Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1840
- Issue
- Heft 24 (12.6.1840)
- Date
- 1840-06-12
- Page
- Seite 206 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Aloysii v. Sonnenfels, Der Uralten und Welt-berühmteft Wiennerischen l’niversit:Mitglied?, Jüdischer B lnt - E ekel, Oder Das von Gebrauch des unschuldigen Christen-Bluts angeklagte, untersuchte, und unschuldig-befundene Judenthum, Aus Trieb der Wahrheit an Tag gegeben. Mit Erlaubnuß Hoher Obrigkeit. Anxo Domini 1753. Wienn, gedruckt bey Johann Ignatz Heyinger, Erb-Bischöflicher Hof- und DiiiversitätS - Buchdrucker. Es führt das Motto: Dicimur Sceleratissimi de Sacramento Infanticidii, «£* pabulo inde -dicimur tarnen seinper, nec vos quod taindiu dicimur. eruere curatis, ergo aut eruite, si creditis, aut nolite credere, qui non eruistis. Tertul. in Apol. Aique «€* ferae »psae non ea attingunt, quae generissui sunteos verö iilae agnoscunt etiaui, ä quibus adjuvantur, .si quis ergo sit bHlui.s quoque immanior, quamnam ille de tarn nefariiN faclis viudictam sustinen.s, condignas dare . poenas existiuietur * Atheuag. in orat, pro Christian. Der Text lauter genau folgendermaßen: Einleitung. Gleichwie das allgemeine Gesätze der Liebe uns verbie-! tet einiger Versammlung derer Menschen, wessen Irrglaubens sic immer seyn mögen, etwas falsches und widriges anzudichten; Also entspringet aus selbigen auch ein unumgängliche Schuldigkeit, daß wir die unserer seits von selben geschöpfte irrige Bezüchtungen und Dorurtheile, weilen sie der erst-genannten Liebe, und Wahrheit zuwider, zu vernichten, und auszureuten uns bemühen sollen. Dann nebst deme, daß derley dem widrigen Theil falsch angemaste Beschuldigungen sowohl der ewigen, als auch erschaffenen Wahrheit zuwider lauffen, so zerreissen sie auch zugleich das geheiligte Band des allgemeinen Friedens menschlicher Gemeinschaft, und verursachen in denen Gemütern widriger Glaubensgenossen nebst der Verachtung und Verbitterung einen so schädlichen Eindruck, daß sie endlich von unfern Heil. Glauben gar nichts hören wollen, den höchst irrigen > Schluß machend, als wann selbiger auf eitler Falschheit und! Betrug gegründet wäre.; Ich rede dieses aus eigener Erfahrnuß, als der ich von meiner Geburt der Sect derer Juden zugethan, endlich aus unendlicher Barmherzigkeit Gottes, nachdeme mir die Schuppen des Unglaubens von denen Augen gefallen, das Liecht des Evangekii erblicket, und durch das kostbare Blut meines Erlösers von der Schuld des ewigen Todts erkaufet worden. Dann es ist nicht genugsam zu beschreiben, wie stark das Feuer des allgemeinen Ehristen-Hasses in denen Hertzen deren Juden angeflammel werde durch die allererst gemeldete I ungegründete Meynungen, mit welchen sie wider Wissen und Gewissen von denen Christen dezüchtiget werden, welches nebst anderen Ursachen zugleich bisher» verhindert, daß sie nicht Zahl reicher zur Lehre unsers heilig-machenben Gesätzes getretten seynd. Nun auf selbige zu kommen, weiß ich nicht, ob die Juden mit uns lachen, oder zörnen sotten, wann sie hauptsächlich vom Pöbel hören müssen: Ein neu-gedohrnes Kind unter ihnen bringe eine über sein Haupt erhobene Hand-voll Blut in der Stund seiner Geburt mit sich auf die Welt*) samt diesem aber, eine gewisse Mackrl, die dem gesummten Geschlecht, aus welchen es abstammend, allgemein seye, und ihme durch die völlige Lebens-Zeit anhänglich seyn solle, so sich auch alle Monath verneure; Im Sterben aber würden jeden Juden drey Steinlein mitgegeben, um selßige bei seiner Ankunfft in die andere Welt nach unseren Erlöser werffen zu können. Ferner dichtet man von ihnen, daß sie zur Zeit des Donner-Wetters, Hagel, und Blitzens die Fenster Angel-weit aufreissen, in Gedanken, daß sie bei'm stürmenden Himmel die Stund der Ankunfft ihres Messiae gegenwärtig zu seyn vermuthen : hauptsächlich aber kommet hier Orts anzuführen, daß von so vielen Gelehrten zernichtete Gedicht des ewigen annnoch herumlauffen Jubens, von welchen auch sogar unmündige Kinder, wann sie, nur Lallen gelernel, Nachricht zu geben wissen. Lctzlich betteten sie allmonathlich den neusich zeigenden Mond an, und was des dummen Zeugs mehr ist, mit welchen mich ferner aufzuhalten der Mühe nicht werth achte. Alle diese Lehr und irrige Gedichte fallen bei jenen von sich selbsten hinweg, welche entweder die Gründe deren Juden samt ihrer Sprache selbst können gelernet, mit ihnen vertraulich umgegangen, oder gelehrte Bücher neuerer Verfasser, die ihre Sache fleißiger und genauer untersuchet, und berühret, gelesen haben; Aber unseren Pöbel, dessen hartnäckiges Hirn die lang-gewohnte Vorurtheile völlig eingenommen. ist der Jrrthum gemelter Mährlein nicht aus dem Gedanken zu bangen; besonders da selbige noch täglich Christlicher Seite von Gewissen-losen, und lugenhafften Neu-Bekchrlen Nterstützel werben. Dieselbe erst-berührte Sachen könten zwar von denen Juden mit lachenden Mund übergangen werden, aber ein erschröckliches Haupt Laster, bey dessen Anhörung einen jeden Christen das Hertz erzitteren, und erböben muß, wird von denensekbbki' öffentlich als eine gewisse Wahrheit erzehlet; daß sie nemlich in allen ihren höchsten Angelegenheiten das Heyl ihrer Seelen und Leiber betreffend, sich des Bluts eines unschuldig-ermordeten Christen-Kinds bedienen müstcn, dessen Gebrauch in folgenden Zufällen erforderlich: Erstens bey der Geburt, indeme memlich die Mutter m schwären Kinds-Nöthen ihre Niederkunfft nicht leichter beschleinigen könne, es seye dann: daß ihr drey Zettel benahmtlich n^p Kameali (welche statt der Dinten mit besagten *) Lexicon unircrs. unter dem Wort Juden.