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Israelitische Annalen · 1840-06-19 · Heft 25 (19.6.1840) · p. Seite 219

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 25 (19.6.1840)
Date
1840-06-19
Page
Seite 219 (sequence 7)
Language
German
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kam b. Joseph Halva, dessen Bruder David- Halva auf dem Sckiff des sehr berühmten (?) Amram Elmalich vor drei Jahren ebendaselbst angekommen ist. 2) Betreffend den Enkel des Maimonides, welcher in Kastilien und Navarra Geld sammelte, so bezieht sich dies darauf, daß einst gegen R. David (Nagid genannt) Derläumber austraten. Vergl. Juch. ed. Amst. 69. 2 (wo bar st. rab. steht) über welche Geschichte wir in der Lebensgeschichte des Maimonides naher berichten werden. Hier nur so viel, daß ein Theil des bessern Ausgangs, welchen Joch, dem Gebete des R. David zuschreibt, wahrscheinlich dem zusänrmengeschossenen Gelde beizumessen ist. Denn er sowohl als feine beiden Sohne, Abraham und Salomo galten sehr viel bei ihren Zeitgenossen. Juch, macht dabei, wie oft, chronologische Fehler. 3) Heber die aera oootractum spricht schon genügend Asarjah dei Rossi Abschn. 24. 25. Ich füge noch hinzu, daß in der Kgl. Bibl. zu Paris Orat. Nr. 76 auf dem Titel mit Quadratschrist zu lesen ist nnon 'inznx'i rit^n tut bv y: iron nnn roty ]vd rn6 nwy x™ dtq rmi3tß6 pw n^nvptyDm nxo (d. i. Salomo Cohn hat zu Cahira den Märtyrer-Tod erlitten. Sontag, 19. Sivan 1753 Contr.) Wirklich schrieb man nach dieser Aera in ganz Aegypten bis R. D. Abu Simra, nach dem Vorgänge der Spanier und Palastiner und Syrer bis Haleb, auch dort diese Jahresrechnung adschaffte. Jetzt gilt die aera cvutr. fast nur noch in den alten persischen und medischen Ländern. Selbst in Bagdad schreibt man nach dem Wclljahre, s. die Aprobation des R. Mofe Chajim 1831 (wo gedruckt?) zu einem Buche des R. Israel Askenasi von Jerusalem. *) Nachrichten nrrd Correspondenzen. Palästina. — Ein ausführliches Schreiben eines Emigranten aus Polen, vom vorigen Monate, welcher selbst mit verschiedenen Missionen in Angelegenheit der Unterstützung der Armen in Jerusalem beauftragt worden, und im vorigen Jahre mit seinen Angehörigen in Jerusalem lebte, (wo seine Mutter und seine Frau an der Pest starben), und dann eine Reise nach Europa unternahm, giebt uns ein höchst beklagenswerlhes Bild von dem entsetzlichen Mißbrauche, der von den dorthin gesandten Unterstützungsgeldern gemacht wird. Dasselbe enthalt alle Einzelnheiten und führt alle diejenigen Personen mit Namen auf, welche sich eines so argen Mißbrauches schuldig machen. Wir erachten es für die Pflicht eines öffentlichen Organes, die Aufmerksamkeit der menschenfreundlichen Geber auf diese Umstände hinzulenken. welche insbesondere auch dem um die Armen-Unterstützung unendlich verdienten Herrn H. L. in Amsterdam nicht bekannt zu sein scheinen. 'Wie sehr auch ein derartiger Bericht leicht als einseitig verdächtigt werden könnte, so ist er doch der Beachtung in so weit würdig, als er eine Untersuchung im Interesse der benachkheiligten Armen und der zweckmäßigen Verwendung so vieler Spenden überhaupt zu veranlassen sich eignet. — Abschrift ist dei unsrer Redaction zu erlangen. — Triest. — Der wackere Professor S. D. Luzzato in Padua hat vor kurzem wieder eine Fundgrube für seine antiquarischen Studien zum Geschenke erhallen, und wird *) Der Herr Einsender erinnert hierbei an die seiner Ausgabe des Eldad beigedruckte Correspondenz mit dem Mar Schau! zu Bagdad. Wir tragen Bedenken, diese Bemerkung beizufugen, da die Kritik jenen Brief aus Bagdad anzuerkennen schwankt. Eine nähere Aufklärung und