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Israelitische Annalen · 1840-06-19 · Heft 25 (19.6.1840) · p. Seite 220

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 25 (19.6.1840)
Date
1840-06-19
Page
Seite 220 (sequence 8)
Language
German
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220 betreffend den Gebrauch irgend einer Art Blut zu religiösen Ceremonien. Wir stimmen mit diesem Ergebniß gewiß überein, und glauben, daß die übrigens gute Darstellungsweise des Verfassers auch bei Unkundigen denselben Eindruck Hervorbringen werde, und das wäre genügend, um das Büchlein zu empfehlen, welches außerdem für den minder in der Geschichte bewanderten Leser manche Notiz enthält, die nicht ohne Interesse sein dürfte. — Für den Kenner ist die Beweisführung an und für sich nicht schlagend; man erkennt nicht recht, wie fern die Entwickelung der ersten 50 Seiten zur Erzeugung des auf den wenigen folgenden Seiten dargelegten Schluffes beiträgt; denn dasirt die Unschuld auf gesetzlichen Aussprüchen, so genügen diese, ohne alle weitere Einleitung, es wäre denn, daß in dieser wiederum die Anlässe zu den gesetzlichen Aeußerungen hervvrträten. Letzteres ist aber hier keinesweges der Fall. Hieraus folgt, daß der Ursprung des Wahnes in diesem Versuche, in der That nicht historisch nachgewiesen ist. Wir erfahren nur, daß er entstanden ist, und zwar aus verkehrten Begriffen überhaupt, und böslichen Absichten insbesondere. Wir vermissen auch die sogenannte Darstellung des Rituals rc., welche, wie sie dasteht, eigentlich gar nichts weiter giebt, als die allgemein bekannte Verordnungen über strenge Meidung des Blutgenusses. Historisch-Kritisch ist das Schriftchen eben so wenig, indem es sehr selten Quellen nachweist oder beurtheilt, die meiste historische Fakta aber nur sehr oberflächlich, unbestimmt und nebelhaft vorführt, und außerdem die bereits vorhandene Literatur der vorliegenden Frage ganz und gar ignorirt. Allein im Ganzen ist das Büchlein doch nicht mißlungen, und wird immerhin sein Scherflein zur Zerstörung der Vorurtheile beitragen. Das beste Mittel gegen letztere ist jedoch eine wohlgeordnete und humane Justiz, wie denn schon in Damask alle Eingeständnisse zurückgenvmmen sind, und mit dem Eintritt einer menschlichen Behandlung (leider erst am 23. April) verschwindet auch die Anklage und selbst der Glaube an das Verbrechen, welches auf keinen Fall von den Unglücklichen begangen worden, die man so schändlich gefoltert und gemartert, theilweise hingemorbet hat. Und doch wollen französische Staatsmänner behauvten, der Veranlasser solcher Greuel habe lediglich seine Pflicht gethan! Genug! Hoffentlich war dies die letzte Gluth des nochmals entflammten Fanatismus, wenigstens in dieser Sache! Kurze Anzeigen. Die Synagoge. Eine jüdisch-religiöse Zeitschrift zur Belehrung und Erbauung für Israeliten. In Verbindung mit vielen jüdischen Ge.lehrten, herausgegeben von Dr. L. Adler, (jetzt Rabbiner in Kissingen.) München bei Fleischmann. Von dieser reichhaltigen Zeitschrift, die ihrem Titel auf alle Weise entspricht, ist mit dem Osten Hefte nun auch der zweite Jahrgang geschlossen, welcher recht belehrende Aufsätze, Betrachtungen, Darstellungen, Reden und Anzeigen enthalt, alles populär und zweckmäßig vorgetragen. Wir halten diese Zeitschrift einer weitern Verbreitung würdig. NL'Q rnin Der Pentateuch oder die fünf Bücher Mosis in correctem hebr. Teile mit wortgetreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung und erbaulichen und homiletischen nutzbaren Andeutungen für Juden und Christen bearbeitet von vr. S. Herxheimer, Herzoglicher Landesrabbiner zu Anhalt Bernburg, Berlin bei Lewent, schreitet vorwärts und ist bis zum vierten Hefte gediehen, welches bis Erod. Ende reicht; die Fortsetzungen werden schneller nacheinander folgen. Die vorliegenden Hefte bleiben ihrer Grundidee getreu, und es steht zu erwarten, daß das Ganze in gleicher Haltung werde vollendet werden. Verslag nopeiis de Imvijding der Synagoge te Veeuhuizen, op den 23sten en 24sten Augustus 1839. Dazu Leerrede gehouden ter Gelegenheid van de Imvijding der isr. Kerk in de Kolonie der maatsappij van Weldadigheid Veeuhuizen, op Vrijdag den 23sten Augstus 1839. door H. J. (Dergl. unfern Bericht, Annalen 1839. S. 318.) Beide Schriftchen sehr leienswerth. Beantwortung: Der Bericht über eine Feierlichkeit zu Tr. eignet sich nicht für die Annalen, da sie keinen öffentlichen Charakter hat. — Eingegangen mehreres über die projektirte En cyclo päd ie, wovon in nächster Nummer. Anzeigen. In allen Buchhandlungen ist zu haben, in Frankfurt am Main bei I. D. Sauerländer: Vr. I. M. Joft's allgemeine Geschichte des Israelitischen Volkes, sowohl seines zweimaligen Staatslebens als auch der zerstreuten Gemeinden und Secten bis in die neueste Zeit, in gedrängter Uebersicht zunächst für Staatsmänner, Rechtsgelehrte, Geistliche und wissenschaftlich gebildete Leser. Aus den Quellen bearbeitet, in zwei Dänden. Berlin. C. F. Amelang. 1832. Rthlr. 4%. fl. 8.33 kr. rh. Dies Werk ist kein Auszug aus dem größernWerke desselben Verfassers (Geschichte der Israeliten seit der Zeit der Maccabäcr, Berlin bei Schlesinger 1820 — 8, 9 Bände) wie zum Theil schon der Titel zeigt. Es enthält vielmehr auch die ganze ältere, biblische Geschichte, berichtigt überall die spätere, und führt sie bis auf 1832 fort. In allen Buchhandlungen sind zu haben, in Frankfurt a. M. durch I. D. Sauerländer: Jüdische Briefe von vr. Gabriel Riesser. Zur Abwehr und Verständigung. Erstes Heft. 8. Rthlr. %. B erlin, Mai 1840. Beit Ss Comp. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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