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Israelitische Annalen · 1840-06-05 · Heft 23 (5.6.1840) · p. Seite 202

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 23 (5.6.1840)
Date
1840-06-05
Page
Seite 202 (sequence 6)
Language
German
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202 Weise, daß meine Münze gearbeitet ist vom p pva 'Ti TOD Ein herrlicher Fund, in der That! Davor muß p stch zurückziehen, obgleich es so deutlich dasteht! und ist bloß für ein Wortspiel aus den Psalmen zu halten! Darum ist die Aehnlichkeit des Bildnisses mit Ludwig d. Fr. trotz der Aussagen bewährter Antiquare, zu leugnen! Darum müssen fünf schöne Eigenschaften einem Menschen beigelegt werden, der nur durch eine Bemerkung in einer Handschrift, die für ihn geschrieben worden, bekannt geworden! Darum muß die Formel;m: mWD erzwungen werden, um an planetarische Bewegungen zu erinnern, während ja solche Formel ohnehin schon alt ist, s. Daniel IV. 14. Targ. Esth. i. 13. und Ez. xx. 18! Darum mußten die Bilder auf eine Weise dargestellt werden, wie sich in den alten Werken nicht finden*)! Darum mußte ein w neu hinzugedichtet werden, um herauszubringen! (Hr. G. Levy macht daraus, und macht bann Einwürfe gegen mich! Cher wäre daraus zu machen; doch ist das lauter leeres Herumrathen.) Darum müssen alle nicht zusagenden Wörter z. B. die lateinischen und griechischen, unbeachtet bleiben! Darum müssen um des Arztes Eliah Ber willen, unsre Gebetformeln ins Gemeine gezogen werden! Wundern muß ich mich, baß die beiden n Schwierigkeiten machten, da man ebenfalls aus dem Gebetbuche oder die folgenden Worte nehmen konnte, denn das i in joiom konnte so gut fehlen, wie das n in Tiyra **), und wie bei po ein i zugesctzt worden. Wie dem aber sei, so stimmt Alles sebr schön. Dieß Bild ist das des Arztes Eliah Ber, welcher Hülfe bringt, die Mmen erlöst, Wohlthaten spendet ic.! und auf ihn passen alle fremden Wörter, die uns noch nicht erklärt worden! Was laßt sich nicht alles aus Euch, ihr Wort-Anfänge machen! Wie beklage ich es, euch früher nicht genug erkannt zu haben! Jetzt sehe ick, daß Ihr die Quelle aller Weisheit seid, und über alles Kunde geben könnt! Bor mehr denn 5 Jahren wußte ich nicht, woher Benjamin B. Chusch, dessen Name deutlich auf der Medaille steht, sein möchte, so wenig wie ich die Namen seiner Collegen zur Zeit Lud- *) Trotz der vielen Namen, die der gelehrte Erklärer anführt, bitte ich doch um Entschuldigung, wenn ich bemerke, daß ich in seinen Werken manche Schrift citirt finde, die er nicht gehörig gelesen hat. Es thut mir leib, dies von einem Gelehrten seines Rufes auszusprechen, aber es ist die Wahrheit. So nennt er den Vf. des oft citirten stets R. Machir, und doch durfte er nur in dem kleinen Büchlein lesen, wo 23, 2, deutlich steht npy» pxi; der Verf. hieß nämlich Jakob Do deren, zugleich Verf. des p£nn 'D/ welches dort 11,1 und in den gedruckten Reden r^Dn *0'£j §. 20 erwähnt ist. Er war einer von den"deutschen Gelehrten, welche die Flucht ergriffen, wiV ich in einem dem Herrn Dr. Jost schock*vor einem Jahre zugesandten Aufsatze näher nachgewiesen habe, dessen Abdruck, ich weiß nicht warum, bis jetzt Unterblieben ist. (Wir haben noch einige nähere lhWstsuchungen vor dem Abdruck anstellen wollen, welcheMdeß öfters unterbrochen wurden. Bei Gelegenheit werden wir es einrücken. D. H.) E. **) Das Wort ist eins der schwierigsten auf der Münze. Hätte ich es für zulässig gehalten, nach Gutdünken Buchstaben zuzusetzen oberMzunehmen, wie Herr G. Levy, so Mir alles leicht. Uebrigcns haben die' gelehrten Recensenten, mich getadelt, daß ich ift'n für Rom halte. Herr