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Israelitische Annalen · 1840-07-17 · Heft 29 (17.7.1840) · p. Seite 246

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 29 (17.7.1840)
Date
1840-07-17
Page
Seite 246 (sequence 2)
Language
German
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246 trauen hingeben könne. — Da der Gebrauch der englischen Sprache bald dringend notwendig sein wird, so wünscht man einige Kenntniß derselben bereits vorzufinden, jedenfalls aber denjenigen Grad von Bildungsfähigkeit voraussetzen zu können, welcher auf baldige Fertigkeit in deren Gebrauche schließen lasse. Ein unverhrirathetcr Mann dürfte eher zu dem Beginne sich eignen, als ein bereits mit Familiensorgen belasteter., znmal die Menge der nörhigen Ausgaben noch nicht gerade eine glänzende Dotirung der bczeichneten Stelle erwarten läßt, obwohl sie nicht allzukärglich bedacht, und für mäßiges Auskommen der Geistlichen jedenfalls gesorgt wird. Da man vorzugsweise solche Gelehrte berücksichtigt, die auf deutschen Hochschulen gründliche Bildung erlangt haben, so machen wir alle sich hierzu reif glaubenden Kandidaten in Deutschland aufmerksam, und ersuchen diejenigen, welche auf einen solchen Wirkungskreis reflectiren, sich binnen zwei Monaten mit den nörhigen Ausweisen portofrei an die Unterzeichnete Addresse zu wenden, welche seiner Zeit besondere Auskunft zu geben ermächtigt werden wird. Frankfurt a. M. 15. July. 1840. Die Redaetion der Israelitischen Annalen. Flugschriften über das Ereigniß von Damask. Wie zu erwarten war, so hat der Vorfall zu Damask außer den Nachrichten in Tagesblättern auch noch andere literarische Produkte an's Licht gefördert. Ein Volkswahn hatte die Barbarei bewaffnet, sie drang wiederum aus dem Morgenlande vor, und riß in ihrem vandalischen Schwindel manchen Lügenpropheten mit fort; aber der kampfgeübte Geist Europa's läßt sich nicht mehr so bald übermannen, sie ist bereits zurück gewiesen, und wird an Boden verlieren, wofern es der Gerechtigkeit in der Stadt des Ammon nicht gelingt, sie gänzlich zu erdrücken. In Alexandria wird nunmehr das Recht gesprochen werden. Die Schuld oder Unschuld einiger Männer aus Damask wird verkündet, und deren Schicksal danach bestimmt werden. Es wird sich zeigen, ob die armen Schlachtopfer bloß als Opfer fremden Wahnes, oder tu Folge eigener Thorheiten und Verbrechen gelitten haben. Eine Religions-Angelegenheit wird jetzt die Sache nicht mehr sein. In Europa ist der Geist bald zur Besinnung gekommen, und wundert sich über die seltsame Täuschung, die er erfahren mußte. Die kleine 'Erschütterung aber hat ihre heilsamen Wirkungen. Mehr als je muß es in die Augen fallen, wie jede Begünstignng eines indianischen Kastengeistes in wohlgeordneten Staaten widernatürlich sei, und wie sehr die gesetzliche Gleichheit den Sinn aller Volksklassen erhebe und vor sittlicher Verderbniß bewahre. Schon sehen wir die moralische Kraft siegreich vorschreiten; sie wird diejenigen, welche berufen sind, am Steuer zu sitzen, durchdringen und wach erhalten. Diese moralische Kraft gehört nicht allein einer einzelnen Kirche an, sie hat sich in allen dreien emporgeschwungen und kund gegeben. Eine fanatische Krisis war eingetreten, da wo sich die Kirchen einander unmittelbar gegenüber stehen; ausgeartet alle drei, die Jüdische in eine zu weit getriebene Selbstverleugnung, die christliche in wahnerfüllten Haß, die türkische in blinde und herzlose Grausamkeit, mußten sie im Ringen mit ihrer eigenen Natur durch' und durch erschüttert werden, um zum edlern Bewußtsein zu gelangen. Es hat die jüdische ihre Märtyrer gestellt, die mit kühnem Muthe die Gerechtigkeit herausforderten, und mit ihrem Tode beurkunden, wie sehr die Menschheit gesunken sei; sie haben in allen, die sich zu demselben Glauben bekennen, ein starkes Selbstgefühl angeregt, welches nicht mehr bloß mit stiller Duldsamkeit seine Unschuld bewähren mag, sondern mit Unwillen jedes boshafte Ansinnen von sich weift, und laut fordert, daß die Wahrheit hervortrete; es hat die christliche Kirche den Abgrund wahrgenommen, der ihre ersten Grundpfeiler und mit diesen ihren ganzen Bau zu verschlingen drohet, wenn sie nicht den Haß hinausdrängt, der sie zu untergraben strebt, und ihr schon so oft .heillose Zerrüttuug gebracht hat; sie fand sich bewogen, die mächtigen Stützen ihres (Klaubens und ihrer Staatsleiiungen, Erkenntniß und Gesittung, hinzusenden an den Ort des Jammers, und der Gerechtigkeit die Wege zu bahnen; und die Verehrer des türkischen Korans beginnen selbst zu empfinden, daß auch die Moschee Zusammenstürzen müsse, wenn auf der Wanderung nach Mekka das

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