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Israelitische Annalen · 1840-05-01 · Heft 18 (1.5.1840) · p. Seite 157

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 18 (1.5.1840)
Date
1840-05-01
Page
Seite 157 (sequence 5)
Language
German
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157 Größe und Macht ein, das ihm, wenn auch selbst Römers, daß Symbol einer feindlichen Gewalt sein mußte. Vielleicht hat er sogar auf das Jahr 1439 «) hingebeutet. Die hebräische Umschrift besagte demnach folgendes: Durch den Beschluß des Waltenden, gepriesen sei er, nach der Gnade des ewig dauernden—während jedes Urlheil aufhört, bas Bild vergeht") — sehe ich dein Licht") zu der Zeit, die die Erlösung trifft, und denke nach der Vorsehung meines Gottes. Römer, bewahre davon ") die Spur! So werde ich jauchzen, deiner Befreiung harrend, Gott"), Allmächtiger, Gebieter und Sünbenvergeber! Text: myn bbwd bs oro tis: jima 'rr> am: mm nnatBro jamn ppn irw» pib “pix vron rrnsn vw vp bma -]rvnD vby$\ oöwn van ^bx jn brvxiy yn na ■>& j» na nbm m Die Anfangsbuchstaben der einzelnen Worte sind mit Doppelpunkten versehen, dem Fingerzeige zur Auffindung des Akrostichons; allein cs kümmerte sich keiner darum, außer Menestrier, der sie für lauter Jod, als eben so viele Abkürzungen des Tetragrammatons hielt. Wenn die 18 Buchstaben, mit denen die Umschrift zu schließen scheint, nicht Zahlen bergen ober ein Amulet bilden, so sind es vielleicht dem nbo) sich anschließende Formeln aus den täglichen Gebeten, und in den ersten 8 Buchstaben steckt vielleicht 'rwyw> mnso nnay rmDi nnon bnia lajrcn jam Die Worte p zu beiden Seiten des Kopfes mögen eine Spielerei mit dem biblischen Ausdruck „Cusch der Benjemini" (Ps. 1.1) und alle andern Worte auf dieser Medaille wohl dem Urheber der hebr. Inschrift ganz fremd sein. Daß 0. in. »1. den dritten Mai bedeute, wie Menestrier schreibt, glaube ich vollends nicht. Das Schaustück aber ist nach Lyon gekommen, wie so viele Tausende von Alterthümern und Münzen in entlegene Gegenden hingerathen sind; aber Ludwig der Fromme darf dadurch in seinem tausendjährigen Schlafe nicht gestört werden. Dieß nun ist meine wenig interessante Meinung von dieser „interessanten" Denkschrift, über die bereits Herr Gerson Levy am 30. Aug. 1836 der Akademie zu Metz einen „sehr interessanten Bericht" abgestattet hat"), den ich jedoch nie zu sehen das Glück gehabt habe. «) Der altere Römer R. Schabtai ben Mose betet im Pcsach-Sulat naiDa HÖVX also: D’önboa mp T02 s . _ '• ' . , wo dem Hasse gegen man na: “pnjj Rom die hebräische Grammatik weichen mußte. «) ppn=5190 oDer A. 1430. *») Das 2 von myn mußte des Akrostichons halber Wegfällen." “) -p)X> nämlich Israels; Menestrier las -pir§ „ich preise dich," Carmoly -p)X »die Dauer." ”) Das Mem plurale in BQIlml bezieht sich auf die Worte der Inschrift. «) vp häufig in alten Manuscripten, und Regel in den karäischen Gebetbüchern, statt der gewöhnlichen Abkürzung ii. Das Memoire (S. 10 u. 13), de Boissi corrigirend, macht daraus Dyn DY1 und übersetzt: de jonr en jour» **) Der Orient N. 8. S. 59. Nachrichten und Correspondenzen. Paris, den 14. April. — Der National vom 9. d. bringt eine Antwort des Herrn Cremieur auf die von den Zeitungen wiederholentlick hervorgesuchken lächerlichen und zugleich boshaften Derläumdungen unseres Culkus. Die vielfachen Gerüchte, welche die christliche Kirche ganze Jahrhunderte hindurch zu bekämpfen Halle, sollten in der Thal als Beweis dienen, wie thöricht es sei. ein (angeln,ch im Orient vorgefallenes) Verbrechen