strenge Nachweisung der A^chthelt wäre wohl der Mühe werth, schon um die Zweifel zu beschwichtigen. D. H. wohl nicht verfehlen, der gelehrten Welt bald daraus' Merkwürdigkeiten mitzutheilen. Es ist ein Mscr. von 138 großen Blättern, 7»5 Respovsa der berühmtesten Lehrer enthaltend, und zwar außer den RGA. der Geonim (die im 8L/ in veränderter Folge abgedruckt sind) noch viele vom R. Gerschom, Raschi, Tham, und zuletzt noch eine Nachlese vom Geonim; daran geheftet noch über 899 RGA. vom Adereth, Rosch u. A., die meisten defect, aber doch wichtig und manches bisher Unbekannte dardietend. Gallizien. 28. Mai. — Es ist nunmehr gewiß, daß Rapaport nach Prag geht. (Für die Wissenschaft ohne Zweifel ein bedeutender Gewinn.) — Der als Forscher bereits rühmlickst bekannte R. Nachman Krochma! hat einen Ruf nach Berlin erhalten, aber bis jetzt nicht angenommen. Rkeinpreußen. — Im Trier'schen Rabbinat wird nächstens eine Concurren; eröffnet werben. So viel ist aber gewiß, baß man neben den Hauptqualificalionen durchaus gelehrte theologische Bildung von demjenigen verlangt, welcher in unserer Zeit diese Stelle bekleiden soll. — Die in Nro. 18 erwähnten Zwistigkeiten sind ausgeglicken; die Verwaltung hat alle Beschwerden durch öffentliche Rechenschaftsablegung beschwichtigt. — Die Nachricht aus Saarbrücken daselbst ist dahin zu mobificiren, daß durch die Bemühung des Consistorial - Rathes Herrn Schloß, als Mitgliedes der Schulcommission, die hiesige Schule einen tüchtigen Lehrer erhalten hak, und anderweitige Verbesserungen eingeführt sind ober noch werden sollen. — Literatur. Ueber den Ursprung der wider die Juden erhobenen Beschuldigung, bei der Feier ihrer Ostern sich des Blutes zu bedienen, nebst kurzer Darstellung des jüdischen Rituals in Beziehung auf den Genuß des Blutes. Historisch-Kritischer Versuch von vr. Karl Ignatz C o r v e. Berlin bei Fernbach jun. 66 S. 8. Ein zeitgemäßer Gegenstand, der wahrscheinlich noch manche Feder in Bewegung gesetzt haben wird. Dieser Erstling literarischer Productionen über ein Thema, bas man eigentlich nicht mehr aufsprießen zu sehen erwarten durfte, will, dem Titel zu Folge, das Unkraut dei der Wurzel fassen und so dessen Verbreitung Vorbeugen. — Wir zweifeln nickt, daß der Titel große Erwartungen erregt, und baß mancker mehr zu finden gedenkt, als gegeben ist, oder vielleicht überhaupt gegeben werden kann. Darum wollen wir den Ideengang des Schriftchens in allgemeinen Umrissen hierhersetzen. Nach einer kurzen Einleitung wird zunächst darauf hingewiesen, daß das Blut in den ältesten Zeiten als ein Sühnmittel betrachtet worden sei, daher früh schon blutige Opfer und bald Menschenopfer in Gebrauche, wovon viele Beweise vorgeführt werden. Dann wird dargethan, daß man das Blut als Heilmittel angesehen habe, und Aberglauben damit trieb. Hierauf wird die Intoleranz des Heidenthums näher beleuchtet, indem der Verfasser durchaus behauptet, es sei nicht möglich Religiosität mit Toleranz zu verbinden, und letztere als ein Kind des Jndifferentismus verwirft. Die Beschuldigungen, welche die Cdristen zu ertragen hatten, werben durchgenommen, und erscheinen dann wieder als dieselben Mittel in den Händen der Christen, um das Judenlhum zu verfolgen. Die Corruption der Sitten im Mittelalter tritt als ein Faktor hinzu, um manchem sonst unglaublichen Wahn Eingang zu verschaffen. Hierauf wird untersucht, in wie weit die Juden von der allgemeinen Verberbniß frei geblieben sind, und daraus folgt bann, mittelst Anziehung ihrer gesetzlichen Aeußerungen und Vvdschristen, der Beweis von dem Ungrunde jeder Beschuldigung,

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