vr.Zunz hingegen, welcher glaubt, der Arzt Ber habe in Rom gelebt, läßt meine Erklärung gelten. Nun aber hat dieser Benjamin niM in Rom, sondern in Ferrara gelebt, und diMZahrzahl ist nicht 190, sondern im I. pru*1 208, was Hr. Z. übersehen hat. Ich gebe ,hm also aus Wahrheiwliebe noch eine Notiz zu, nämlich daß auch BenjaWin, der Sohn des Ber, Arzt war. ,"C. wig's des Fr. kannte. Jetzt ist mir durch Euch ein Licht aufgegangen Ich lese Euch also: Die ersten 11 Buchstaben Ha p'OD (Benjamin B. Chusch vom Berge *). Die 9 folgenden (my)n nÖ (Eliah B. Abraham Gemeinde-Haupt), und endlich die bisher unentziffertcn p pn HW yn ro werden lauten: nöK nnw nHny rpo^n uran n«TD ro -YiBpnn |dd^ nsan Nachschrift des Herausgebers. Aus dem Ganzen dieses Angriffs und der Abwehr geht so viel hervor, daß die Münze — deren Aechtheit, wie es fast scheint, dein Hrn. vr. Zunz nicht ganz unverdächtig verkommt — noch jetzt nicht erklärt ist. Mlt Sarkasmen wird das wohl nie geschehen. Große Bedeutung mag sie ohnehin nicht haben. Sollte Jemand eine kurze, ber Wahrscheinlichkeit näher liegende Erklärung geben können, so soll sie uns willkommen sein. Kritische Studien. Vom Rabbiner Marco Mortara. **) Einleitung. Eine gewissenhafte und frcimüthige Prüfung des Thalmud, eines Buches, welches alle jüdischen Angelegenheiten, von den letzten Zeiten des zweiten Tempels, der Epoche der höchsten Blülhe römischer Bildung, an, bis zu den ersten Jahrhunderten des Mittelalters enthält, erscheint mir nicht bloß als eine trockene archäologische Untersuchung, die für das praktische Leben ohne Nutzen bliebe, sondern vielmehr ein für uns höchst wichtiges Studium, weil es dahin führt, die Weisheit unsrer alten Lehrer ins Licht zu stellen, und uns ihren wirklich philosophischen Geist zum Muster zu nehmen, freilich mit Beseitigung dessen, was, namentlich die minder alten Lehrer, den traurigen Zeiten und den unglücklichen Verhältnissen in denen sie lebten, als Tribut zollten. Wir bedürfen der Umgestaltungen, sagen die Gelehrten, und einstimmig wird dies nachgesprochen. Wir müssen uns mit der Gegenwart in Einklang setzen, mit ihr fortschreiten. Und in d?r ungeprüften Voraussetzung, daß unsere heiligen Quellen dem Fortschritt entgegen stehen und das Licht als Verderben bringend scheuen, versuchen manche von außen her Neuerungen zu bewirken, welche, weil sie. eben nicht auf unserm heiligen alten Bau fußen, auch nicht Dauer haben können. Andere aber finden die religiösen Institutionen, so wie sie durch den nothwendigen Gang der verflossenen Zeiten bis zur völligen Unverträglichkeit mit den gegenwärtigen Bedürfnissen gediehen sind, ohne sich weiter um bas, was der Gesammtheit und den Individuen frommen dürfte, zu kümmern, sammt und sonders als Ausgeburten des Aberglaubens verwerflich, und wenden sich mit Verachtung davon. Allein es ist doch nothwendig die Sache näher in's Auge zu fassen. Es liegt einmal in der Natur des Menschen, daß das Alte als solches ihm ehrwürdig und unverletzlich erscheint; und die Geschichte aller Nationen und Zeiten bestätigt es, daß Niemand eine religiöse Einrichtung für die Dauer begründen konnte, wenn er ihr nickt aus dem Allerthum einen festen Boden gab. — Eine sorgfältige Unter- *) D. i. wie Zunz Zeitschr. i. 168 meldet, Montpellier; diese Stadt war freilich damals noch nicht vorhanden, aber was thuts? Der Berg war ja von jeher da! — **) In italienischer Sprache eingesandt. Der Verf. ist aus der Paduanischen Schule hervorgegangen, welche . bekanntlich ber Kritik mehr Freiheit gestattet, als alle bisherigen. Wir übersetzen sinngetreu. I.

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