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Israelitische Annalen · 1840-07-10 · Heft 28 (10.7.1840) · p. Seite 241

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 28 (10.7.1840)
Date
1840-07-10
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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241 haben, S. Annalen Nro. 17. indem sie nur ein Historienbild, hakten, welches leider verbrannt ist). Die biblische Geschichte reicht nur dis zum Exil; von den spätern Schicksalen der Israeliten giedt cs bloß zerstreute Nachrichten, in rabbiniswen Schriften, die nicht jeder zu handhaben und zu lautern versteht. Es hat mir immer leid gethan, daß sich na» dem Schluß der Bibel kein Werk findet, welches die Geschichte Israels klar und angemessen darstellt. Die nächste Ursache war wohl der Abschluß des Kanon, in welchen man keine neue Schrift mehr aufnahm, *) wodurch die spätern Arbeiten kern Ansehen gewannen, und die Leiben/ Verfolgungen, und Wanderungen der Israeliten nach der abermaligen Zerstörung Jerusalems ließen der Wissenschaft keine Ruhe, ein getreues Bild der Schicksale Israels zu entwerfen. Es war daher ein sehr verdienstliches Unternehmen in unsrer Zeit die Geschichte der Israeliten aus den weit und breit verstreueten Quekkeu zusammen zu tragen, und kritisch zu sichten., Herr vr. Jost hat diese Aufgabe gelöset, und man muß seine Leistungen anerkennen, wenn gleich im Einzelnen noch vieles zu berichtigen übrig bleibt, indem so manches historische Moment erst in dem letzten Deccnnium aus den verborgenen Schachten ans Licht gezogen worden. Auf jeden Fall hat er seine Vorgänger hinter sich gelassen; die bekannten hebräischen Historiker, welche nur allerlei Sammlungen veranstalteten, fast durchweg ohne Umsicht und Kritik und ohne fremde Quellen (wie «euer Olam Rabba et sutta_, Jemoth Olam, Juchasin, Zcmach david, Seder hadoroth, Kore haddorotli,) und die nur einzelne Perioden und Verhältnisse umfassenden Schevet Jehuda und ähnliche, sogar die schöner geschriebene und sehr interessante Chronik von Joseph Cohen (1553) können sämmtlich nur als historische Hülfsmittel angesehen werden. Inzwischen ist dadurch dem Mangel nicht vollständig abgeholfen, insbesondere für unsre Gegend, wo noch alles gern hebräisch liest, und die deutsche Sprache für Israelitische Angelegenheiten nur bei einer kleinen Zahl beliebt ist. Diesem Bedürfniß ist nun der bekannte Schriftsteller und Dichter Salomo Cohen dadurch entgegen gekommen, baß er ungeachtet seines bereits vorgerückten Alters diese Mühe übernahm, bas Jost'sche! Werk, in drei Bände zusammengedrängt, ins Hebräische übersetzt herauszugeden. Der erste Band erschien Warschau 1838. Da inbeß nur wenige Eremplare davon bis jetzt ins Ausland gekommen sind, so ist es wohl hier am Orte, eine kleine Anzeige davon zu veröffentlichen, theits um es bekannter zu machen, theils auch um es nach seinem Werthe zu würdigen, was unsers Wissens noch nirgend geschehen ist. Herr Cohen läßt sich über seine Arbeit im Eingänge also vernehmen: *) Ich glaube, daß Koheleth das letzte Werk im Kanon ist; die letzten Verse, welche warnen, nicht zu viel Bücher zu schreiben, scheinen den Sammlern anzugehören, und der Schlußvers sagt noch deutlicher, daß hier das Ende des Ganzen sei. Schon die Alten (Pesiktfia & Midr. Raba) erklären die Warnung dahin, daß man nicht esoterische Bücher (Apokryphen) lesen solle. — Ja ich möchte fast glauben, daß die thalmudische Stelle (B. B. 12 ), worin gesagt wird: „Hiskiah und seine Gefährten haben Iesaiah, Proverbien, Hohelied und Koheleth geschrieben," auf denselben Ben Hiskiah und seine Gefährten ziele denen man (Schab. 