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Israelitische Annalen · 1840-06-12 · Heft 24 (12.6.1840) · p. Seite 205

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 24 (12.6.1840)
Date
1840-06-12
Page
Seite 205 (sequence 1)
Language
German
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1840. IS. Juni. Nw 34. Israelitische Annalen. Ein Centralbl^att für Geschichte, Literatirr und Cuttur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Ivst. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer, bisweilen 1% Bogen'; Preis des Jahrganges 2 Rthlr. fl. S; man subscribirt bei allen lobl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Mnes gelehrten Proselylcn unumwundene Erklärung, betr. die Blutbeschuldigung. — Erklärung und Antrag eines Rabbinen über denselben Gegenstand. — Kritische Studien von Rabbiner Marc» Mortara (Forts.) — Nachrickren und Correspondenzen: Brüssel; Ungarn; Hamburg; aus Oberfranken; aus Würtemberg. — Briefe über BolkSschriften (Schluß.) — Literatur. — Kurze Anzeige. Cines gelehrten Proselyten unumwundene Crklärung, betreffend die so oft wiederholte und neuerdings wieder angeregte Blutbeschuldigung. Wo wäre jetzt der Halbgott, dem es gelänge, die Hyder unsrer Zeit zu bekämpfen, die hundertmal hundert Köpfe herausreckt und aus jedem mit unzähligen Zungen zischt?-Es ist dem bösen Geiste gelungen, ein solches Ungeheuer zu schaffen, und vergebens widerstrebt unser Jahrhundert mit dem Schwerte der Themis in der Hand. Selbst in die Organe des Friedens und der Liebe hat es sein Gift ergossen, und wer weiß wie lange dies noch nachwirkt? — Was vermögen da die Betheuerungen der Unschuld, was das Vertrauen auf die waltende Gerechtigkeit, was die Zuversicht auf die zMhmende Gesittung, wenn die Unschuld verdächtigt, die Gerechtigkeit irre geleitet und die leicht empfängliche Masse dem Aberglauben zwar entrissen, aber mit den seltsamsten Wahngebilden getäuscht wird, welche alle Liebe ertödten und den Stachel des Menschenhaffes zurücklassen? In diesem Augenblicke scheint der Sturm, welcher jdie furchtbare, seit Jahrhunderten vielleicht nicht vorgekommene Grausamkeit der orientalischen Justiz erregt hat, mit den angerichteten Zerstörungen zufrieden, sich gelegt zu haben; allein jeder neue Lufthauch vermag ihn wieder anzufachen, und wer weiß, wohin die blinde Menge fortgerissen wird, wenn die wilden Elemente toben. Darum halten wir es für angemessen, hier einen Abdruck von der gewiß überall glaubhaften Erklärung eines Proselyten— Sohnes eines Berliner Rabbinen, und nachmaligen Professors in Wien*) — vom Jahre 1753, hier einzurücken. Sie mögen denen, die von einem unwissenden und leicht beihörten Volke umgeben sind, als eine einfache Waffe dienen, um derartige bösliche Insinuationen, wie selbige leider selbst die besten Zeitschriften, oft ohne Ahnung der schrecklichen Folgen, zulassen, abzuweisen und völlig zum Schweigen zu bringen. Es wird genügen, von dem in lateinischer und deutscher Sprache erschienenen Werke, worin alles mit Gelehrsamkeit belegt wird, die Einleitung hier mitzutheilen. Der Titel des Werkes lautet: *) Die öffentlichen Blätter haben bereits einer ähnlichen öffentlichen, feierlichen mit einem Eibe bekräftigten Erklärung eines jetzt lebenden hochgestellten Geistlichen in Wien, der ebenfalls Proselyt ist, erwähnt. Um so wichtiger tst es, auch die vor 87 Jahren im Druck erschienene näher zu kennen, welche zeigt, daß in früheren Zeiten die Sache sich eben so verhielt.

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