Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 25 (19.6.1840)
- Date
- 1840-06-19
- Page
- Seite 218 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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218 5 Tage seien. Da der Östron (Ueberschuß) von einem Mondjahr (von 354 Tagen) 8 Stunden und 876 Theilcden sind, so machen doch 8 Stunden in 3 Jahren einen Tag und 876 Theilchen in 30 Iabren wieder einen Tag zusammen? Darauf wird geantwortet: weil es nicht jährlich geschiehet, wird es auch nicht beachtet." Wenn wir den kleinen Cyclus von IS Jahren berechnen, finden wir 235 Mondmonate, dann kommt Sonne und Mond zusammen, und es bleibt nicht mehr zurück als 1 Stunde und 485 Theilchen. IS Mondjahre haben 6939 Tage, 16 Stunden und 595 Theilchen; bividiren wir diese Tage in 235 Monate, so haben wir 124 Monate Meleim zu 30 Tagen und 111 Monate Chasserim zu 29 Tagen, und so siehet man deutlich, daß in keinem Jahr mehr als 8 Chasserim sein können, weil 6 Mal 19 schon 114 macht, und nur 111 Monate Chasserim sind; daher ist nothwendig, daß im ersten Cyclus nicht mehr als 3 Chasserim und im zweiten Cyclus, wo die 16 Stunden schon mehr als einen Tag machen, nicht mehr als 5 Chasserim sein können, und ebenso im dritten Cyclus; da aber die Acherim das Jahr für Kessidron (regelmäßig wechselnd) halten, das heißt einen Monat zu 29 und einen zu 3S Tagen, ist es nicht zweckwidrig, 7 Chasserim und die gemeinen Jahre für 9 oder 8 Meleim zu machen? Es wäre weit besser, alle Jahre nicht mehr als 6 Chasserim zu machen. (Man sehe das Buch Markebes hamischue von Salomon Chelmo. Ister Theil. Frankfurt a. d. O. 511.)*). Salomon Rosenthal, in Pesth. Maimouides und feine Zeitgenossen. Don »r. Carmoly. Achter Abschnitt, min iWD Als M. das Buch tjxq vollendet hatte, entschloß er sich zur Abfassung eines neuen Werkes; dieß führt den Titel: n*V>n roitfO und enthält in 14 Büchern alle Satzungen, welche Gültigkeit behalten haben, sie mögen die Zeit der Zerstreuung oder die des Tempels betreffen. Sie sind aus allen vorgängigen Werken, Mischna, Thalmud u. s. w. geflossen. Er arbeitete es in reiner hebräischer Sprache aus, und bestimmte cs zum Codex, damit jeder Lehrer schnell jedes Gesetz nach allen seinen Verzweigungen auffinden könne, also um die Mühe des Zusammensuchens der vielfach zerstreuten Satzungen und der daraus zu ziehenden Folgerungen, unnölhig zu machen. Er selbst erklärt dieß und wünscht, daß durch dieß Handbuch das Gesetz in allen seinen Theilen jedem leicht und geläufig werde, ohne daß er sich in die frühere Meinungsverschiedenheit einzulassen brauche. Er will namentlich es dahin bringen, daß der Gelehrte keines andern Studiums weiter bedürfe, als der heiligen Schrift und seines Codex. Der Verf. des Seder haddoroth erzählt f. 54. 4., er habe in einer alten Handschrift die Nachricht gefunden, daß der Nagid (Vorgesetzte) David. Enkel des M>, im Namen seines Vaters berichtet, sein Großvater habe 10 Jahre mit Abfassung dieses Werkes zugebracht, und die ganze Zeit sein Studierzimmer nicht verlassen, bis es vollendet war. Er schreibt auch an Jonathan Cohen von Lünel (Briefe Ed. Prag f. 63. l. und -ynn 41.), baß dieß Werk ihm 10 Jahre gekostet habe, und zwar von 1168 (da er den Mischna-Commentar beendigte, dis 1178, in welchem er über den Kalender schrieb, wozu die Vorrede schon 117? *) Einsender dieses ist durch seine literarischen Arbeiten bekannt. Dem Ausländer ist es wohl zuzuschreiben, wenn uns der Ausdruck nicht ganz klar vorkommt. Wir haben indeß auf sein Verlangen den Aufsatz unverändert abgedruckt, voraussetzend, daß die, welche sich mit dergleichen Rechnungen befassen, sich