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Israelitische Annalen · 1840-07-24 · Heft 30 (24.7.1840) · p. Seite 256

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 30 (24.7.1840)
Date
1840-07-24
Page
Seite 256 (sequence 4)
Language
German
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256 watt den Feuertod nach sich zieht, wie vielmehr die durch Verderbung an seinem Geiste verübte. S) Wer bei Nacht eine Kirche mittelst Einbruches bestiehlt, soll als Kirchenrauber den wilden Thieren vorgeworfen werden. — Wenn nun diese harte Strafe für Verletzung des äußern Tempels des Herrn gesetzt ist, was verdienen erst die, welche die Seele eines Bruders, welche ein lebendiger Tempel des Herrn ist, verderben. 3) Das Gesetz verurtheilt diejenigen zu Tode, welche gegen die Fürsten oder gegen einige seiner Räche und Minister Complotte machen. —Wenn nun die begangenen oder nur beabsichtigten Verbrechen gegen Fürsten der Erde und ihre religiösen Unterthanen mit dem Tode bestraft werden, wie vielmehr die, welche Gottes Majestät antasten, sei es unmittelbar, oder durch Verführung derjenigen, die ihm treu zugechan sind. 4) Das Gesetz sagt ausdrücklich, daß die so einen Christen durch Gewalt oder Verlockung zu einer verworfenen Sette ziehen, am Leben gestraft werden sotten. Diese Auseinandersetzung ward mehreren Doktoren der Theologie überwiesen, welche am 6. April 1314 das Unheil dahin änderten, daß die 1 Angeklagten verurtheilt werden sollten, den Denys wieder herbeizuschaffen und bis dahin für ihn zu haften, — falls er nicht zurückkehre, werde der Hof über sie verfügen — ferner an drei Sabbathen jedesmal an 3 verschiedenen Platzen von Paris gepeitscht zu werden; solidarisch 10,000 Liv. zu zahlen, wovon 500 für das Hospital, 9500 zum Bau einer Brücke hinter dem Hospital zu verwenden, an dessen Spitze ein Kreuz zu setzen, mit einer Inschrift, welche diese Geschichte enthalte, — endlich Verbannung und Einziehung aller ihrer Güter. Aus diesen und ähnlichen Beispielen zieht der Vf. die Folgerung, wie weit sich selbst civilisirte Nationen von Vorurtheilen blenden lassen, und wie wichtig es daher sei, allen derartigen Barbareien ein Ziel zu setzen, wozu er schließlich die Intervention seiner Regierung auffordert, indem er den König der Franzosen anruft, sein Schwerdt in die Wagschale zu werfen, nicht aber vae victis, sondern vae tortoribus zu rufen. Die ganze Schrift ist eher gut gemeint als gelungen zu nennen, sie wird aber gewiß bei nichtwissenschaftlichen Lesern einen guten Eindruck hinterlaffen. Die andere uns vorliegende Schrift führt den Titel: Perseoutions vontre les Juifs de Hamas etc. Receuii des documens (V0N Eugene Roch.) Paris 1840. Diese Sammlung enthält nur, was die Zeitungen bis med. Mai geliefert haben, und die Rede des Herrn Cremieux betreffend den Eid, nebst einigen im Ganzen nur oberflächlichen Bemerkungen zu Gunsten der Emanzipation. Die in den Archives Israelites mitgetheilten Dokumente fehlen hier. Es muß demnach diese Sammlung noch sehr ergänzt werden, um historischen Werth zu erlangen. Wir bemerken schließlich, daß nach direkten Briefen aus London, am 7. dieses Sir Moses Montefiore in Begleitung des Dr. Loewe, welcher bereits 2V2 Jahre auf einer Reise im Orient zugebracht har, und vorzügliche Kenntnisse in den morgenländischen Sprachen besitzt, ferner des ehemaligen Untersherif Mr. Wire und des Arztes Dr. Madden, nach Sßou* logne abgereist sind, von wo sie ihren Weg über Marseille nach Livorno nahmen, woselbst Herr Dr. Cremieux sie erwartete. Auch Herr S. Munk aus Paris hat sich dieser Wallfahrt angeschlossen. In diesen Tagen werden sie allesammt in Alexandrien eintreffen und binnen Kurzem wird man wohl etwas näheres überden Gang ihrer hohen Mission erfahren, zu welcher die Wünsche der edelsten Männer Englands aus allen Confessionen sie begleiten, wie mamaus den Meetings weiß, in welchen die Theilnahme für die Sache der Humanitär sich so herzlich ausgesprochen hat. Ist die treffliche That einiger hochgesinnten Männer wahrhaft erhebend, so gewinnt die ganze Zeit, in welcher sie geschieht, an Ruhm und Glanz, wenn sich ein großes Volk darüber durch die anerkannteren Organe seines Gesammtgeiftes so wahr für dieselbe ausspricht. — Literarisch - Kritische Briefe. 4) Gallizien, 22. Juni 1840. 5. Streitschriften. In Nro. 18 der Annalen habe ich bereits bemerkt, daß ich den Ansichten des Prof. Lu;zato in Betreff der schriftlichen Abfassung der Thargumim u. s. w. beivflichte. Da nun im zweiten Hefte des Buches die Verfasser fort» fahren, nach ihrer Weise gegen jene Ansicht allerlei Beweise zusammenstellen, die sie mit Schmähungen und Unziemlichkeiten aller Art unterstützen, so hielt ich es für angemessen, die Wahrheit noch einmal zu beleuchten und die Einwendungen zurück zu weisen Dieß scheint mir um so wichtiger als alle bisherigen Anzeigen der erwähnten Streitschrift (Annalen 15. und Or. 8) nur eigentlich den Ton und Ausdrücke derselben, allerdings höchst leidenschaftlich und aller edeln Haltung entkleidet, tadeln, ohne geradezu auf den Inhalt emzugehen, was denn leicht den unbefangenen Leser ui der Meinung bestärken könnte, es sei wirklich etwas daran, und die Verfasser dieser Schmähschrift hätten in der That alle Studien unserer größten Gelehrten zu Schanden gemacht; — wozu noch der Umstand kommt, daß Luzzato es unter

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