81.) die Megillath Thaauith zuschreibt, und dessen Vorsorge auch die Erhaltung des Propheten Ezechiel beigemessen wird. Der König Hiskiah kann nicht gemeint sein, denn der war schon in Iesaiahs Lebenszeit gestorben. — Dieser Hypothese steht entgegen Prov. XXV. 11. wo ausdrücklich König von Juda hinzugefügt; allein man lese Mär. Rad. 105, und Aboth v. R. Nathan zu dieser Stelle; auch fehlte diese Apposition in mancher Handschrift bei Kennieot. — Vergl. übrigens Chag. 13., woraus noch manches in Betreff des Abschlusses des Kanon zu entnehmen. — Doch dazu ist hier der Ort nicht. — D. Vf. „Betreffend den Zusammenhang der Begebenheiten hielt ich mich an die Geschichte der Israeliten eines unserer Glaubensgenossen in 9 Bänden, welcher durch seine ausgebreitete Literatur- und Sprachkenntnisse im Stande war, aus vielen und seltenen Werken zu schöpfen, auch mit Kritik zu Werke ging, um die Wahrheit zu ermitteln, insbesondere die Chronologie genauer ordnete, so baß ich mich auf ihn verließ. Was aber seine Urlkeile anbelangt, namentlich Lob ober Tadel über Motive, ferner seine Ansicht von Ursache und Wirkung so bin ich durchaus von ihm abgewichen. Wenn gleich ihm niemand darüber einen Vorwurf machen darf, daß er ohne Ansehen der Person frei seine Meinstng äußert, so geht er doch hierin öfters zu weit, und erlaubt sich gegen die Tradition unsrer Weisen zu sprechen, was durchaus unrecht ist." — Was soll man von dieser Aeußerung denken? — Ich habe den ganzen Band von Anfang bis zu Ende sorgfältig gelesen, und durchweg, mit geringen Abweichungen nur eine wortgetreue Uebersetzung des Io st'scheu Werkes gefunden. Das hätte der Vf. ohne Hehl sagen sollen. *) — (Schluß folgt.) Historische Notizen und Fragen. (Würtemberg.) Kürzlich fand ich ein altes Merkchen mit dem Titel: Rabbi Abrabami Eleazaris uraltes chymisches Werk. Es wird außerdem darin berichtet, daß dieser gelehrte Jude dieselbe Schrift in Lateinischer. Arabischer, Chalbäischer und Syrischer Sprache. und zwar einige Jahrhunderte nach Zerstörung Jerusalems verfaßt habe. Man nennt ihn ferner den Kommentator Formarum hieroglyphicarum Tubalkaini, und einen ausgezeichneten Chymiker u. s. w. Das Buch enthält viele mystische Figuren, und chymischc Zeichnungen, auch öfters Klagen über das Schicksal Israels. Weder Iost's Geschichtswerk noch eine rabbinische Literatur kennt obigen Abraham. Was für ein Gelehrter mag wohl darunter verstanden sein? n. (Anm. d. Herausgebers.) Bei Notizen obiger Art über seltene Bücher wäre immer eine genaue Beschreibung des Buches, mit vollständiger Angabe des Titels, des Druckorts und Jahrs, des Umfanges, so wie des Inhaltes wünschenswcrth. — In Nr. 22 und 27 der Annalen von 1839 ist der Wunsch ausgesprochen, baß die verschiedenen Quellen der Jüdischen Geschichte, besonders einer eventuellen Kirchengeschichte, mehr ausgebeutel werben möchten. Als solche Quellen dienen nun, außer alten Gememdeprotokollen, Verträgen und Grabsteinen, auch die sogenannten Memorbüchlein, welche vordem alljährlich am Sabbath vor dem Wochenfest und am Sabbath Hason öffentlich m der Synagoge memvrirt wurden. Die meisten enthalten natürlich dieselben berühmten Namen, allein in einigen zeigen sich auch verschiedene Namen, öfters mit Beifügung von Ort-Namen, welche entweder ihr Vaterland oder ihren Amtsort bezeichnen, was für die Geschichte meist nicht gleichgiltig ist. Jedoch können diese Quellen nur mir der größten Vorsicht und Kritik benutzt werden, wenn der Hypothesenmacherei nicht Thür und Thor geöffnet werden soll. W. In Merkle's Werk über „Voralberg" finden sich folgende urkundliche Nachrichten über die Ansiedelung der Juden in Hohenems: Die ersten isr. Familien (es waren, wie man sagt, nur *) Vor mehreren Iabrcn hat der Vf. mir einen Theil des Manuscripts mitgetheilt, und mich um Bemerkungen dazu ersucht, die ich ihm auch um so eher zusagte, als ick selbst manches verbessert zu sehen wünsckte. Nachmals war nicht mehr davon die Rede. Ich kenne auch die hebräische Ausgabe gar nicht. Es wäre schade, wenn nach so vielen neu hinzugekommenen Studien, welche ich der zweiten Auflage emzuverleiben gedenke, noch immer bloß der alte TM übertragen würde. I.

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