärtige bemittelte Kinder ausgenommen, für deren zweckmäßige Unterbringung und Beaufsichtigung die Anstalt sorgt. (Pensions¬ und Unterrichtskosten in allem etwa 100—150 Rthlr.) Es folgt das Verzeichniß der Beitragenden für die Jahre 1837—38, 154 Seiten stark. Die Anstalt verdient die ernstliche Beachtung aller Menschenfreunde. Karlsruhe. — Am 18. dieses ward unter den noch unerledigten Petitionen das Gesuch betreffend die Emanzipation der Israeliten verlesen. Obwohl die Majorität der Commission, welche darüber den Bericht zu erstatten hatte, auf volle Emanzipation antrug, so schritt man doch ohne weitere Debatte zur Abstimmung, und das Resultat war, daß die Kammer den Antrag mit 31 Stimmen gegen 17 verwarf. Sinsheim, Juni. — Die geneigte Würdigung, die der diesseitige Lehrer- und Vorsängerverein zur Förderung des Choralgesanges, von der Redaction der Annalen bereits gefunden, läßt uns erwarten, daß Sie einer weitern Mittheilung über die zeitige Wirksamkeit dieses, seit Einem Jahre ins Leben getretenen Instituts, insbesondere der Ver-

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