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Israelitische Annalen · 1840-06-12 · Heft 24 (12.6.1840) · p. Seite 207

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 24 (12.6.1840)
Date
1840-06-12
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
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207 Kindes Blut geschrieben werden müsten) einer auf Las Hauyt, der andere in den Mund, der dritte aber in die rechte Hand gelegt werden; *) Zn Gegentheil wollen andere nach dem gemeinen Wahn behaupten, sie müßte bas Blut seldsten, wann es seine Würkung machen sollte, in sich schlucken. Zweytens, wäre gemeldtes Blut unumgänglich nöthig j zu denen so genannten ungesäuerten niSD Mazoth oder j Oster-Kucken, welche sie den vierten Tag unserer Chorj Wochen **) zu machen bemüßiget wären. I Drittens, so gar der Wein, mit welchem sie ihr Oster- J Fest begehen, mit selbiger vermischet werden. §) > Viertens, würde'der mit dem Tode ringende Zud mit! erst-gemeldten Blut, bei der Scheidung seiner Seelen vom Leib, besprenget, unter dem Zuruffen der um sein Bcth siebenden:-Daß, so fern Christus unser Erlöser der wahre Messias seye, ihme auch dieses Christen-Blut (als welches durch den Werth des sterbenden Heylands geadelt worden wäre) dem Hinscheidenden zur Versöhnung seiner wider j Gott begangenen Lastern dienen solle. Wann nun alles dieses, wie es erzehlet wird, der Wabrbeit gemäß sein solte, so wären Christliche Obrigkeiten nicht zu verdencken, so fern sie dieses so verruchte unmenschliche Volck mit Feuer und Schwerdt verfolgten, und sie mit i raffenden Hunden zerreissen, oder Glied-weiß durch den ' Hencker zu zerstücken befehlen möchten. Aber ich, der ich unter Anführung meines Vatters als Ober-Land-Rabbiners zu Berlin und der gantzen Chur-Brandcnburgischen Marck, so gar in meiner zartisten Zugend die genaueste und verborgneste Heimlichkeit des gesammten Zubenthums Haar-!? klein kennen gelernet, weilen er einstens einen Mann seines Gewerbs aus mir zu machen verlangte: kan vor Gott auf meine Seel und Gewissen bezeugen, daß dieses eine aus denen höchsten Unwahrheiten seye, welche in der Welt jcmahlen erhöret worben. Dann erstlich kan der Leser, der mir keinen Glauben beymessen will, für sich nehmen die drey herrlichste Polemicos, welche die Zuden samt ihren Greulcn und Zrrthümern gründlich widerleget, benanntlich Martiui, Schikarduui, und vagenseil, welche Morhoff§) in Bestreitung deren Juden für die berühmtesten haltet, diese, ob sie schon denen Juden ihre Laster nach Gebühre fürgehalten, machen doch keine Selben einiger Meldung des Gebrauchs des unschul- *) Teste Samuel Fridrich Rrentzen neu bekehrten, in seinem Jüdischen adgestreifften Schlangen-Balg, Cap. I. p. 5. **) Diese offenbahre Unwarheit wird zernichtet durch die Ungleichheit der Zeit des Christlich-und Jüdischen Oster- Fests, indeme es sehr selten gescbiehet, daß beyde ihre diese Feyertage in einem deyder Seiths gemeinen Tage und Wochen feyeren und begehen. Nun ist bey denen Zuden gewöhnlich, diese ihre Oster-Kuchen nicht ebender als drey oder höchstens 4. Täge vor dem Fest seldsten zu backen, wie verfertigen sie also jederzeit dieses ihr Oster-Brod den 4ten Tag unserer Chor-Wochen? §) Tesie Anonymo Neophyta bei dem Deila Sale, cit. Eisenmenger in seinem entdeckten Judemhum, Par. ii. p. 222. aus des Tentzels monathlichen Unterredungen. §§) Im Polydistor. digen Kindcr-Bluts, ja ich habe noch keinen rechtschaffenen unpartheyischen Polemieum zu Händen bekommen, welcher dieses als eine gewisse Wahrheit zu behaupten gesucht hätte. Lisenmenger, welcher in die Heimlichkeiten deren Juden tieffer dann alle seine Vorgänger eingesehen, wandert in Zweiffel herum, ja was mehr ist, widerspricht sich seldsten. Dem rachgierigen Lrentzen aber ist destoweniger zu glauben, je mehr er sein vergalten und unzeitizen Eyfer in vielen Orthen verrathen hat. Unterdessen, ob ich mir schon den Haß vieler widersinniger Gemüther durch dieses mein Kämpfen für die Wahrheit gegenwärtiger Sach auf den Hals ziehen werde, bey welchen ich für einen allgemeinen Verfechter Jüdischer Greulen därffte auszeruffen werden, so ist dieses erstlich nicht hinlänglich, solches mein Unternehmen zu verhinderen, weilen der grosse Hieronymus*) mit Recht geschrieben: Certe verum tacuisse, peccatum est, daß es sündlich seye,! die Wahrheit zu verschweigen. Andertens, werde ich durch dieses mein Beginnen dem vielfältig von beyden Theilen aus Verbitterung vergossenen Menschen-Blut sein Zihl und Marckstein setzen, und folgsam bewürcken, .daß die unter ihnen vielmahl erfolgte Mord und Todtschläge unterbleiben werden. So tröstet mich auch drittens nebst Göttlicher Gnad nicht wenig, daß ich nicht der Erste bin, der denen in diej sem Fall unschuldig beklagten Juden das Wort spricht;? indeme mir unlängst ein zum End des vorigen Jahrhunderts gedrucktes Werckel eines Anonymi zu Händen kommen, unter der Aufschrift: Maxim! fructüs monitum, in Fürth gedruckt durch Abraham von Werth, und hat sich der Zusammentrager desselben die Mühe gegeben, die Unschuld deren Zuden in gegenwärtiger Streit-Sach durch öffentliche i Päpstliche Lullen, benanntlich Pu V., Gkegorh ix. & | Ixxocentii IV. darzustellen, gleichwie er auch die Diplomat» j derer Römischen Kayser Fmderici iii., Caroh v., Leopoldi, anzuführen nicht ermanglet, welche alle in Ableinung i dieser Beschuldigung denen Zuden das Wort gesprochen, und sie wegen den Verdacht gemeldtes Lasters schuldig zu I machen unter grosser Straffe verbotten haben; es wäre in , meinen Gedancken diese Schutz-Schrifft nicht übel gerathen, so fern gemelbter Zusammentrager die Gräntzen der Unpartheylichkeit nicht dann und wann überschritten hätte; allein, nachdeme verschiedene Historische Bücher mit dieser oder jener Uebelthat, welche einige aus ihrem Mittel wider das Christenthum begangen, angefüllet sind, und von welchen j die erheblichste Pies v. in seiner Bulla, welche in der Zahl die 80.igste ist, berühret; So will ich (der nicht gekommen, derer Zuden hier und dort an denen Christen verübte! Unthaten zu beschönen, oder gar zu verkleistern) gantz gern I bekennen, und zugestehen, daß öffters einige unter ihnen gefunden worden, welche aus Haß des Christlichen Rahmens, oder aus Liede zu rauben, und fremdes Gut an sich zu ziehen, das unschuldige Blut unserer Gläubens-Genoffenen, besonders aber Neu-Getauffter, vergossen haben; Dahero *) Dil). 2. advers. Pelagian. 24*

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