darin leichter orientiren werden. D. H. verfaßt worden. Js. Israeli berichtet also im Jesod Olam IV. 18. unrichtig, daß er 1176 sich dazu angeschickt und 1188 es geendigt habe. Auch Juchasim setzt unrichtig 12 I. zwischen beide Werke. W«e dem nun sei, und so groß und anstaunenswcrth auch das Werk sei, so bat doch M. seinen Zweck nicht erreichen können, es zum Codex allgemein und allein angenom« men zu sehen, und das aus 3 Gründen: 1) War es dem Forscher nicht gleichgültig, die Quelle jeder Satzung zu kennen, bei ihm aber findet sich kein Nachweis; diesen Mangel hat er selbst in seinem Briefe an R. Pinekas in Alexandrien (Briefe f. 22. 2.) bemerkt. Ja er sagt darin, daß er damit umgehe, zu den schwer aufzufindenden ein besonderes Nachweisungsregister anzufertigen. 2) Widerspricht er oft früher» Gelehrten, und dieß macht eine nähere Begründung nöthig, welche in dem Werke nicht gegeben ist. 3) Kommen in seinem Werke viele Dinge vor, die nicht aus jüdischen Quellen fließen, sondern von Griechen und Arabern herrühren, dieß namentlich im jnon 'D* Was denn auch die französischen und viele spanischen Rabbinen so aufbrachte, daß sie das Buch zum Feuer verurtheilten. Alles das ist zu bedauern, denn wer seine herrliche Ordnung und Eintheilung. seinen klaren Ausdruck, seine Kürze und Gedankenfülle mit der Menge der Bücher, welche Andere ohne Ordnung und Sorgfalt bearbeitet haben, vergleicht, der muß dem Elia B. Benjamin beipflichten, welcher schon vor 300 Jahren (nmen max 1Xx ) sich also ausdrückt: „Viele Fragen sind nach dem Schluß des Thalmuds noch als zweifelhaft dargestellt, und das bringt bedeutenden Zeitverlust. Ist es nicht genug, wenn wir alle Satzungen befolgen, wie sie M. klar und kurz ausbrückt, statt dem Mordechai und Se Ma G. und a. zu folgen, welche noch mehr Schwierigkeiten darbieten, als selbst der Thalmud, und noch dazu unter einander uneins sind. Hielte ein Späterer des M. Worte für zu kurz, so durfte er dessen dunkle Parthien nur erläutern. Ich lobe mir da die Bewohner des Südwinkels (?) der Küste des Oceans, von denen R. Obadja (nämlich aus Bertinoro; er war im Jahr 1488 nach Jerusalem gewandert) meldet, daß einige nach Jerusalem gekommen waren, welche berichteten, man kenne dort kein anderes Buch, und Jeder sei darin bewandert." Beantwortung der in Nr. 16 enthaltenen Anfragen Von vr. Carmoly. 1) Der Herr Herausgeber wünscht nähere Nachrichten über vr. Edrehi*), welcher in Livorno war und nach Jerusalem zu gehen beabsichtigte. Da ich diesen Mann genau kenne, so will ich offen sagen, was ich von ihm weiß. Er heißt: Mose b. Jsak Edrehi, kam vor etwa 30 Jahren aus seinem Datcrlanbe Marokko nach Holland, ging von da nach England, Frankreich und Deutschland, bald als Gewürzkrämer, bald als Herausgeber seiner Bücher qv>h rnirv nitfDT1 und qiDj obwohl er kein Wunderthäter ist, denn er versteht nichts von Wissenschaft oder Sprache. Letztgenanntes Merkchen, welches Nachricht giedt über Juden jenseit des Sambation, und er erst in Amsterdam 1818 ebirte ins Deutsche übersetzte, ist dieselbe Schrift, welche er in London englisch mit seinem Bilbniß herausgegeben hat. Dort war er viele Jahre in der portugiesischen Gemeinde (s. Hebrew English Almanac for the Year 5598 — 9) wo damals noch mehrere Afrikaner sich befanden, unter andern A. Adra- *) Eine andere Notiz von zuverlässiger Hand, ebenfalls sehr ungünstig urtheilend, ist uns privatim übergeben worden, ohne Erlaubniß, sie zu veröffentlichen. Jedenfalls stimmen die Urtheile der Sachkenner überein. Wieder eine Warnung gegen die gar zu gern lobhudelnden Zeitschriften, die ein jedes fremde Gewand alS ein Wunder anstaunen! D. H.