den religiösen Grundsätzen zuzuschrelden. Uebrigens wußte man der der franz. Regierung dis dahin von dem ganzen Vorfälle noch nichts, und es scheint die Sache wohl zum Theil Erdichtung zu sein. Auf keinen Fall aber wird Jemand aus solchem Factum den Schluß ziehen, es sei dasselbe die Vollziehung einer allgemeinen kirchlichen Vorschrift. (Wir halten es für unnütz, dem aufgeklärten Deutschland ben ganzen Aufsatz des Herrn Cremreur vorzulegen. Man weiß hinlänglich, wie viel auf Zeitungsberichte, deren Quelle man nicht kennt, zu geben ist.) Uebrigens hat der Oberrabdiner zu Smyrna, Herr Pinchas de Segura in seinem und der dortigen Israelitischen Gemeinde Namen eine recht angemessene Protestation gegen die unsinnigen, nur das unwissende und rode Volt aufreizenden, in jeder Beziehung bodenlosen Anklagen der jüdischen Gebräuche, in ben Lebe de rOrient rinrütfen lassen. — Es ist wahrlich ein Fortschritt, daß auch die Rad. binen nicht mehr schweigend dulden, und daß sie nicht mehr anstehen, den Widersachern auf eine würdige Weise zu begegnen. Paris, 19. April. — Herr Crehange hat wiederum eine SentioeUe Juive ausgestellt, nunmehr die 3te. Sie läßt sich bitter aus über den Listen Tsarphatifchen Brief im vourrier de la Moselle. Man liest abermals 4 Briefe, die mit herbem Witze den Radikalen Herrn Terquem verfolgen und möglicher Weise bloßstellen. Wir können nicht umhin, manche Wahrheit darin anzuerkennen, und bedauern nur die Art des Kampfes, die übrigens Hr. T. selbst hervorgerufen. — Wir erhalten die Broschüre zugleich mit dieser Nachricht, und stimmen mit obigem ganz überein, obgleich T's. gerechte Anklagen der obwaltenden Mlßbräuche nicht erledigt werden. Nur mochten wir keinesweges zugeben, was Hr. Cr. im 9len Briefe verfechten will, daß eine Gesellschaft oder Kirche das Recht habe, so zu verfahren, wie der Ausdruck „Abaissez et n’elevez pas” nach den von alten Gesetzkundigen gegebenen Erklärungen verstanden sein soll. Man kann die Härten älterer Zeiten entschuldigen, ohne sie für die Gegenwart in Schutz zu nehmen. Leider finden wir in dieser Broschüre einige Flüchtigkeiten, die um so eher vermieden sein sollten, als solche Fehler dem Berufe der Schreibenden Eintrag thun. Erstlich behauptet Hr. Cr. der Rabbiner in Csada sei durch seinen Vorgesetzten wegen Disciplinarfehler seines Amtes beraubt worden. Es giedl in Ungarn keinen Grand - kabbln, qui a use de ses droits (15). Weit merkwürdiger ist folgende Stelle über Eduard Gans (S. 12). Le savant professeur Gans avait ete oblige de passer par l’Eglise pour aller oceuper la place que songenie lui avait assigne dans le temple de la gloire- — Avant sa mort, il fit venär ceux que M. T. appelle les inqnisiSfiirs in extremis, ( d. h. die wohlthäligen Brüderschaften der Israel. Gemeinde) abjura (!) ses erreurs appareutes, se confessa, dit la et niourut en bon Jsraelite. M. Gans etait sans deute un Pftariseen. (Der letzte Satz ist Ironie.) Was soll man aber zu historischen Nachrichten sagen, wenn so etwas als factum zum Beleg dahin gestellt wird? Welcher „Berliner Correspondent" mag wohl diese Nachricht vertreten? Brüssel. — Betreffend die Familie des in No. 13 der Annalen d. I. erwähnten Hr. L. Kali sch (s. d. Anzeige des Schriftchens des Dr. Wolff) dürfte es nickt unmleres. sant sein, außerdem noch einiges von seinen übrigen Verwandten in Holland zu vernehmen, welche alle ihren eigenen Weg einschlügen. Von seinen 3 Brüdern way. Marcus Ca lisch (so schreibt sich die Familie in HokMd) ein aus-

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