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Israelitische Annalen · 1840-07-17 · Heft 29 (17.7.1840) · p. Seite 245

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 29 (17.7.1840)
Date
1840-07-17
Page
Seite 245 (sequence 1)
Language
German
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1840. 17. Juli. Nr° SS. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Sitemtur und Crrltur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegebcn von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen ll/2 Bogen; Preis des Jahrganges 3 Rthlr. fl. 5>; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Ein ncucr'Tempel-Verein in England rc. — Flugschriften über das Ereigniß von Damast. — MaimonideS und seine Zeitgenoffen, von vr. Carmoly. Kritische Studien, von einem Gallizier. — Literarisch-Kritische Briefe (Schluß.) — Nachrichten und Korrespondenzen: Lemberg. — Literatur (Zur TageSgeschichte.) — Anzeigen. E i n neuer Tempel - Verein in Cnglarrd, zugleich als Concurrenz-Eröffnung für- Israelitische Prediger. Wir sind veranlaßt, folgendes als vorläufige Nachricht bekannt zu machen, und daran die unten bemerkte Aufforderung zu knüpfen: Eine Anzahl angesehener und gebildeter israelitischer Hausväter in England, welche mit Bedauern wahrnehmen, wie sehr diejenigen, welchen die religiöse Bildung des Volkes und namentlich der Jugend am Herzen liegen sollte, ängstlich zögern und anstehen, für ächte Erbauung und zeitgemäße Belehrung in der Synagoge, so wie insbesondere auch für Abstellung mancher Mißbräuche Sorge zu tragen, ist zusammengetreten und nach gemeinschaftlicher Berathung entschlossen, eine Vereinssynagoge zu gründen, in welcher alles, jedoch mit gesetzlicher Grundlage und in acht religiösem Ritus, den Forderungen der Gegenwart entsprechend, auf das wahre geistige Bedürfniß der sothanen Gemeinde berechnet sei, so daß sie hoffen dürfen, sowohl selbst mittelst verständlichen Unterrichts und wahrer Erbauung ihrer Sehnsucht nach höherer Erkenntniß zu genügen, als auch insbesondere ihre Kinder religiös zu erziehen, und an dem öffentlichen Gottesdienste mit Erfolg Theil nehmen zu lassen, welches letztere bei der gegenwärtigen Form der Synagoge einerseits und der europäischen Erziehung der Jugend andrerseits fast zur Unmöglichkeit geworden ist. Das Nähere soll sich erst entwickeln, und auf keine Weise übereilt werden. Wenn gleich alle Mitglieder von gleichem Geiste beseelt sind, und alle die Nothwendigkeit einer Aenderung gleichmäßig empfinden, so sind sie doch nicht gesonnen, in das Gebiet der Theologie hinüber zu greifen und willkührlich mit den gesetzlichen Anordnungen zu verfahren, vielmehr wünschen sie diese Arbeiten nur unter Anleitung eines würdigen, kenntnißreichen und frommen Geistlichen zu Stande zu bringen, so daß sie das Bewußtsein hegen dürfen, die innere Achtung vor der Religion und das religiöse Leben selbst durch die großen Opfer, welche sie der guten Sache widmen, gefördert zu haben. Demnach suchen sie vor allem einen Geistlichen, welcher die erforderlichen theologischen Kenntnisse mit anderweitiger klassischer Bildung verbinde, und vorzüglich dessen Fähigkeit als Volksredner, so wie regsame Energie bei entschiedener Gesinnung und anerkannter Festigkeit des Charakters beurkundet sei, so daß eine Gemeinde, wie die eben beschriebene, sich ihm mit vollem Ver-

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