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Israelitische Annalen · 1840-05-01 · Heft 18 (1.5.1840) · p. Seite 154

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1840
Issue
Heft 18 (1.5.1840)
Date
1840-05-01
Page
Seite 154 (sequence 2)
Language
German
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154 Betheuerungen und ungehörigen Nebendinge em Eid viel mehr an Kraft verliert, als er dadurch nach der Absicht der Gesetzgeber gewinnen sollte. (Wir geben nur den wesentlichsten Inhalt, da das Einzelne zu viel Raum wegnehmen würde.) 1. Geschieht der Eid in der Synagoge, in Gegenwart einer gerichtlichen Person und eines Protokollführers. 2) Nur am Montage und Donnerstage nach geendigtem Dienste, vor mindestens 10 erwachsenen Juden, auf dem Almemor. 3) Mit. dem Bet-Tuche und den Phylakterien, so auch dem viereckigen Gewände mit Schaufäden angethan, deren Aechtheit zuvor zu erkennen; worauf der Rabbiner über diese Kleider den gewöhnlichen Segen lesen soll. (Was bedeutet dies?) 4)Oeffnung der Lade; Wendung des Gesichts nach Osten; Verwarnung Seitens des Rabbinen. 5) Nochmalige in rein deutscher Sprache zu gebende Erklärung, daß die Obrigkeit von Gott eingesetzt sei, und die Wahrheit ohne Reservation fordere. 6) Lautet wörtlich also: „Ferner soll der Rabbiner den schwörenden Juden folgendergcftalt in deutscher Sprache anreden: „N. N. Ich bezeuge dir mit Wahrheit, daß die Christen, worunter wir allhier wohnen, anbeten den wahren, lebendigen Gott, welcher Himmel und Erde, alle Dinge und auch dich erschaffen hat, der da ist der Gott unserer Väter, Abraham, Jsaac und Jakob, und daß selbige unsere ganze Thora für Gottes Wort halten. Darum sollst du wissen, daß, da die Kinder Israel nicht durften brechen den Eid, welchen sie geschworen hatten den Männern zu Gibeon, ob selbige gleich den Abgöttern dienten, es dir also weit weniger zugelasscn, einen falschen Eid gegen einen Christen zu schwören, zumal da die Kinder Israel in Ruhe und Frieden unter dem Schutze der christlichen Obrigkeit leben. Darum frage ich dich: ob du glaubest, daß ein Jude schändet und lästert den allmächtigen Gott, indem so er schwöret einen falschen und unwahrhafren Eid, und daß Gott denselben gewiß strafen und verfluchen wolle, kraft seiner Gebote, da er im andern Buch Mosis Cap. 20. V. 7 saget: Nicht erhebe den Namen deines Herrn unnöthig, denn nicht wird unschuldig und ungestraft lassen der Herr den, der erhebet seinen Namen unnörhig." Daraufantwortete der Jude: Amen. 7)Herausnchmung und Enthüllung der Thora, und deren Entblößung bei 2. M. 20. 7, die jeder Schwörende in den etwas entblößten linken Arm nehmen muß. Dann beschwört der Rabbiner den Schwörenden, die Aechtheit der Rolle anzuerkennen. 8) Lauter wörtlich also: „Wenn nun derselbe mit der heiligen Thora stehet, soll der Rabbiner ihn nochmals auf Deutsch folgendermaßen anreden: N. N. Du mußt wissen, daß du den anitzo abzuftattenden Eid in der Wahrheit schwören sollst, und du darfst nicht-gedenken, daß, wenn du falsch schwören sollst, ein Mensch in der ganzen Welt dir diesen Meineid erlassen solle. Wenn du also falsch schwörest, so bekleide dich der Fluch, wie ein Kleid, und umgürte dich stets als ein Gürtel; er soll in dich kommen, wie Wasser, und als Feuer in deine Gebeine; dein Gebet sei zur Sünde; verflucht sei'ft du im Himmel und auf Erden, und deine Seele und Leib sollen keinen Theil haben an allen den Verheißungen, welche der heilige hochgelobte Gott uns gethan hat, auch nicht an den Olam habba zu ewigen Zeiten; verflucht sollst du sein in deinem Kommen, verflucht in deinem Ausgehen; du sollst Gewalt und Unrecht leiden müssen, und niemand soll dir helfen; Gott soll dich schlagen mit Raserei, mit Blindheit, mit Plagen und schlimmen Krankheiten, daß du nicht geheilt werden kannst; du sollst Tag und Nacht gehen in Aengsten, mit einem betrübten und erschrockenen Herzen; alles, was du unternimmst, soll dir nicht von statten gehen; du sollst zum Bösen abgeschieden sein von allem Geschlechte Israel; deine Tage sollen vermindert werden und ein Ende nehmen mit Schrecken; dein Körper soll liegen vor die Vögel des Himmels zu essen und zum Vieh der Erden, und niemand soll sie davon jagen; dein Gedachtniß soll ausgerottet werden von der Erden." 9) Eidesformel, nach einem betheuernden Eingang; zuletzt wird hinzugefügt: „Also bitte ich mir, Adonai, zu helfen und zu bestätigen diese Wahrheit. Wo ich aber falsch und unrecht rede, da soll niemals einige battara, oder bapbara, oder wesiras raodaah umodaah demodaah, niemals einige mechillah vecapparah bejora Kippur ubeolam hasseh ubeolam habbah, noch einige teschubah mir helfen; sondern es sollen über mich kommen alle Kelalos schel Tora und alle Macos sehet Älizraim; mich müsse sein Arur und ein (im) Oberem verbannt und verflucht; es müsse wir ergehen, wie es erging Sodom und Gomorrha, wie es erging Korah, Dathan und Abiram; ich müsse

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